Dick Cheney ist tot. Der US-Vizepräsident in der Amtszeit von George W. Bush (2001 bis 2009) ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Das hat seine Familie in einer Mitteilung bekanntgegeben. Laut US-Medienberichten erlag er den Folgen einer Lungenentzündung, sowie einer Herz- und Gefäßerkrankung.

Cheney galt als einer der einflussreichsten Vize-Präsidenten der US-Geschichte und als Architekt des „Krieges gegen den Terror“. Dieser trug dazu bei, dass die Vereinigten Staaten aufgrund falscher Annahmen den Irakkrieg (2003) führten. Der „War on Terror“ war eine Reaktion auf die Terroranschläge am 11. September 2001.

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Dick Cheney: Vom Stabschef zum Vizepräsidenten

Der 46. Vize-Präsident galt jahrzehntelang als eine polarisierende Persönlichkeit in Washington. In seinen letzten Lebensjahren wurde Cheney, der nach wie vor ein konservativer Hardliner war, jedoch aufgrund seiner heftigen Kritik an Präsident Donald Trump weitgehend aus seiner Partei ausgeschlossen. Cheney bezeichnete den aktuellen US-Präsidenten als „Feigling“ und größte Bedrohung für die Republik.

Cheney hat eine beeindruckende Karriere hingelegt: In den 1970ern war er Stabschef im Weißen Haus unter Gerald Ford, später Kongressabgeordneter, Verteidigungsminister unter George Bush senior (1989-1993) und dann nach Jahren in der Privatwirtschaft schließlich Vize unter Bush Junior.

Dick Cheney: Wie die Anschläge des 11. September sein Leben veränderten

Cheney war im Weißen Haus in Washington, während US-Präsident Bush am Morgen des 11. September 2001 nicht in der Stadt war. In dem schrecklichen Augenblick, als ein zweites entführtes Flugzeug das World Trade Center in New York traf, sagte er, sei er ein anderer Mensch geworden. Von nun an sei er entschlossen gewesen, die von Al-Qaida in Auftrag gegebenen Anschläge zu rächen und die Macht der USA im gesamten Nahen Osten mit einer neokonservativen Doktrin des Regimewechsels und der Präventivkriege durchzusetzen.

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Cheney litt fast sein ganzes Erwachsenenleben lang an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und überlebte eine Reihe von Herzinfarkten. Eine Herztransplantation im Jahr 2012 bezeichnete er in einem Interview 2014 als „das Geschenk des Lebens“.

Cheney wurde 1941 im US-Bundesstaat Nebraska geboren, später zog er mit seiner Familie nach Wyoming. Er studierte Politikwissenschaft und war Vater zweier Töchter. Seine Tochter Liz ist selbst in der US-Politik aktiv und zählt zu den prominentesten republikanischen Kritikern des ehemaligen Präsidenten Donald Trump.

dw/dpa