Wenn Politiker ein wichtiges Amt abgeben und sich aus dem Bundestag zurückziehen oder, wie im Fall von Ricarda Lang, nur noch als einfache Abgeordnete im Parlament sitzen, erlischt meist auch das Interesse der Öffentlichkeit und der Medien. Bei der Grünen Politikerin, die bis November 2024 gemeinsam mit Omid Nouripour den Bundesvorsitz ihrer Partei inne hatte, ist das anders.

Die 31-jährige Schwäbin ist derzeit auf vielen Bühnen präsent. Zuletzt sprach sie bei der Demonstration „Wir sind die Töchter“ vor der CDU-Parteizentrale in Berlin und kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz scharf für seine Aussagen zum „Stadtbild“. Für noch mehr Aufsehen sorgt sie aktuell allerdings mit Enthüllungen aus ihrem Privatleben. Mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ sprach sie unlängst über ihren Gewichtsverlust und in einem Podcast der „Süddeutschen Zeitung“ über die Liebe zu ihrem Ehemann Florian Wilsch sowie ihren Kinderwunsch.

Ricarda Lang wuchs in einem Frauenhaushalt auf

Auch auf Instagram hält Lang ihre 226.000 Followerinnen und Follower regelmäßig mit Nachrichten aus ihrem Privatleben auf dem Laufenden und verkündete vor wenigen Wochen beispielsweise stolz, dass sie nun auch ihr Jura-Studium an der Berliner Humbolt-Universität mit dem Bachelor abgeschlossen habe.

Im „Bild“-Podcast „MayWay“ spricht Lang nun erstmals ausführlich über ihr Verhältnis zu ihrem Vater, dem Bildhauer Eckhart Dietz (1933-2019). Der Künstler war deutlich älter als Langs Mutter. Als Ricarda 1994 geboren wurde, waren die beiden schon kein Paar mehr. Lang wuchs bei ihrer allein erziehenden Mutter, einer Sozialarbeiterin, im schwäbischen Nürtingen auf. Ihre Großmutter, eine Pfarrersfrau, lebte im selben Haus.

Ricarda Lang am 21. Oktober bei einer Demonstration vor dem Konrad-Adenauer-Haus in Berlin
Ricarda Lang am 21. Oktober bei einer Demonstration vor dem Konrad-Adenauer-Haus in Berlin© AFP | John Macdougall

„Kein klassisches Vater-Tochter-Verhältnis“

Der Kontakt zu ihrem Vater riss trotz der Trennung ihrer Eltern nie ab, berichtet die Grünen-Politikerin im „Bild“-Podcast. Lang sagt aber auch, dass ihr Vater als Künstler ganz auf seine Arbeit fixiert war. „Die Kunst war sein Leben, und da war auch nicht viel Raum für andere Dinge“, so die 31-Jährige. Ihr Vater sei „kein einfacher Mensch“ gewesen, erklärt Lang. „Ich glaube, wenn ich bei ihm aufgewachsen und bei ihm gelebt hätte, dann wäre das mit viel Verletzung verbunden gewesen.“

Trotzdem verbrachte Lang immer wieder Zeit mit ihrem Vater, besuchte ihn in seinem Atelier. Er habe sie an die Kunst heranführen wollen und hätte es auch gerne gesehen, wenn sie in seine Fußstapfen getreten wäre, berichtet Lang. Die Beziehung zu ihm sei „kein klassisches Vater-Tochter-Verhältnis, aber ein sehr enges“ gewesen, erzählt sie weiter. Lang findet abschließend sehr emotionale Worte. „Ich weiß, dass er mich sehr geliebt hat, und ich habe ihn sehr geliebt.“

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Zuletzt litt Eckhart Dietz an Alzheimer. Er starb im Januar 2019 mit 85 Jahren. In Erinnerung an ihn widmete Lang ihrem Vater vor zwei Jahren einen bewegenden Post auf Instagram.