Auf der Social-Media-Plattform Threads tauchen derzeit massenhaft Posts auf, in denen Nutzerinnen und Nutzer als „Mitglieder der Antifa-Terrororganisation“ markiert werden. Was auf den ersten Blick alarmierend wirkt, ist in Wahrheit ein satirisches Social-Media-Phänomen – eine humorvolle, aber kritische Reaktion auf eine aktuelle politische Debatte in den USA.
In einem öffentlichen Statement hatte US-Präsident Donald Trump die Antifa als „inländische terroristische Vereinigung“ bezeichnet und umfangreiche Maßnahmen gegen die Bewegung gefordert. Der Schritt folgte als Reaktion auf das tödliche Attentat auf den rechtsextremen Aktivisten Charlie Kirk am 10. September. In einem darauf folgenden Dekret des US-Präsidenten wurde die Antifa als „militaristisch, anarchistisch“ beschrieben, die angeblich „Gewalt und Terrorismus“ einsetzt, um die Regierung zu stürzen und die Meinungsfreiheit zu unterdrücken.
Der Hintergrund der Vorwürfe: Bei der mutmaßlichen Tatwaffe wurden Patronen und Patronenhülsen gefunden, die Gravuren oder Aufschriften trugen. Auf dem Magazin der Waffe war „Bella Ciao“ eingraviert, der Titel eines antifaschistischen Kampflieds aus Italien. Der Song stammt aus dem Zweiten Weltkrieg und ist in den letzten Jahren wieder populär geworden, unter anderem durch die Netflix-Serie „Haus des Geldes“, in der anarchistische Gangster in roten Kostümen den spanischen Staat ausrauben. Die Gravur auf der Waffe wurde in den Medien und von Trumps Administration als politisches Symbol gedeutet, das eine Verbindung zu antifaschistischer Ideologie beziehungsweise zur Antifa herstellen soll.

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Trump wollte Antifa schon in erster Amtszeit als Terrorgruppe einstufen
Kritiker warnen, eine Einstufung als Terrororganisation könne als Vorwand genutzt werden, um abweichende Meinungen insgesamt zu unterdrücken und politische Rivalen mundtot zu nehmen. Der Begriff „Antifa“ steht für „antifaschistische Aktion“. Es handelt sich nicht um eine organisierte Gruppe mit Mitgliedern, sondern um eine lose Bewegung von Menschen, die sich gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Faschismus einsetzen. Jeder Mensch kann Antifaschist sein, unabhängig von Organisationen oder formalen Strukturen.
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Bereits in seiner ersten Amtszeit wollte Trump die Antifa als Terrororganisation einstufen. Der damalige FBI-Chef Christopher Wray hatte dem entgegengehalten, die Antifa sei „eine Bewegung oder eine Ideologie“ und keine Gruppe.
dpa/afp/kmh



![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)



