Die Verlockung ist offensichtlich: Kleidung, Elektronik, Konzerttickets – alles in Reichweite, mit wenigen Klicks, und das selbst dann, wenn man eigentlich kein Geld dafür hat. „Buy now, pay later“ heißt das Stichwort, also jetzt kaufen, später zahlen. Das Konzept haben Finanzdienstleister wie Paypal oder Klarna nicht erfunden, aber sie haben es ins Internet gebracht.
Klarna und PayPal: Die Minikredite summieren sich schnell
Und dort finden sie eine Kundengruppe, die das Angebot gern annimmt: Jugendliche und junge Menschen. Die haben im Schnitt nicht nur weniger Geld. Sie haben häufig auch weniger Erfahrung und Wissen in Finanzsachen und überblicken nicht immer, was der Klick auf den „Kaufen“-Knopf am Ende bedeutet. Denn später zahlen heißt nicht gar nicht zahlen. Und die Minikredite, die man mal eben abschließen kann, summieren sich schnell.
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Das zeigt sich inzwischen auch in den Zahlen. Laut dem Schuldneratlas der Creditreform hat die Überschuldung unter jungen Menschen zum zweiten Mal in Folge zugenommen und läuft damit dem Gesamttrend zu weniger Überschuldung entgegen. Die JugendTrendstudie verzeichnet mit 20 Prozent der Altersgruppe, die Schulden haben, einen Rekord unter den 14- bis 29-Jährigen. „Buy now, pay later“-Angebote haben an dieser Entwicklung nach Einschätzung von Experten einen erheblichen Anteil.
Mehr Finanzbildung wäre wichtig, nicht nur in der Schule
Dass die EU an dieser Stelle eingegriffen hat und in Zukunft auch für Kredite unter 200 Euro eine Bonitätsprüfung verlangt, ist deshalb richtig. Wer das Geld hat und schlicht lieber Raten zahlt, kann weiter einkaufen. Wer schon in der Kreide steht, wird dafür geschützt, noch tiefer reinzurutschen.

Wichtig wäre aber auch mehr Finanzbildung für junge Menschen, in der Schule, aber auch außerhalb. Damit die den nächsten Klick auf „Kaufen“ später nicht teuer bezahlen müssen.



