Wie oft die verschiedenen Flüchtlingsgruppen in Deutschland in den Kriminalstatistiken auftauchen, unterschiedet sich teilweise stark. So liegt der Anteil der ukrainischen Staatsangehörigen an den tatverdächtigen Zuwanderern im vergangenen Jahr nach Angaben des Bundeskriminalamts „weit unter ihrem Anteil an den in Deutschland aufhältigen Geflüchteten“. Dem am Montag veröffentlichten Bundeslagebild des BKA zur „Kriminalität im Kontext von Zuwanderung“ zufolge machen die Ukrainer 35,7 Prozent der Geflüchteten aus, ihr Anteil an den tatverdächtigen Zuwanderern liegt mit 12,8 Prozent aber deutlich darunter.

Ein umgekehrtes Bild ergibt sich demnach bei Geflüchteten aus den drei Maghreb-Staaten Algerien, Marokko und Tunesien: Sie stellen zusammen gut neun Prozent der tatverdächtigen Zuwanderer, sie machen jedoch nur 0,5 Prozent der Geflüchteten in Deutschland aus. Auch Geflüchtete mit georgischer Nationalität finden sich demnach überproportional häufig unter den tatverdächtigen Zuwanderern. Georgier tauchen in der Statistik nicht nur besonders häufig als mögliche Mehrfachtäter auf, sondern fallen auch im Bereich der Diebstahlsdelikte auf.

Syrer und Afghanen: Das steht über sie in den Kriminalitätsstatistiken

Als Zuwanderer zählt das BKA Asylbewerber, anerkannte Flüchtlinge, geduldete und ausreisepflichtige Personen. Bei Syrern und Afghanen, die im Zusammenhang mit in Deutschland begangenen Straftaten häufig in der Diskussion sind, entspricht der Anteil an den Tatverdächtigen in etwa dem an der Gesamtzahl der Geflüchteten.

Ein Grund für die Unterschiede in den Statistiken sind Alter und Geschlecht der Tatverdächtigen: Über die Hälfte der tatverdächtigen Zuwanderer war laut BKA-Statistik unter 30 Jahre alt und über drei Viertel waren männlich. Die Flüchtlinge aus der Ukraine sind überwiegend Frauen und Kinder. Viele der Geflüchteten aus Syrien und Afghanistan hingegen sind junge Männer, die auch bei deutscher Nationalität häufiger polizeibekannt werden als andere Altersgruppen.

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Das schlägt sich in den offiziellen Statistiken nieder: In der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das vergangenen Jahr wird angegeben, wie viele Personen einer Bevölkerungsgruppe ab acht Jahren pro 100.000 Einwohner als Tatverdächtige erfasst wurden. Lag diese im Bereich Gewaltverbrechen für Deutsche bei 163, waren es für Syrer 1740, für Afghanen 1722 und für Iraker 1606.

Die Anzahl der tatverdächtigen Geflüchteten an den Straftaten sank laut Lagebild 2024 um 3,6 Prozent. In der Statistik macht sich jedoch die Teillegalisierung von Cannabis bemerkbar, wodurch es weniger Fälle und Verdächtige gab. In den Bereichen Mord, Totschlag, fahrlässige Tötung waren rund zwölf Prozent aller Tatverdächtigen Zuwanderer. Auch bei Diebstahl, Vermögens- und Fälschungsdelikten lag ihr Anteil bei etwa zwölf Prozent. Bei Sexualstraftaten, sogenannten Rohheitsdelikten wie Körperverletzung und Rauschgiftdelikten waren zwischen acht und zehn Prozent der Verdächtigen Zuwanderer.

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Die Zahl der tatverdächtigen Zuwanderer in Fällen von Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit stieg im Vorjahresvergleich um knapp fünf Prozent. Auffällig ist dem BKA-Bericht zufolge die Beteiligung Geflüchteter an Straftaten der Organisierten Kriminalität. In fast jedem dritten Ermittlungsverfahren zu organisierter Kriminalität - etwa Drogen oder Schleuserkriminalität - wurden Zuwanderer als Tatverdächtige festgestellt.