- Hanna Steinmüller hat im Bundestag eine Rede gehalten – mit ihrem Baby in einer Bauchtrage
- Die Grünen-Abgeordnete sieht in dem Auftritt auch ein politisches Signal
- Bundestagspräsidentin Julia Klöckner reagierte auf Instagram
Hanna Steinmüller, Grünen-Abgeordnete im Bundestag, hat ihre Rede zum Etat des Bauministeriums mit Baby in der Bauchtrage gehalten – und damit nach Angaben des Bundestags Geschichte geschrieben. „Erstmals stand heute eine Abgeordnete mit ihrem Baby am Redepult des Deutschen Bundestages“, teilte das Parlament auf seinem Instagram-Account mit. In einem Video war zu sehen, dass das Kind seinen Auftritt gelassen hinnahm und augenscheinlich schlief.
Steinmüller mit Baby im Bundestag: „Kinder gehören zum Alltag dazu“
Steinmüller, die Ende Dezember die Geburt ihres Nachwuchses bekanntgegeben hatte, hat ihr Kind zuvor bereits ins Plenum mitgenommen. Zum ersten Mal nahm sie es nun am Nachmittag in einer Babytrage vor den Bauch geschnallt auch mit ans Rednerpult. „Wilder Tag. Wir freuen uns erstmal am Feierabend, morgen ein paar Gedanken mehr zur Vereinbarkeit“, schrieb sie dazu am Abend in einer Instagram-Story und teilte dabei eine Aufnahme, wie sie in der Abenddämmerung einen Kinderwagen schiebt.

Im Gespräch mit dem „Tagesspiegel“ machte Steinmüller deutlich, dass ihr Auftritt im Bundestag nicht nur ein persönlicher Moment war, sondern auch ein politisches Signal: „Der Bundestag ist kein besonders familienfreundlicher Ort. Es gibt immer noch die Erwartungshaltung, dass Kinder den ganzen Tag wegorganisiert werden“, sagte die Grünen-Abgeordnete. Sie wolle aber zeigen, „dass Kinder zum Alltag dazugehören“ – auch im Parlament. Die 32-Jährige vertritt seit 2021 den Wahlkreis Berlin-Mitte im Bundestag.
Parlamentspräsidentin Julia Klöckner schrieb dazu ebenfalls in einer Story bei Instagram: „Mutter mit Säugling und Betreuungsherausforderung? Hanna Steinmüller hat das mit ihrem Kind bravourös gemeistert.“ Deshalb halte sie es auch für vertretbar, Säuglinge unter gewissen Umständen im Plenarsaal zuzulassen, schrieb die CDU-Politikerin.
mit dpa


