Die schlechten Nachrichten für Kuba reißen nicht ab. Seit einigen Tagen können die Flugzeuge der internationalen Airlines, die Kuba überhaupt noch anfliegen, nicht mehr betankt werden. Flugbenzin sei schlicht nicht mehr verfügbar. Erst vor einer Woche hatte die Regierung staatliche Hotels schließen und Urlauber in andere Unterkünfte verlegen müssen.
Grund für all diese und noch viel härtere Sparmaßnahmen sind die fehlenden Öllieferungen aus Venezuela und Mexiko, die das Land bis Ende vergangenen Jahres noch am Laufen und eine minimale Stromversorgung sichergestellt haben. Aber seit die USA am 3. Januar das venezolanische Regime mit der Entführung von Machthaber Nicolás Maduro faktisch enthauptet haben, hat Venezuela die Öllieferungen an Kuba eingestellt. Mexiko, das auch noch Öl lieferte, hat aufgrund des US-Drucks und Zolldrohungen ebenfalls seine Öllieferungen an die kommunistisch regierte Karibikinsel eingestellt. Somit fehlen Kuba seit Jahresbeginn rund 45.000 Fass Öl täglich, die das absolute Minimum sind, um eine minimale Stromversorgung und Benzinverfügbarkeit sicherzustellen. Laut internationalen Experten gehen spätestens Ende Februar auf der Insel alle Lichter aus, sollte kein weiteres Öl mehr Kuba erreichen.

Mexiko liefert Hilfsgüter nach Kuba – Öllieferungen weiter ungewiss
Immerhin liefert die mexikanische Regierung von Präsidentin Claudia Sheinbaum noch humanitäre Hilfsgüter. Zwei Marineschiffe brachten am Dienstag rund 814 Tonnen Lebensmittel nach Havanna. „Wir unternehmen zudem alle diplomatischen Anstrengungen, um die Öllieferungen nach Kuba wieder aufzunehmen. Natürlich wollen wir keine Sanktionen riskieren, aber wir befinden uns im Dialog, und vorerst wird humanitäre Hilfe geliefert“, unterstrich Sheinbaum.
Die US-Regierung will das kommunistische Regime in Havanna mit dem Ölboykott in die Knie zwingen und so ein Ende der mehr als 65 Jahre dauernden kommunistischen Herrschaft erzwingen. Am 29. Januar unterzeichnete Trump dementsprechend ein präsidiales Dekret, das allen Ländern mit Zöllen droht, die noch Öl nach Kuba liefern.
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Tourismus bricht ein: Branche brachte als einzige noch Devisen
Das Nichtbetanken der Flugzeuge ist vor allem ein harter Schlag für die Tourismusindustrie Kubas, einer der wenigen Wirtschaftszweige, der noch Devisen bringt. Betroffen sind vor allem US-Airlines sowie Fluggesellschaften aus Spanien, Panama und Mexiko.
Der Tourismus war viele Jahre die tragende Säule der kubanischen Wirtschaft. Der Sektor hat sich aber nach der Pandemie nicht mehr wirklich erholt. Die Insel empfing 2024 rund 2,2 Millionen internationale Urlauber – der niedrigste Wert seit fast zwei Jahrzehnten und deutlich unter den offiziellen Erwartungen. Daten des Nationalen Amts für Statistik und Information (ONEI) zeigen, dass die Zahl der ausländischen Besucher zwischen Januar und September 2025 noch einmal um gut zwanzig Prozent auf rund 1,36 Millionen zurückging.
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Kuba reagiert auf Energiekrise: Tourismus und Verkehr stark eingeschränkt
Aber nun muss auch der Tourismussektor auf den absoluten Notbetrieb heruntergefahren werden, so wie faktisch das ganze Land. „Für den Tourismus wurde ein Plan entwickelt, um den Energieverbrauch zu senken, touristische Einrichtungen kompakter zu gestalten und die derzeitige Hochsaison in unserem Land besser zu nutzen“, erklärte der kubanische Vizepremierminister Oscar Pérez-Oliva Fraga dazu.
Zuvor hatte die Regierung um Präsident Miguel Díaz-Canel angeordnet, dass der öffentliche Nahverkehr eingeschränkt und Bus- und Bahnfahrten sowie Fährfahrten auf ein Minimum reduziert werden. Die Verwaltung arbeitet nur noch vier Tage die Woche und die Universitäten lassen den Präsenzunterricht für 30 Tage ruhen. All das soll dazu dienen, Energie und Treibstoff zu sparen. Selbst in der Hauptstadt Havanna wird der Strom an manchen Tagen bis zu 15 Stunden abgestellt.

Mexiko schickt Hilfslieferungen
Staatschef Díaz-Canel erklärte überraschend seine Bereitschaft zum Dialog mit den Vereinigten Staaten, ein Schritt, der die Verzweiflung der kubanischen Führung angesichts der aktuellen Krise verdeutlicht. Die „wirtschaftliche Strangulierung durch die führende Weltmacht“ habe die ohnehin schon prekäre Lage der Insel weiter verschärft, betonte der Präsident und kündigte für die kommenden Tage die Umsetzung eines „sektorübergreifenden Notfallplans“ an, der an die während der sogenannten Sonderperiode nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den 1990er Jahren angewandten Maßnahmen angelehnt ist. Was Díaz-Canel aber nicht ankündigte, waren Wirtschaftsreformen, die Erweiterung und weitere Öffnung des Privatsektors oder die Abschaffung der staatlichen Gängelung.

Unterdessen stehen die Kubanerinnen und Kubaner weiter bis zu 40 Stunden für ein paar Liter Benzin an, wenn es überhaupt noch welches gibt. Und die Menschen decken sich in den Geschäften für teure Devisen mit Konserven und dem ein, was überhaupt an Lebensmitteln noch bezahlbar oder verfügbar ist.
Mexikos Außenministerium bestätigte, dass die beiden Marineschiffe noch in dieser Woche lebensnotwendige Lebensmittel wie Milch, Milchpulver, Fleischprodukte, Kekse, Bohnen, Reis, Thunfischkonserven, Sardinen und Pflanzenöl sowie Hygieneartikel nach Kuba liefern werden. Weitere humanitäre Lieferungen seien geplant.




