Das Verhalten einer seit 16 Jahren bei vollen Bezügen krankgeschriebenen Lehrerin ist laut NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) zwar „unakzeptabel“, aber eine Ausnahme. Ein „systemisches Problem“ gebe es nicht.
„Das zeugt von einem Fehlverhalten, das wir nicht tolerieren können“
„Mehr als 200.000 Lehrkräfte in NRW setzen sich tagtäglich mit hohem Engagement, Energie und Leidenschaft für eine gute Bildung unserer Kinder und Jugendlichen ein“, sagte Feller am Mittwoch im Schulausschuss des Landtags. Sie dürften nicht unter Generalverdacht gestellt werden. Man dürfe auch nicht mit dem Finger auf alle langzeiterkrankten Pädagoginnen und Pädagogen zeigen.
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Für das Verhalten der dauerhaft krankgeschriebenen Lehrerin aus Duisburg und für den Sachbearbeiter in der Bezirksregierung Düsseldorf, der jahrelang nicht eingriff, fand die Ministerin harte Worte. „Das zeugt von einem Fehlverhalten, das wir nicht tolerieren können. Wer so handelt, schadet dem Ansehen unserer Lehrkräfte, unseres Beamtentums und des gesamten Staates.“

Auch in der Schule gebe es einige wenige, die versuchten, die Behörden auszutricksen
Wie überall in der Gesellschaft gebe es auch im Schulsystem „einige wenige Menschen, die versuchen, Schulleitungen und Behörden auszutricksen“, sagte Feller. Sie müssten aufgespürt und bestraft werden.
Der Düsseldorfer Regierungspräsident Thomas Schürmann räumte Fehler seiner Behörde ein. „Es ist ein eklatantes Fehlverhalten, das so nicht hätte passieren dürfen. Uns ist bewusst, dass es geeignet ist, das Vertrauen in die Bezirksregierung und in die öffentliche Verwaltung zu gefährden“, sagte er. Gegen die Lehrkraft und den Sachbearbeiter laufen Disziplinarverfahren.
Noch ist unbekannt, wie viele Langzeiterkrankte ohne Amtsarzt-Prüfung es in NRW gibt
Informationen darüber, wie viele Lehrkräfte in NRW seit einem Jahr oder länger krankgeschrieben sind und nicht von Amtsmedizinern begutachtet wurden, habe die Landesregierung derzeit nicht. „Wir müssen dies abfragen“, sagte Feller. Laut einer Tabelle, die sie dem Ausschuss vorlegte, sind tendenziell mehr verbeamtete Lehrkräfte länger als einen Monat krank als angestellte Lehrer. Daraus könne aber nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, dass Beamte generell häufiger und länger krank seien als Angestellte. Das sei auch abhängig von der Schulform.
Die folgende Grafik zeigt einige Details zum Krankenstand der Lehrkräfte. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen: Der Anteil der tarifbeschäftigten Lehrkräfte an allen Lehrkräften liegt bei etwa 25 bis 30 Prozent, erklärt die Schutzgemeinschaft angestellter Lehrerinnen und Lehrer in NRW (Schall) auf Nachfrage dieser Redaktion.
FDP-Politikerin Müller-Rech: „Vermeintliche Kollegin hat sich einen schlanken Fuß gemacht“
FDP-Bildungsexpertin Franziska Müller-Rech betonte: „Es geht auch darum, die Lehrkräfte zu schützen, die jeden Tag, auch unter widrigen Bedingungen, zur Arbeit gehen. Die sind besonders empört darüber, dass sich hier eine vermeintliche Kollegin einen schlanken Fuß macht.“
Die Lehrerin aus dem Ruhrgebiet hatte seit 2009 keinen Dienst mehr geleistet und immer wieder Atteste vorgelegt, die aber nicht zur amtsärztlichen Untersuchung führten. Das passierte erst, nachdem Anfang 2025 eine andere Sachbearbeitung bei der Bezirksregierung den Fall übernommen hatte. Gegen die Anweisung zur amtsärztlichen Untersuchung hatte die Lehrerin in zwei Instanzen erfolglos geklagt und damit selbst die Scheinwerfer auf ihren Fall gelenkt.




