Die Bemühungen Donald Trumps, den Ukraine-Krieg zu beenden, sind nicht ganz uneigennütziger Natur. Das zumindest werfen ihm seine Kritiker vor. Nun taucht ein Video auf, das dieser These reichlich Treibstoff liefert.
Ein vom französischen TV-Sender „france-tv“ veröffentlichter Ausschnitt zeigt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im Mai 2025 beim Telefonat mit Trump. Darin fragt er den US-Präsidenten, ob er ihn in zwei Minuten zurückrufen könne. Trump will wissen, worum es geht, worauf Macron antwortet: „Er hat deinen Vorschlag akzeptiert, bezüglich eines 30-tägigen Waffenstillstands“ (gemeint ist Wolodymyr Selenskyj). Trump hakt nach: „Er hat alles akzeptiert?“ Als Macron das bejaht, antwortet der US-Präsident: „Ohhhh, großartig. Nobelpreis dafür.“

Trump wittert Chance auf Friedensnobelpreis und sagt zu Macron: „Du bist der Größte“
Macron fragt erneut, ob er ihn zusammen mit den anderen europäischen Staatschefs in zwei Minuten zurückrufen könne. Trump sagt „ja“ und ergänzt in fast schläfriger Stimmlage: „Du bist der Größte, du bist der Größte.“ Das Video zeigt ein zweites Telefonat, wobei Macron diesmal mit Selenskyj, Kanzler Friedrich Merz, dem britischen Premierminister Keir Starmer sowie Polens Regierungschef Donald Tusk spricht. Dabei bekräftigt Macron gegenüber Trump: „Wir alle akzeptierten deine Bedingungen für einen Waffenstillstand.“ Selenskyj betont, dass man Russland neue Sanktionen auferlegen müsse, sollte Putin den Vorschlag nicht akzeptieren. „Ich denke, sie werden es akzeptieren“, antwortet Trump – und liegt falsch. Moskau lehnt den Vorschlag kurze Zeit später ab.
Macron : "Donald, je sais qu’il est très tôt ce matin pour vous..."
— France tv (@FranceTV) 16. Januar 2026
Séquence inédite filmée dans les coulisses diplomatiques européennes à Kiev le 10 mai 2025.
👉 « La guerre, Donald Trump et nous » mardi 20 janvier sur https://t.co/PaFR6Ej5Lf et France 2. pic.twitter.com/KOq8QEnKEH
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Trump betonte in der Vergangenheit immer wieder, dass er den Friedensnobelpreis verdient habe. Erst am Donnerstag hatte Venezuelas Oppositionspolitikerin und Preisträgerin María Corina Machado ihre eigene Medaille an Trump übergeben. Bereits zuvor hatte sie dem US-Präsidenten den Preis gewidmet.
Die schwedische Nobelstiftung stellte am Montag klar, dass verliehene Auszeichnungen nicht weitergegeben werden können. Wie tief die Kränkung sitzt, demonstrierte Trump ebenfalls am Montag in einem Statement rund die Drohungen, Grönland zu annektieren. So erklärte Trump in einer schriftlichen Mitteilung an den norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre, dass er sich nicht länger verpflichtet fühle, „ausschließlich an den Frieden zu denken“. Grund dafür sei, dass man ihm den Friedensnobelpreis nicht verliehen habe.



