Sie liebte vor allem seine Nase und beschrieb seine Augen als „blau wie eine Flamme”. Er war in ihren Mund vernarrt, wollte ein Kind von ihr und war bereit, „sich eine Kugel für sie einzufangen“. So steht es zu lesen in dem Buch „American Canto”, das bereits vor dem offiziellen Erscheinen am 2. Dezember einen kleinen Sturm im US-Blätterwald entfacht hat.
Denn sie ist Olivia Nuzzi, bis Herbst vergangenen Jahres einer der schillerndsten Jung-Reporterinnen im Washingtoner Politik-Betrieb. Er ist Robert F. Kennedy Jr., Gesundheitsminister im Kabinett Donald Trumps, verheiratet mit der Hollywood-Schauspielerin Cheryl Hines, bekannt aus der Serie „Curb Your Enthusiasm“.

Trumps Gesundheitsminister: Romanze mit Reporterin sorgte für Wirbel
Nuzzi und Kennedy trennen gut 40 Jahre. Was sie nicht darauf verzichten ließ, eine monatelange romantische Affäre via SMS und Telefon-Anrufen einzugehen, die nach dem Auffliegen das jähe Karriere-Ende für Nuzzi beim „New York Magazine” bedeutete. Obendrein cancelte ihr damaliger Partner Ryan Lizza, dereinst auch ein Journalist von Rang, die Verlobung.

Nuzzi wechselte die Küste, verkroch sich im kalifornischen Malibu und schrieb sich den Absturz der seltsamen digitalen Liebelei von der Seele, die zu keiner Zeit physisches Niveau erreicht habe: „Wir haben nie miteinander geschlafen.”
Minister auf Drogen-Trip?
Was die 32-Jährige zwischen die Buchdeckel gepresst hat, enthält einige Gold-Nuggets, an denen Kennedy, der seinerzeit alles abstritt, noch zu kauen haben dürfte. So schreibt Nuzzi, dass der 71-Jährige ihr gestanden habe, heimlich bewusstseinserweiternde Psychedelika wie DMT zu nehmen. Dimethyltryptamin ist der Wirkstoff in der Droge Ayahuasca. Sie wird seit Jahrhunderten von südamerikanischen Stämmen für rituelle und medizinische Zwecke verwendet.
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Wie sich das mit den Obliegenheiten eines Ministers verträgt, der Amerika nach eigenen Worten „wieder gesund machen will”, könnte vor Weihnachten eine Nachfrage der Demokraten im Kongress ergeben.
In ihrem Buch nimmt Nuzzi den Namen Kennedy nie zur Hand, spricht nur von „dem Politiker”. Und rundet das Ganze mit einer einprägsamen Charakterisierung ab: „Und was ist ein Politiker? Jeder Mann, der mehr geliebt werden will als andere Männer und durch sein Streben offenbart, warum er sich selbst nicht lieben kann.”

Kennedy habe ihr den Spitznamen „Livvy“ gegeben und früh und regelmäßig deklamiert: „Ich liebe Dich.” Bei Nuzzi dauerte es demnach etwas länger, bis sie sich gestand: „Ich liebe ihn, dachte ich. Oh nein. Ich liebe ihn so sehr.“
Kennedy nannte Frau Nuzzi „Livvy“
Als die Nachricht von ihrer Sexting-Affäre die Runde machte, soll Kennedy laut Nuzzi allerdings bizarr reagiert haben: „Wenn es nur um Sex geht, kann ich das überstehen“, sagte der Politiker ihr im September 2024 – offenbar eine Anspielung auf seine politischen Ambitionen an der Seite Trumps.
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Während Nuzzi mit ihrem Buch das Scheinwerferlicht sucht, schweigt Kennedy beharrlich, mutmaßlich auch wegen seiner Frau, die 2024 kurzzeitig die Scheidung erwogen haben soll.
„Ich äußere mich nie zu solchen Geschichten“, sagte der Sohn des 1968 ermordeten US-Justizministers Robert F. Kennedy, als er jüngst in einer TV-Sendung zu der Affäre befragt wurde. Von der „gemeinsamen Sprache, gemeinsamen Skepsis, gemeinsamen Vorstellungen davon, was schön ist, und gemeinsamen Überzeugungen darüber, was wertvoll ist“, wie Nuzzi in ihren Memoiren schwelgt, ist bei Kennedy nichts mehr zu spüren.





