- In Sichtweiter der Insel Fehmarn liegt ein russisches Kriegsschiff vor Anker
- Die „Aleksandr Shabalin“ war schon vor Dänemark aufgetaucht
- Polizei und Bundeswehr beobachten das Landungsschiff
In der Ostsee ankert seit Sonntag ein russisches Kriegsschiff – in unmittelbarer Nähe zur deutschen Küste und einer wichtigen Schiffsroute. Recherchen der „Kieler Nachrichten“ zufolge beobachten Bundespolizei und Marine die Aktivitäten des Landungsschiffs „Aleksandr Shabalin“ vor der Lübecker Bucht mit Sorge. Von der östlichen Seite der Insel Fehmarn aus soll das rund 112 Meter lange Schiff sogar mit bloßem Auge erkennbar sein. Russland nutzt es zum wiederholten Male, um seine Präsenz vor der deutschen und dänischen Küste zu zeigen.
Auf dem Weg zur Lübecker Bucht sei das Landungsschiff vom Einsatzschiff „Bamberg“ der Bundespolizei sowie einem dänischen Patrouillenboot verfolgt worden, berichten die „Kieler Nachrichten“ (KN). Das Schiff steht im Verdacht, mit den Drohnenflügen über dänischen Flughäfen im September in Verbindung zu stehen. Damals entdeckten Journalisten die „Aleksandr Shabalin“, wie sie zwischen dänischen Inseln in Drohnenreichweite der Flughäfen ankerte.
Auch deshalb sind die Behörden jetzt wohl besonders vorsichtig. „Wir beobachten das Schiff sehr genau. Es darf dort liegen, da es außerhalb der deutschen Hoheitsgewässer liegt“, zitiert „KN“ Wulf Winterhoff, Sprecher der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt. Zur Beobachtung habe die deutsche Marine den Tender „Werra“ aus Kiel, ein Versorgungsschiff, abgestellt. Bereits im September lag die „Shabalin“ westlich von Fehmarn. Durch den Fehmarnbelt, eine Wasserstraße zwischen der Insel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland, verläuft auch eine wichtige Tankerroute.
Aktuelle News zum Ukraine-Krieg
Putins Landungsschiff in der Ostsee: Das ist die „Aleksandr Shabalin“
Die nach einem russischen Marinehelden benannte „Aleksandr Shabalin“ hat als Landungsschiff die Aufgabe, Soldaten, Fahrzeuge und Ausrüstung an Land zu bringen. Neben 340 Soldaten soll es auch Platz für zehn Panzer haben. Darüber hinaus ist es mit Geschützen, Raketenwerfern und Flugabwehr bewaffnet.

Das Schiff wurde 1985 in Danzig gebaut und gehört zur „Ropucha-Klasse“, auch bekannt als „Projekt 775“. Diese Klasse umfasst die großen Landungsschiffe der Sowjetunion, die zwischen 1975 und 1992 gefertigt wurden. Die Schiffe dieser Baureihe erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 18 Knoten (rund 33 Kilometer pro Stunde), sind etwa 112 Meter lang, 15 Meter breit und bringen bei voller Beladung rund 4000 Tonnen auf die Waage.
Russische Kriegsschiffe und Schattentanker in der Ostsee
„Wir sehen in letzter Zeit schon, dass die russische Marine in der Ostsee bestimmte Seegebiete durch Marineeinheiten ansteuert und sie dort positioniert“, kommentierte den Vorfall Johannes Peters, Abteilungsleiter der Abteilung Maritime Strategie und Sicherheit am Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel, gegenüber „KN“. Die Nähe zu den Seewegen sei dabei kein Zufall: „Man zeigt dort mit so einem großen Schiff einfach eine Präsenz in der Nähe der Seewege, die auch von Tankern genutzt werden.“
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Die russische Marine ist seit dem Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine besonders aktiv in der Ostsee, wohl auch um Russlands sogenannte „Schattenflotte“ zu schützten. Mit Hunderten Tankern und anderen Schiffen, teilweise im veralteten Zustand und unter falscher Flagge, versucht Russland die westlichen Sanktionen zu umgehen. Experten warnen vor erheblichen Gefahren für die Umwelt und Schifffahrtssicherheit durch die Scattentanker, Länder der Nato und der Europäischen Union sind alarmiert.






