Die Auswirkungen waren verheerend: 45.000 Haushalte waren ohne Strom – bei Temperaturen unter null Grad. 2200 Gewerbe mussten schließen, mehrere Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen waren von der Energieversorgung abgeschnitten. Der Anschlag auf das Berliner Stromnetz versetzte die Hauptstadt in einen Ausnahmezustand. Die Täter sollen Linksextremisten der sogenannten „Vulkangruppen“ sein.
Doch bis heute fehlt den Ermittlern eine heiße Spur, sind die Täter unbekannt. Nun hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt und dem Generalbundesanwalt eine Belohnung für Hinweise auf die mutmaßlichen Attentäter ausgerufen: eine Million Euro. „Wir rüsten auf im Kampf gegen den Linksextremismus“, sagte der CSU-Politiker.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) soll zudem verstärkt werden, um die Beobachtung der linken Szene auszuweiten. Mehr Personal, mehr Befugnisse – das verspricht Dobrindt. Und er hebt hervor, „das führt nicht zu einer Reduzierung bei anderen Formen des Extremismus“, etwa Rechtsextremisten und Islamisten.
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„Es gibt einen Nachholbedarf bei der Beobachtung des Linksextremismus“, sagte Dobrindt
Nicht nur eine Belohnung soll bei der Suche nach den Tätern auf das Berliner Stromnetz helfen. Die Polizei startet eine Fahndungskampagne – auf Plakaten, auf Anzeigetafeln etwa in der Berliner U-Bahn, auf Handzetteln, die Beamte verteilen sollen. So erhoffen sich die Strafverfolger Hinweise. Denn obwohl die „Vulkangruppen“ bereits seit Jahren vor allem in Brandenburg und in der Hauptstadt aktiv sind und laut Bekennerschreiben mehrere Angriffe auf die Infrastruktur verübt haben sollen, sind bisher keine Personen gefasst und verurteilt worden. Ziele der Taten sind zumeist Kabelschächte an Bahntrassen, aber auch Funkmasten oder Datenleitungen, teilweise auch Firmenfahrzeuge.

Auch weil Dobrindt weitere Anschläge durch linke Extremisten auf Stromnetz oder Verkehrsknotenpunkte befürchtet, will er jetzt handeln. „Es gibt einen Nachholbedarf bei der Beobachtung des Linksextremismus“, sagte Dobrindt.
Das Landes- und das Bundeskriminalamt sowie der Verfassungsschutz stuften das Bekennerschreiben zum Anschlag in Berlin zu Beginn des Jahres als glaubwürdig ein. Darin hieß es, Stromausfälle seien „nicht Ziel der Aktion, sondern die fossile Energiewirtschaft“. Inzwischen ermittelt der Generalbundesanwalt wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der verfassungsfeindlichen Sabotage, der Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe.




![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)


