In Frankreich gehört Fleisch auf den Teller wie das Baguette zum Frühstück. Doch jetzt soll die Grande Nation weniger Fleischwaren und mehr Gemüse konsumieren – nicht nur für die Gesundheit, sondern auch fürs Klima. Frankreichs Regierung ruft nun die Bevölkerung zu einem begrenzten Verzehr von Fleisch und Wurstwaren auf. Der Hintergrund: Im EU-Vergleich essen Franzosen besonders viel Fleisch.

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Frankreich empfiehlt weniger Fleisch und mehr pflanzliche Lebensmittel

Wie aus den Angaben des französischen Agrarministeriums hervorgeht, lag der Pro-Kopf-Verzehr 2024 bei 85 Kilogramm und damit ähnlich hoch wie 2016. Im vergangenen Jahr stieg der Fleischkonsum in Frankreich sogar um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und hierzulande? 2024 bezifferte das Bundeslandwirtschaftsministerium den Verzehr von Fleisch auf 53,2 Kilogramm pro Person – etwas mehr als in den beiden Vorjahren.

In ihrer neuen nationalen Strategie für Ernährung und Klimaschutz setzt die französische Regierung nun verstärkt auf pflanzliche Lebensmittel. Sie empfiehlt einen deutlich höheren Verzehr von Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und Vollkornprodukten. Stattdessen sollte der Konsum von Fleisch und Wurst nach Möglichkeit begrenzt werden. Zudem soll der Verzehr von importiertem Fleisch reduziert werden.

Eine Fleischtheke
In Frankreich werden jährlich etwa 85 Kilogramm Fleisch pro Kopf verzehrt – deutlich mehr als in Deutschland. © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa | Jan Woitas

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Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) betont in ihren Empfehlungen für 2024 einen stärkeren Fokus auf pflanzliche Lebensmittel. Sie rät, den Fleisch- und Wurstkonsum weiter einzuschränken und pro Woche nicht mehr als 300 Gramm zu verzehren. Die zuvor empfohlene Orientierungsmenge betrug 300 bis 600 Gramm.

EU-weit wächst der Druck zur Veränderung. So geht Amsterdam voran und wird ab diesem Sommer als erste Hauptstadt weltweit jegliche Werbung für Fleischprodukte im öffentlichen Raum verbieten. Damit setzt die niederländische Hauptstadt ein deutliches Zeichen für den gezielten, klimabewussten Konsum.

Spannende Politik-Einblicke aus der EU

Fleischerzeugung verursacht Großteil des CO₂-Fußabdrucks in Frankreich

Die französische Regierung begründet die frisch veröffentlichten Ratschläge mit Erkenntnissen zu gesunder Ernährung, aber auch mit den Auswirkungen der Nahrungsmittelerzeugung auf die Umwelt. Am CO₂-Fußabdruck Frankreichs habe die Agrarproduktion einen Anteil von 20 Prozent und die Fleischerzeugung daran wiederum einen Anteil von 61 Prozent.

Im Agrarland Frankreich, dem wichtigsten Erzeugerland in der EU, hatte die genaue Formulierung der Verzehrempfehlungen für Fleisch zu einem Tauziehen hinter den Kulissen geführt. Das führte dazu, dass die Veröffentlichung der nationalen Strategie mehrfach verschoben wurde, wie der Sender France Info berichtete. Das Umweltministerium habe eine Reduzierung des Fleischkonsums in die Strategie aufnehmen wollen, das Agrarministerium aber lediglich zu einer Begrenzung raten wollen. Die Regierung selbst wollte demnach die Idee einer Reduzierung durch „einen ausgewogenen Fleischkonsum“ ersetzen.

Wer sich fleischlos oder vegan ernähren möchte, hat es in Frankreich oft schwerer als in Deutschland, insbesondere in Restaurants abseits der Großstädte wie Paris, Lyon oder Bordeaux. Auch um fleischfreie Menüs in Kantinen entfachen sich im Mutterland der Haute Cuisine immer wieder Diskussionen.