Jahrelang hatte Frankreichs First Lady weggehört, wenn sie in den sozialen Medien mit sexistischen Kommentaren eingedeckt wurde. Doch nun hat Brigitte Macron genug: Am Montag begann in Paris auf ihr Betreiben, aber in ihrer Abwesenheit ein zweitägiger Prozess gegen acht Männer und zwei Frauen.
Sie hatten im Internet behauptet, die frühere Französisch- und Theaterlehrerin habe ihren 14-jährigen Schüler Emmanuel „verführt“, womit sie „pädophil“ gehandelt habe. Denn der nachmalige Staatspräsident sei damals noch minderjährig gewesen. Auch sei die heute 72-jährige Präsidentengattin eine Transfrau.
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Die französische First Lady fühlt sich gemobbt
Brigitte Macron erklärte in der Klageschrift, sie fühle sich durch die völlig unbelegten Kommentare regelrecht gemobbt: Bei jedem ihrer Auslandsbesuche an der Seite des Staatspräsidenten werde sie auf die Trans-Gerüchte angesprochen; das sei nicht nur für sie unerträglich, sondern schade auch dem Image ihres Landes.
Als die Gerüchtewelle bis in die USA gelangte, reagierten die Macrons endlich. Sie strengten zuerst eine Diffamierungsklage gegen zwei französische Verschwörungstheoretikerinnen an. Doch das Präsidentenpaar verlor den Prozess in zweiter Instanz: Das Berufungsgericht befand im vergangenen August, die Unterstellung, trans zu sein, stelle keine Diffamierung dar.

Wegen Onlineserie: Influencerin Candace Owens angeklagt
In dem neuen Prozess, der noch bis Dienstag dauert, versucht es Brigitte Macron mit dem Tatbestand des Cyber-Mobbings. Der Ausgang ist offen: Die Verteidigung der zehn Beschuldigten argumentiert jetzt natürlich, dass es sich gar nicht um Mobbing handeln könne, wenn der Vorwurf nicht diffamierend sei.
Wie auch immer haben die Macrons auch im US-Bundesstaat Delaware Klage gegen die Influencerin Candace Owens eingereicht. Sie vertreibt die Behauptungen millionenfach in einem Buch und einer Onlineserie namens „Becoming Brigitte“. In Frankreich profitiert die französische First Lady, die aus einer ersten Ehe drei Kinder hat und vorzugsweise im Badeort Le Touquet am Ärmelkanal lebt, anders als ihr Mann von einer hohen Popularität.
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Verschwörungssprache soll Frankreich destabilisieren
Die Zeitung Le Monde attestiert ihr einen „Albtraum ohne Ende“. Die joviale, öffentlich meist in Louis Vuitton gekleidete Präsidentengattin weiß, dass sie auch stellvertretend für ihren Mann angegriffen wird. Die amerikanische und russische Verschwörungssphäre versuche, „Frankreich zu destabilisieren“, erklärte der Pariser Autor Thomas Huchon am Montag.




