Die Geschichte des Klimaschutzes ist eine Erzählung über Frust, Egoismus und Naivität. Gipfeltreffen bringen seit Jahren kaum einen Durchbruch. Nationen stellen ihren eigenen Profit vor ein gemeinsames Vorgehen gegen die Erderwärmung. Und manche Regierungen glauben noch immer, die Menschheit käme irgendwie mit ihrer Petromaskulinität aus Schweröl und autoritären, dieselliebenden Präsidenten davon.
Nun ist die Klimakonferenz im brasilianischen Belém zu Ende. Auf einen gemeinsamen Fahrplan zum Ausstieg aus Kohl, Öl und Gas konnten sich die Länder nicht einigen. Mal wieder. Keine gute Nachricht für den Planeten. Der Schutz der Erde verpufft zwischen Mutlosigkeit und Machtlosigkeit. Eine Reihe von erdölreichen Staaten hat ein starkes und vor allem bindendes Schlussplädoyer verhindert. Auch ein Fahrplan zum Stopp der weltweit rasant steigenden Entwaldung fand keinen Platz.

Und doch: Dieser Gipfel in Brasilien ist auch eine Erzählung über Tapferkeit und Solidarität. Eine Koalition von mehr als 80 Ländern, darunter die EU und ihre Mitgliedstaaten, schließen sich in einem Bündnis zur Abkehr von fossilen Brennstoffen zusammen. Ein starkes Signal – das zeigt, dass Klimaschutz in dieser Zeit auch ohne die USA funktioniert. Und funktionieren muss.

Bis 2035 sollen reichere Länder 300 Milliarden Dollar pro Jahr an ärmere Staaten zahlen. Die Hilfe im Kampf gegen Überflutungen, Dürren und Stürmen wird verdreifacht. Das ist nur gerecht. Unser Wohlstand kostet. Und die Rechnung zahlen nun Staaten wie die Malediven, Tschad, Pakistan oder Jamaika. Dabei haben diese Länder allenfalls im Promillebereich zum Klimawandel beigetragen. Zeit, dass die „First World“ Verantwortung übernimmt. Deutschland sollte vorangehen.



