Seit dem abrupten und chaotischen Abzug der westlichen Truppen aus Afghanistan im August 2021 sind die Taliban wieder an der Macht. Für viele Ortskräfte, die jahrelang etwa für die Bundeswehr, die Entwicklungshilfe oder deutsche Organisationen arbeiteten, ist damit ihr Leben bedroht – die Taliban sehen sie als Verräter. Deutschland hatte den afghanischen Ortskräften versprochen, sie hierzulande aufzunehmen. Doch die Aufnahmeverfahren verlaufen nur schleppend.
Vor diesem Hintergrund empfiehlt Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Muhammad Asif der Bundesregierung nun, den Taliban für deren Schutz Geld anzubieten. Viele von ihnen sind nach Pakistan geflohen und sitzen dort fest, weil Deutschland sie bisher nicht ins Land lässt; Pakistan droht daher mit Abschiebung zurück nach Afghanistan, wo die Radikalislamisten herrschen.
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„Natürlich kann man sie nicht einfach zurückschicken, damit sie am nächsten Tag in Afghanistan hingerichtet werden“, sagte Asif der „Welt“. „Wenn Deutschland das verhindern will, dann sollte es mit den Taliban verhandeln. Geld könnte helfen, die Sicherheit dieser Menschen in ihrer Heimat zu gewährleisten.“
Pakistan hat der Bundesregierung bis zum Jahresende Zeit für die Aufnahmeverfahren gegeben. „Wenn Deutschland sie nicht aufnimmt, dann werden wir sie abschieben. So ist das nun einmal“, sagte Asif.
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Gefährdete Afghanen: Kirche stellt 100.000 Euro für Klagen bereit
Am Dienstag waren aus Islamabad erneut Afghaninnen und Afghanen mit Aufnahmezusage per Charterflug nach Deutschland eingereist. Weitere Menschen mit einer Aufnahmezusage warten noch in der pakistanischen Hauptstadt auf eine Ausreise nach Deutschland. Insgesamt geht es um rund 2000 Menschen: Ortskräfte etwa der Bundeswehr und andere Menschen wie Richter oder Anwälte, die sich für ein demokratisch orientiertes System eingesetzt und den Taliban verhasst gemacht hatten.
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Die Evangelische Kirche in Deutschland teilte am Dienstag mit, 100.000 Euro aus Kollekten bereitzustellen, um Klagen gefährdeter Afghanen auf Aufnahme in Deutschland zu unterstützen.
pau/dpa








