Bei dem Versuch, das ihm verhasste Regime von Nicolás Maduro in Venezuela an der empfindlichsten Stelle zu treffen – beim Öl –, hat US-Präsident Donald Trump just eine unerwartete Schlappe kassiert. Gemäß der Vorgabe Trumps, sanktionierte Öltanker aus Venezuela, die zum großen Teil nach China und Kuba gehen, „vollständig zu blockieren”, sollte am Wochenende die staatenlose „Bella 1” abgefangen werden. 

Die staatlose „Bella 1“ wollte sich nicht entern lassen

Die US-Küstenwache hatte einen Beschlagnahmungsbefehl erwirkt, weil das Schiff zuvor am verbotenen Ölhandel mit dem Iran beteiligt war. Allein, die Tankerbesatzung, die als Leertransport auf dem Weg nach Venezuela war und dort für einen Geschäftsmann aus Panama Öl laden sollte, wollte sich nicht entern lassen – sondern drehte einfach um.

Die Flucht aus der Karibik erstreckte sich über den gesamten Sonntag. Das Schiff, das 300 Meilen entfernt von Antigua und Barbuda gesichtet wurde, setzte dabei 75 Notrufe ab. 

USA setzen zweiten Öltanker vor Venezuela fest

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    Trump hat es auf das venezoelanische Öl abgesehen

    Weil Trump auf solche Misserfolge erfahrungsgemäß unfreundlich reagiert, wurde erwartet, dass der Präsident eine für Montagabend (europäischer Zeit) geneinsam mit Verteidigungsminister Pete Hegseth angesetzte Bekanntmachung ganz in den Dienst der Sache stellen würde und den Druck auf die Regierung in Caracas noch weiter erhöht.

    Damit sei klar, sagen Insider aus US-Regierungskreisen, dass der ursprüngliche Ansatz – die USA attackierten mit Raketenangriffen mutmaßliche Drogenschmugglerboote aus Venezuela, bei denen mehr als 100 Menschen getötet wurden, und beorderten eine gewaltige maritime Streitmacht in küstennahen Gewässern – überholt ist.

    In der Vordergrund rücke endgültig die wertvollste natürliche Ressource (Venezuela verfügt über die größten geschätzten Ölreserven der Welt), ohne die Maduro „wirtschaftlich und politisch Schiffbruch erleiden würde”, wie es in Washingtoner Denkfabriken heißt.

    Dass Trump es darauf abgesehen hat, machte der Präsident kürzlich mit der Bemerkung deutlich, wonach die USA unter seiner Führung den Zugang amerikanischer Energieunternehmen zur Ölförderung in Venezuela wiederherstellen wolle. 

    Venezuelas Präsident Nicolás Maduro
    Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro nennt die Politik der USA „Diebstahl“ und „Piraterie“.© Matias Delacroix/AP/dpa | Matias Delacroix

    Gemeint ist die Rückabwicklung der unter Maduro-Vorgänger Hugo Chávez verhängten Verstaatlichung. 2007 flogen die US-Ölmultis Exxon Mobil und ConocoPhillips aus dem Land. Stephen Miller, Trumps stellvertretender Stabschef, erklärte, dass die venezolanische Ölindustrie durch „amerikanischen Schweiß, Einfallsreichtum und harte Arbeit“ aufgebaut worden sei, und bezeichnete die Verstaatlichung Venezuelas als „tyrannische Enteignung“, die seiner Meinung nach den „größten jemals verzeichneten Diebstahl von amerikanischem Reichtum und Eigentum“ darstelle. Zur Zeit ist Chevron das einzige US-Ölunternehmen, das in Venezuela im Rahmen eines eng begrenzten Joint Ventures mit Petróleos tätig ist.

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    Karibik-Machtprobe: Venezuela – Invasion oder Säbelrasseln?
    Im Krisenmodus
     

    Trump will „gestohlene Ölverkommen“ zurück

    Maduros Regierung sieht in der einem kriegerischen Akt gleichkommenden Tankerblockade – mittlerweile sind drei Schiffe betroffen – den Auftakt von „Diebstahl“ und „internationaler Piraterie“. Mit Eskorten will man den eigenen Schiffen sicheres Geleit geben. Trump dagegen will den Druck auf Maduro aufrechterhalten, „bis sie alle Ölvorkommen, Ländereien und sonstige Vermögenswerte, die sie uns zuvor gestohlen haben, an die Vereinigten Staaten von Amerika zurückgeben“.