Es würde die Schlag- und Abwehrkraft Kiews immens steigern und die militärische Antwort Moskaus womöglich verschärfen: Die Vereinigten Staaten von Amerika erwägen, der Bitte des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj um Tomahawk-Marschflugkörper nachzukommen. Damit soll die Ukraine in die Lage versetzt werden, tief im russischen Hinterland zuzuschlagen. Das bestätigten Vize-Präsident JD Vance wie auch der Sonderbeauftragte von Präsident Donald Trump für die Ukraine, Ex-Generalleutnant Keith Kellogg, in US-Medien.
Tomahawk-Marschflugkörper haben eine Reichweite von bis zu 2500 Kilometer. Eine Lieferung, die dem Vernehmen nach durch den Ankauf europäischer Nato-Staaten mit anschließendem Weitertransport an die Ukraine vonstattengehen könnte, würden die Fähigkeit der Ukraine, weit hinter den Frontlinien strategische Ziele in Russland zu erreichen, massiv verbessern. Trump wie auch sein Vorgänger Joe Biden hatten sich der Lieferung von Marschflugkörpern bisher verweigert; aus Sorge, dass die militärische Reaktion des Kreml eine neue Stufe der Eskalation auslösen könnte.
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Putin hörte nicht auf Trump– dieser macht nun eine Kehrtwende
Trump hat im Zuge seiner deutlichen Verstimmung über die Weigerung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, einen Waffenstillstand einzuleiten und über einen Friedensschluss mit der Ukraine zu verhandeln, besagte Zurückhaltung gedanklich offenbar aufgegeben. Keith Kellogg berichtete dem Sender Fox News, dass Trump der Ukraine grundsätzlich die Genehmigung erteilt habe, mit in den USA hergestellten Waffen Langstreckenangriffe gegen Russland durchzuführen.
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Mit ihrer enormen Drohnenflotte führt die ukrainische Armee bereits heute Langstreckenangriffe durch, insbesondere gegen die russische Öl-Industrie. Tomahawks würden die Fähigkeit, Russland enorme Schäden zuzufügen, nach Ansicht von Militär-Experten in Washington „noch erheblich vergrößern”.

US-Vizepräsident JD-Vance: Russland müsse „aufwachen und die Realität akzeptieren“
Vizepräsident JD Vance betonte, Trump habe noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Er deutete allerdings an, dass der Präsident zu dem Mittel greifen könnte, um die Blockadehaltung des Kreml zu brechen. Russland müsse „aufwachen und die Realität akzeptieren“, sagte Vance. „Wie viele Menschen sind sie noch bereit zu verlieren? Wie viele Menschen sind sie noch bereit zu töten, um einen sehr geringen, wenn überhaupt vorhandenen militärischen Vorteil zu erzielen?“
Der Verkauf von Tomahawks würde eine drastische Kehrtwende in Trumps Betrachtung der Lage auf dem Schlachtfeld bedeuten. Lange Zeit erklärte der US-Präsident, Moskau sei militärisch zu überlegen. Kiew müsse sich mit Gebietsabtretungen abfinden. Im Laufe der UN-Generalversammlung vor wenigen Tagen erklärte Trump nach einem Gespräch mit Selenskyj erstmalig, dass er glaube, die Ukraine sei in der Lage, verlorenes Land zurückzugewinnen. Russland bezeichnete er hingegen als „Papiertiger“.
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Der Kreml zeigt sich zunächst wenig beeindruckt
Der Kreml reagierte zurückhaltend auf die veränderte Lage. Putins Sprecher Dmitri Peskow: „Die Frage ist nach wie vor: Wer kann diese Raketen abfeuern? Können das nur die Ukrainer, oder müssen das amerikanische Soldaten tun? Wer legt die Ziele für diese Raketen fest? Die amerikanische Seite oder die Ukrainer selbst?“ Tomahawks würden die Lage an der Front nicht grundlegend ändern, betonte der Präsidenten-Sprecher: „Es gibt keine Wunderwaffe.“










