ZDF-Intendant Norbert Himmler hat die Moderatorin Dunja Hayali und den USA-Korrespondenten des Senders, Elmar Theveßen, gegen Anfeindungen in Schutz genommen. „Wir verteidigen hier die Pressefreiheit“, sagte er am Freitag in der Sitzung des ZDF-Fernsehrats in Mainz. „Wir müssen sagen können, was ist. Und wir stellen uns voll und ganz hinter unsere Kolleginnen und Kollegen.“ Die Mitglieder des ZDF-Aufsichtsgremiums verabschiedeten einstimmig eine Erklärung, in der überzogene Kritik und verbale Angriffe gegen Hayali und Theveßen zurückgewiesen werden.

Die beiden ZDF-Journalisten sahen sich wegen ihrer Einschätzungen über den ermordeten rechtskonservativen US-amerikanischen Aktivisten Charlie Kirk heftigen Vorwürfen bis hin zu Morddrohungen ausgesetzt. Theveßen hatte fälschlich gesagt, der streng gläubige Kirk habe die Steinigung Homosexueller befürwortet. Hayali war wegen ihrer Moderation eines Berichts über den Mordanschlag angefeindet worden. Sie hatte unter anderem gesagt, es sei nicht zu rechtfertigen, dass manche Gruppen Kirks Tod feierten - „auch nicht mit seinen oftmals abscheulichen, rassistischen, sexistischen und menschenfeindlichen Aussagen“. Nach Morddrohungen wie „hoffentlich erschießt dich einer, du Dreckslesbe“ kündigte sie an, sich vorerst aus den sozialen Medien zurückzuziehen.

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Himmler ging auf inhaltliche Kritik an Hayali und Theveßen nicht im Detail ein. „Unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten nach bestem Wissen und Gewissen und vor allem nach sehr hohen Qualitätsstandards“, sagte er. „Dennoch passieren immer wieder Fehler, es verrutschen mal Formulierungen, es geschehen Ungenauigkeiten. Da sind wir selbstkritisch.“ Einer ernsthaften Diskussion über die Berichterstattung im Zuge der zu erwartenden Programmbeschwerden werde sich das ZDF nicht verweigern.

Petition gegen Hass im Netz gestartet – über 150.000 Unterstützer

Als Reaktion auf die Angriffe startete Fernsehmoderatorin Ruth Moschner eine Petition gegen Hass im Netz, die innerhalb weniger Tage bereits 151.000 Unterstützerinnen und Unterstützer gefunden hat. Die Initiative richtet sich an Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) und an Meta-Deutschlandchef Tino Krause.

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Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner fordern unter anderem, dass Beleidigungen, Bedrohungen und Aufrufe zu Gewalt schneller verfolgt und soziale Plattformen stärker in die Pflicht genommen werden. Auch eine bessere personelle Ausstattung von Polizei und Justiz soll umgesetzt werden. Zu den Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichnern zählen die Autorin und Aktivistin Louisa Dellert, die Sängerin und Autorin Jennifer Weist sowie der Journalist und Kommunikationsexperte Marc Raschke.

mit epd