Für Donald Trump gelten keine moralischen Werte, Tabus oder gute Sitten, und schon gar keine Heiligkeiten. Der US-Präsident bewies das eindrucksvoll Ende Dezember. Da benannte er das Kennedy Center und damit eines der ehrwürdigsten Kulturzentren in den USA in „Donald J. Trump and John F. Kennedy Memorial Center for the Performing Arts“ um. Das Gebäude zu Ehren des 1963 ermordeten US-Präsidenten wurde damit Opfer von Trumps One-Man-Show, die sich in unzähligen weiteren Umbenennungen widerspiegelt.
Dass sich Trump nahezu jeden Verhandlungserfolg auf der politischen Weltbühne zuschreibt, auch in der Hoffnung, irgendwann endlich den Friedensnobelpreis zu erhalten, ist kein Geheimnis. Im Dezember erklärte er sich erneut selbst zum Friedensstifter und benannte das einst vom US-Kongress gegründete „US Institute of Peace (USIP)“ in „Donald J. Trump Institute of Peace“ um. Der Wunsch, als Friedenspräsident wahrgenommen zu werden, und die eifrigen Namensumbenennungen haben wohl den gleichen Antrieb: Trump setzt alles daran, sein Vermächtnis zu sichern.
Donald Trump setzt auf Loyalisten, um Namenspläne umzusetzen
Sowohl beim Kennedy Center als auch beim Friedensinstitut entließ Trump zunächst den Vorstand und setzte dann eigene, ihm gegenüber loyale Leute ein, die eine Namensumbenennung vereinfachten. Während der juristische Streit um die Übernahme des „US Institute of Peace“ durch eine Bundesverwaltung noch nicht vorbei ist, hat insbesondere die Umbenennung des Kennedy Centers für heftige Kritik gesorgt.
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„Es ist kein Geheimnis, dass Präsident Trump die Demokratie untergräbt und dieses Land in Richtung Autoritarismus treibt. Teil seiner Strategie ist es, den Mythos des ‚Großen Führers‘ zu erschaffen, indem er öffentliche Gebäude nach sich selbst benennt“, schrieb Senator Bernie Sanders in einer Pressemitteilung Mitte Januar. Diesem Narzissmus müsse ein Ende gesetzt werden. Zusammen mit zwei anderen Senatoren reichte der parteilose 84-Jährige einen Gesetzentwurf ein, der amtierende Präsidenten daran hindern soll, Gebäude nach sich selbst zu benennen – und der Trumps Umbenennungsversuche rückgängig machen soll.
Doch längst drückt Trump nicht mehr nur Gebäuden seinen Stempel auf. So soll noch in diesem Jahr der Bau neuer Kriegsschiffe namens „Trump-Klasse“ beginnen. Trump träumt von einer neuen „Goldenen Flotte“ bei der Marine. Auch Naturliebhaber kommen nicht an dem 79-Jährigen vorbei. So prangert auf dem diesjährigen Jahrespass der US-Nationalparks (NPS) neben dem Porträt von George Washington auch ein Bild von Donald Trump. Die Aktion führte zu zahlreichen Überklebungsaktionen, doch der „National Park Service“ hat angekündigt, manipulierte Pässe für ungültig zu erklären.
Setzt sich Trump bei seiner 1-Dollar-Münze erneut über Bundesgesetze hinweg?
Wenn die USA am 4. Juli 2026 den 250. Jahrestag ihrer Unabhängigkeitserklärung feiern, will Trump zudem eine eigene Münze auf den Markt bringen. Im Oktober 2025 gab das US-Finanzministerium entsprechende Pläne zu einer 1-Dollar-Gedenkmünze mit Trumps Konterfei bekannt. Beim Kurznachrichtendienst „X“ veröffentlichte US-Finanzminister Brandon Beach sogar schon einen ersten Entwurf. Ob sie wirklich auf den Markt kommt, ist unklar, denn eigentlich verbieten es US-Gesetze, noch lebende US-Präsidenten auf Banknoten abzubilden. Eigentlich.
No fake news here. These first drafts honoring America’s 250th Birthday and @POTUS are real.
— U.S. Treasurer Brandon Beach (@TreasurerBeach) 3. Oktober 2025
Looking forward to sharing more soon, once the obstructionist shutdown of the United States government is over. https://t.co/c6HChM6ijG
Bereits beschlossen und in Form einer Straßenplakette besiegelt, ist der neue Name der Straße, die zu Trumps Privatanwesen Mar-a-Lago in Florida führt. Der „Southern Boulevard“ trägt nun den Namen „President Donald J. Trump Boulevard“.
Doch es gibt auch ein paar Namensfantasien Trumps, die bislang (noch) nicht gestillt wurden. So wollte Israels heutiger Verteidigungsminister Israel Katz bereits während Trumps erster Amtszeit eine Bahnhofshaltestelle in Jerusalem nach dem US-Präsidenten benennen. Trump hatte zuvor Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt und damit eine Wende in der Nahost-Politik eingeleitet. Der neue „Trump“-Stopp wartet allerdings bis heute auf seinen Bau nahe der Klagemauer.
News aus den USA
Ob die „Trump-Route“ im Kaukasus am Ende wirklich gebaut wird, bleibt ebenfalls abzuwarten. Der Bau der Handelsstraße soll Planungen zufolge Mitte 2026 beginnen und ebenfalls den Namen des US-Präsidenten tragen. Der Grund: Im vergangenen Jahr waren Armeniens Premierminister Nikol Paschinjan und Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev in Washington zu Besuch und unterzeichneten ein Friedensabkommen, das den Bau einer neuen Handelsroute umfasst – die „Trump Route for International Peace and Prosperity“ (TRIPP). Die beiden Republiken sind seit Jahrzehnten verfeindet.







