Am Sonntagnachmittag hat ein 17-Jähriger bei einer Gedenkveranstaltung für die Opfer der Reichspogromnacht in Lahr (Schwarzwald) offenbar versucht, eine israelische Flagge in Brand zu setzen. Der junge Mann wurde kurz nach dem Vorfall im Zuge einer Fahndung festgenommen, teilte die Polizei mit.

17-Jähriger entwendet bei Gedenken an Novemberpogrome Israel-Flagge – und versucht, sie in Brand zu setzen

Der Vorfall ereignete sich gegen 16.30 Uhr: Etwa 15 Personen hatten sich im Friedrich-Ebert-Park versammelt, um der Opfer der Pogrome zu gedenken und gemeinsam zu beten. Eine Gruppe junger Männer störte die Zusammenkunft durch laute Rufe und Beleidigungen. Sie waren zufällig auf die Veranstaltung aufmerksam geworden.

Dann entwendete einer der jungen Männer eine Israel-Fahne und versuchte, sie anzuzünden. Auch ein 32 Jahre alter Mann wurde festgenommen, weil er die Teilnehmenden der Veranstaltung beleidigt haben soll. Nach einem dritten, bislang unbekannten Mann, der eine weitere Fahne beschädigt haben soll, wird gefahndet. Verletzt wurde niemand.

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In der Pogromnacht am 9. November 1938 brannten in ganz Deutschland Synagogen. Es wurden Geschäfte geplündert und zerstört. Jüdinnen und Juden wurden misshandelt, willkürlich verhaftet und ermordet.

Der 9. November ist ein geschichtsträchtiges Datum. Auf diesen Tag fielen neben der nationalsozialistischen Novemberpogrome 1938 auch die Ausrufung der ersten deutschen Republik 1918 sowie der Mauerfall 1989. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nahm bei einer Veranstaltung zum 9. November im Kampf gegen den Rechtsextremismus auch Parteien links der Mitte in die Pflicht.

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Weiterer Zwischenfall in Mecklenburg-Vorpommern

„Jeden Anlass zu nutzen, unliebsame Äußerungen pauschal als rechtsextrem zu diskreditieren“, sogar ein gemeinsames Lager mit den Rechtsextremen zu unterstellen, sei unklug, mahnte er. Die AfD nannte Steinmeier nicht namentlich, er bezog sich in seiner Rede aber mehrfach klar auf sie, etwa als er ein Parteienverbot die „Ultima Ratio“ der wehrhaften Demokratie, also ihr letztes Mittel, nannte. Es sei ein legitimes Instrument.

Auch in Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern wurde laut Polizei eine jüdische Gedenktafel von Unbekannten beschmiert. Die Kriminalpolizei ermittelt und sucht Zeugen zu dem Vorfall.

viv/dpa