Der Schlag der USA gegen Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro war überraschend präzise, schnell und gut ausgeführt. Und so wenig Mitleid man mit dem Autokraten in Caracas haben muss, so groß ist die Niederlage für das Völkerrecht, die internationale Gemeinschaft und den Multilateralismus. Auch die linken Regierungen Lateinamerikas müssen diesen gewaltsamen Sturz Maduros als Niederlage empfinden. Sie waren nie in der Lage oder wirklich willens, auf einen Machtwechsel in Venezuela zu drängen oder Maduro auch nur Einhalt zu gebieten.

Der Schlag gegen die Chavisten ist also ein Sieg der Stärke und des Stärkeren – in diesem Fall US-Präsident Donald Trump – und eine Pleite für die Diplomatie. Und das ist ein gefährliches Zeichen, denn all die anderen autoritären Machthaber der Welt, die selbst großen Machthunger haben, dürften nun aufhorchen.

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Angriff auf Venezuela: Die Welt ist jetzt ein unsicherer Ort

Was hindert Chinas Präsident Xi Jinping nach diesem Tag noch am Einmarsch in Taiwan? Warum sollte Russlands Gewaltherrscher Wladimir Putin darauf verzichten, die ganze Ukraine einzunehmen? Das Völkerrecht hat heute schließlich deutlich an Bedeutung verloren. Die Welt mag um einen unangenehmen Autokraten mit diktatorischen Zügen ärmer sein, aber sie ist ein wesentlich unsicherer Ort geworden.

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Klaus Ehringfeld ist freier Korrespondent und berichtet aus Südamerika.© privat | Pablo Castagnola

Wie es in Venezuela weitergeht, ist derweil völlig unklar. Es steht zu befürchten, dass sich Vizepräsidentin Delcy Rodríguez und der enge Machtzirkel zunächst an der Macht behaupten und es dann weitere Angriffe der USA gibt. Es könnte sein, dass die zahlreichen militärischen Akteure im Land wie die kolumbianische Guerilla, Drogengangs und Milizen wie die Hisbollah das Ölland in einen Bürgerkrieg stürzen. Gelingt es Trump nicht, dass Venezuela sich rasch stabilisiert, könnte er doch genötigt sein, Bodentruppen einzusetzen.