Donald Trump verpasste seinem Vorgänger Joe Biden im Wahlkampf den wenig charmanten Spitznamen „Sleepy Joe“ – in Anspielung auf dessen zunehmende Trägheit im Alter. Biden war mit 82-Jahren am Ende seiner Amtszeit der älteste Präsident in der US-Geschichte. Doch diesen Titel könnte er sich bald mit Trump (79) teilen. Trumps fortgeschrittenes Alter und seine Gesundheit sind auch in Medienberichten inzwischen immer wieder Thema, zum Missfallen des Präsidenten.

Am Mittwoch regte sich Trump so sehr über einen Artikel der „New York Times“ auf, dass er sogar die Autorin persönlich beleidigte. Am Tag zuvor hatte die Zeitung einen Bericht darüber veröffentlicht, dass Trump weniger öffentlich auftrete als in seiner ersten Amtszeit und bei solchen Auftritten zudem gelegentlich Anzeichen von Müdigkeit zeige. 

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Der Republikaner bezeichnete die Zeitung daraufhin in einem Post auf seiner Plattform Truth Social als „KÄSEBLATT“ und „FEIND DES VOLKES“. Die „radikalen linken Verrückten“ der Zeitung wüssten, dass ihre Darstellung falsch sei. Die Journalistin Katie Rogers, die für den Artikel mit einem Kollegen zusammenarbeitete, beleidigte er als „drittklassige Reporterin, die sowohl innerlich als auch äußerlich hässlich ist“. 

Trump stellt sich seit Jahren als Opfer einer ihm gegenüber angeblich besonders kritischen und feindseligen Presse dar. Kritiker werfen ihm vor, mit seinen herabwürdigenden Kommentaren vor allem Journalistinnen zu diskreditieren. 

Donald Trump: der Teilzeit-Präsident?

Basierend auf einer eigenen Analyse von Trumps offiziellen Terminplänen kommt die „New York Times“ zu folgenden Schlüssen: Sein erstes geplantes Event starte durchschnittlich etwa anderthalb Stunden später am Tag als im ersten Jahr seiner ersten Amtszeit. Gleichzeitig würden seine Veranstaltungen zu einer vergleichbaren Zeit wie damals enden. Die Zahl seiner Auftritte bei offiziellen Veranstaltungen sank der Analyse der Zeitung zufolge um fast 40 Prozent im Vergleich zur ersten Amtszeit. 

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Die implizite Botschaft des Berichts: Trump wird träge. Dass der US-Präsident aber nicht unbedingt der Fleißigste ist, dürfte nicht überraschen. Während seiner ersten Amtszeit machten Medienberichte immer wieder seine vielen Golftrips zum Thema. Und die unternimmt Trump auch in seiner zweiten Präsidentschaft – trotz seines hohen Alters – immer noch gerne. Die Webseite „didtrumpgolftoday.com“, verzeichnet 72 Tage seit seinem zweiten Amtsantritt, an denen Trump beim Golfen war. 72 von 311 Tagen oder auch 23,2 Prozent seiner Präsidentschaft.

Trumps Gesundheit immer wieder Thema von Spekulationen

Nun könnte man zumindest meinen, das Golfen hält Trump fit. Doch in den vergangenen Monaten kam es auch immer wieder zu Spekulationen über Trumps Gesundheitszustand. Spätestens seit es zum Ende der Amtszeit von Trumps demokratischem Vorgänger Joe Biden große Zweifel an dessen mentaler Fitness gegeben hatte, steht die mentale und körperliche Fitness des Präsidenten unter genauer Beobachtung.

Die Hand des US-Präsidenten ist bei öffentlichen Auftritten immer wieder auffällig geschminkt.
Die Hand des US-Präsidenten ist bei öffentlichen Auftritten immer wieder auffällig geschminkt. © AFP | JIM WATSON

Auslöser für die Spekulationen über Trumps Gesundheit waren etwa Aufnahmen von - teils offenbar überschminkten - Blutergüssen an der Hand und geschwollen wirkenden Beinen. Trump erklärte die Blutergüsse mit häufigem Händeschütteln, seine Sprecherin Karoline Leavitt nannte zusätzlich auch noch die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten als Ursache. Vor ein paar Monaten teilte das Weiße Haus mit, Trump leide an chronischer Veneninsuffizienz – einer ungefährlichen Erkrankung der Beinvenen, die vor allem bei älteren Menschen vorkommt.

lro mit dpa