Es gibt Arbeit, von der wirklich alle profitieren „Menschen, die Leistungen vom Staat bekommen, sollten eine Gegenleistung erbringen, bis hin zu gemeinnütziger Arbeit.“ Dieser Satz des künftigen Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, wird ganz sicher wieder die altbekannten Reflexe auslösen.

Heftige Zustimmung bei Populisten, die jedem Bürgergeldempfänger am liebsten den Besen in die Hand drücken würden, um deutsche Innenstädte zu säubern. Und empörte Ablehnung bei Linken, die jeden Gedanken an eine moderate Gegenleistung als Angriff auf die Menschlichkeit empfinden.

Jörg Quoos ist Chefredakteur der Funke Zentralredaktion.
Jörg Quoos ist Chefredakteur der Funke Zentralredaktion.

Arbeitslosigkeit raubt Selbstvertrauen und schwächt die Gesellschaft

Es wird Zeit, diese Debatte klug zu führen. Es kann nicht gut sein, dass Menschen über einen langen Zeitraum ohne Aufgabe bleiben. Es ist nicht gut für die Gesellschaft und auch nicht gut für das Individuum.

Ohne Aufgabe zu sein, heißt, Selbstvertrauen, Antrieb und gesellschaftliche Achtung zu verlieren. Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite erleben wir, wie wir als Gesellschaft daran scheitern, alle Risiken und Schicksalsschläge des Lebens mit staatlichen Leistungen abzudecken.

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Die Programme zur Pflege, Betreuung von einsamen Senioren oder vernachlässigten Kindern stoßen nicht nur finanziell, sondern auch personell an Grenzen. Hier gibt es eine große Lücke, die von Menschen, die Zeit haben, gefüllt werden kann. Zum Wohle der Gesellschaft und zum Wohle von Menschen, auf die unsere Leistungsgesellschaft viel zu oft herabblickt.

Es lohnt sich für die Politik, darüber ernsthaft nachzudenken und Ideen einzusammeln. Nicht gegen, sondern mit Bürgergeldempfängerinnen und -empfängern und allen Institutionen, die sie vertreten. Und die Populisten sollten bei dieser Debatte besser draußen bleiben.