US-Präsident Donald Trump lässt gerade vor Venezuela eine mächtige Streitmacht auffahren. Das offizielle Ziel der zahlreichen Kriegsschiffe und mittlerweile wohl 12.000 Soldaten im Karibischen Meer: der Kampf gegen Drogendealer, die angeblich von Venezuela aus die USA infiltrieren würden. Während Experten noch spekulieren, ob die Armada nach Attacken auf kleinere Boote auch Ziele in Venezuela selbst angreifen wird, will Trump Angriffe auf weitere lateinamerikanische Länder nicht ausschließen.

Er unterstütze im Kampf gegen Kartelle und Drogenproduzenten aggressive Aktionen gegen Mexiko und Kolumbien, wie Trump am Montag vor Journalisten und in Anwesenheit des Fifa-Präsidenten Gianni Infantino sagte. Zusammen mit den Nachbarländern Mexiko und Kanada sollen die USA eigentlich die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ausrichten. „Würde ich einen Angriff auf Mexiko starten, um Drogen zu stoppen? Das wäre für mich okay“, antwortete der Republikaner im Weißen Haus auf die Frage eines Journalisten. In Mexiko gebe es „einige große Probleme“ mit dem Rauschgifthandel. 

President Trump Speaks At McDonald’s Impact Summit
Seit Wochen greift das US-Militär Boote mit angeblichen Drogenschmugglern in der Karibik und im Pazifik an. Präsident Donald Trump befeuert mit Andeutungen die Sorge vor weiteren Angriffen.© Getty Images via AFP | WIN MCNAMEE

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sprach Trump nur wenig später Kokain-Labore in Kolumbien an. „Würde ich diese Fabriken stilllegen? Ich wäre stolz darauf, es persönlich zu tun“, sagte Trump. „Ich habe nicht gesagt, dass ich es tun werde, aber ich wäre stolz darauf, es zu tun, denn wir würden Millionen von Leben retten.“

News aus den USA

Trump widerspricht US-Außenminister Rubio mit Spekulationen über Angriff auf Mexiko

Noch letzte Woche erklärte US-Außenminister Marco Rubio, dass es keine Militärintervention in Mexiko geben würde. Die Zusammenarbeit der zwei Länder sei auf einem Hoch. „Wir werden keine einseitigen Maßnahmen ergreifen oder amerikanische Streitkräfte nach Mexiko entsenden, aber wir können ihnen mit Ausrüstung, Schulungen, dem Austausch von Geheimdienstinformationen und mit allen möglichen Dingen helfen, wenn sie uns darum bitten“, zitiert Reuters Rubio.

Seit Wochen greift das US-Militär Boote mit angeblichen Drogenschmugglern in der Karibik und im Pazifik an. Am Sonntag machte das US-Südkommando einen neuen Angriff bekannt. Drei Männer – vermeintliche „Drogenterroristen“ – seien dabei getötet worden, hieß es. Das Boot habe Drogen im Ostpazifik transportiert.

Exklusiv aus den USA – für Sie recherchiert

Größter Flugzeugträger der Welt vor Venezuela aufgefahren

Das Pentagon hatte der Deutschen Presse-Agentur bestätigt, dass es bis Wochenanfang bereits 20 Angriffe mit insgesamt 79 Toten gab. Das Vorgehen stößt international auf Kritik. Die Vereinten Nationen riefen die US-Regierung zur Zurückhaltung auf. Drogen sorgen in den USA für große Probleme. Die US-Regierung macht für die Drogenschwemme Banden verantwortlich, die auch aus Venezuela kommen sollen.

Die Verlegung des größten Flugzeugträgers der US-Marine, der „USS Gerald R. Ford“, in das Gebiet hat Spekulationen darüber angeheizt, ob es der US-Regierung wirklich um den Kampf gegen den Drogenschmuggel geht - und nicht gar um einen Machtwechsel in Venezuela. Die Trump-Regierung beschuldigt Staatschef Nicolás Maduro, in den Drogenschmuggel in die USA verwickelt zu sein. Jüngst bestätigte Trump außerdem, dass er verdeckte Einsätze des US-Auslandsgeheimdienstes CIA in Venezuela freigegeben habe.

mit dpa und afp