Nur sieben Wochen nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine versenkten zwei ukrainische Anti-Schiffs-Raketen das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte: den Raketenkreuzer „Moskwa“. Was ein großer symbolischer Erfolg für die Verteidiger war, wurde in Russland schnell Angelegenheit der staatlichen Propaganda. Nicht ein ukrainischer Angriff, sondern ein Feuer an Bord habe Munition explodieren lassen. Der Untergang sei ein Unfall gewesen.
Eine vor wenigen Tagen veröffentlichte Erklärung eines Moskauer Militärgerichts widerspricht nun dieser Darstellung – wahrscheinlich aus Versehen. In der offiziellen Mitteilung eines Urteils spricht das Gericht von einem ukrainischen Angriff auf die „Moskwa“ und nennt sogar Todeszahlen. Das berichtet das unabhängige russische Medium „Mediazona“, das die Erklärung einsehen konnte.
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Darin macht das Gericht einen ukrainischen Kommandeur für den Abschuss der „Moskwa“ verantwortlich. Der Offizier der ukrainischen Marine habe die Angriffe mit den Neptun-Raketen auf die „Moskwa“ und die russische Fregatte „Admiral Essen“ befohlen. Dafür wurde er in Abwesenheit wegen „internationalem Terrorismus“ zu lebenslanger Haft verurteilt.
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Raketenkreuzer „Moskwa“ habe „humanitäre Mission“ durchgeführt
Den russischen Behörden fiel ihr Fehler nur wenig später auf und das unfreiwillige Geständnis vom ukrainischen Raketenangriff wurde von der Webseite des Gerichts gelöscht. Das Medium „Mediazona“ konnte die Mitteilung davor allerdings noch sichern. Das Gericht schreibt darin von der Zerstörung der „Moskwa“. Den Beschuldigten identifiziert es als Oberst Andrey Shubin, Kommandant der 406. Ukrainischen Marine-Artilleriebrigade.

Shubin habe seinen Untergebenen den Befehl gegeben, „Raketenangriffe gegen die Fregatte Admiral Essen und den Garde-Raketenkreuzer Moskwa durchzuführen“, heißt es in der englischen Übersetzung der Erklärung auf „Mediazona“. Die „Moskwa“ und „Admiral Essen“ wären demnach lediglich auf „humanitären Missionen“ in den „neutralen Gewässern des Schwarzen Meeres“ unterwegs gewesen, als sie angegriffen wurden.

Während bei dem Angriff auf die Fregatte am 2. April 2022 ein Soldat verwundet wurde, seien durch die Treffer zweier Neptun-Raketen 20 Matrosen an Bord der Moskwa gestorben. 24 Besatzungsmitglieder seien verletzt worden, acht Personen würden immer noch vermisst. Einem Rettungsteam und den verbliebenen Besatzungsmitgliedern sei es nicht mehr gelungen, die „Moskwa“ zu retten: Der Raketenkreuzer sei mit der gesamten Ladung gesunken.
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Ukraine feierte Untergang der „Moskwa“
Damit widerspricht das Gericht der offiziellen russischen Version des Untergangs der „Moskwa“, wonach ein Feuer an Bord die Munition entzündet habe. Rund 500 Mann Besatzung soll der „Stolz der russischen Schwarzmeerflotte“ gehabt haben. Noch Wochen nach dem Untergang rätselten Angehörige über den Verbleib der Matrosen. Das russische Verteidigungsministerium hatte zunächst behauptet, die „gesamte Besatzung“ sei gerettet worden.
„Alle Informationen in dieser Hinsicht gibt das Verteidigungsministerium. Wir sind hier nicht befugt, irgendetwas mitzuteilen“, meinte Kremlsprecher Dmitri Peskow nach dem Untergang kühl. Kiew feiert das versenkte Schiff als Triumph im Krieg gegen Moskau. Eine Briefmarke, die einen ukrainischen Soldaten mit erhobenem Stinkefinger an der Küste mit Blick auf die „Moskwa“ zeigt, fand damals reißenden Absatz.

![DIESES FOTO WIRD VON DER RUSSISCHEN STAATSAGENTUR TASS ZUR VERFÜGUNG GESTELLT. [RUSSIA, LUGANSK PEOPLE'S REPUBLIC - JULY 29, 2026: A serviceman from the military commandants office of the Lugansk People's Republic performs an air defence duty to protect the airspace of the Lugansk People's Republic. Alexander Reka/TASS] Air defence in Lugansk People's Republic, Russia](https://img.sparknews.funkemedien.de/412741926/412741926_1785999935_v16_9_1200.jpeg)







