Während im brasilianischen Belém die Welt über den Schutz des Klimas und des Amazonas-Regenwalds berät, sorgt ein Infrastrukturprojekt für Empörung. Mitten in den geschützten Regenwald wurde einzig für den UN-Klimagipfel COP30 eine vierspurige Autobahn gebaut, um den Verkehr für die mehr als 50.000 erwarteten Teilnehmer zu erleichtern. „Sie haben den brasilianischen Regenwald fast vollständig gerodet, um eine vierspurige Autobahn für Umweltschützer zu bauen. Das ist ein riesiger Skandal!“, schrieb US-Präsident Donald Trump bereits am Wochenende auf seiner Plattform „Truth Social“.
Auch wenn der ehemalige US-Präsident sonst mit seinen Ansichten oft aneckt, steht er mit seiner Kritik diesmal nicht allein da. In den sozialen Medien entlädt sich eine Welle der Empörung über die Rodung des Amazonas. Sowohl Klimaschützer als auch Klimaskeptiker prangern die Heuchelei an, Tausende von Bäumen für Autos zu fällen, um zu einem Gipfeltreffen über die Abholzung der Wälder zu gelangen. Der kanadische Klimaaktivist Mike Hudema schrieb unter anderem auf der Plattform X: „Wer dafür eine der weltweit wichtigsten Lösungen zum Klimaschutz zerstört, kann nicht Vorreiter im Klimaschutz sein.“
A new four-lane highway that cuts through tens of thousands of acres of protected Amazon rainforest was cut for the COP30 climate summit in the Brazilian city of Belém.
— Mike Hudema (@MikeHudema) November 6, 2025
You can't be a climate leader if you're cutting down one of the world's greatest climate solutions to do it.… pic.twitter.com/1tOtUiF3nK
Ein anderer Nutzer kommentierte den Bau der Autobahn auf X mit den Worten: „Nichts schreit so sehr nach Umweltschutz wie der Bau einer vierspurigen Autobahn mitten durch den Amazonas-Regenwald für die Klimakonferenz COP30.“

UN-Klimagipfel in Belém: Straßenbau wirft Schatten auf die COP30
Die umstrittene Schnellstraße entstand unweit des Stadtzentrums von Belém, das derzeit Zehntausende Delegierte aus aller Welt empfängt. Sie soll den Verkehr zwischen dem Flughafen, Konferenzgelände und Hotels entlasten und wurde deshalb in den Monaten vor Beginn der COP30 beschleunigt vorangetrieben.

Laut einer Umweltverträglichkeitsstudie kreuzt die Strecke mehrere Flüsse und Bäche, darunter Murutucu, Aurá und Pau Grande, die in den Fluss Guamá münden. Zudem liegt die Straße nur 500 Meter vom Utinga State Park entfernt und führt durch ein Gebiet mit archäologischer Bedeutung, etwa die Stätte Engenho do Murutucu.
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Die Regierung von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva verteidigte das Projekt im Vorfeld. Es handle sich um eine „nachhaltige Infrastrukturmaßnahme“ mit Wildtierbrücken, Solarbeleuchtung und Fahrradwegen.
Neben der Straße sorgen weitere Details für Kopfschütteln: Weil Belém nicht genügend Hotelbetten bietet, werden Tausende Delegierte auf Kreuzfahrtschiffen untergebracht. Eine Studie schätzt, dass dadurch zusätzliche rund 28.000 Tonnen CO₂ ausgestoßen werden. Außerdem wurde der Flughafen erweitert, neue Hotels errichtet und der Hafen modernisiert.




