In Berlin gilt anlässlich der Beisetzung der verstorbenen Holocaust-Überlebenden und Berliner Ehrenbürgerin Margot Friedländer am heutigen Donnerstag eine hohe Sicherheitsstufe. Die Polizei wird mit vielen Einsatzkräften zum Schutz der Trauerfeier und einzelner hochrangiger Personen Präsenz zeigen, sagte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Trauerfeier auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee begann um 10 Uhr.
Zur Beerdigung kamen unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Olaf Scholz (SPD), Angela Merkel, Bundespräsident a.D. Joachim Gauck, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU), Ron Prosor, Botschafter des Staates Israel in Deutschland, Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU), Berlins ehemaliger Kultursenator Joe Chialo und Yehuda Teichtal, Rabbiner der jüdischen Gemeinde Chabad.

Bewgender Abschied von Margot Friedländer: „Sie haben uns einen Auftrag hinterlassen“
Bei der Trauerfeier sprach Gideon Joffe, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, die Eröffnungsworte. In seiner Rede wandte er sich direkt an die Verstorbene: „Liebe Frau Friedländer, Sie haben uns einen Auftrag hinterlassen“, sagte Joffe. „Er heißt schlicht und eindringlich: seid Menschen. Wir versprechen Ihnen, wir werden erinnern, wir werden sprechen und wir werden versuchen, Ihrem Wunsch gerecht zu werden, Menschen zu sein.“
Auch Sänger Max Raabe erwies Margot Friedländer die letzte Ehre – mit einem musikalischen Abschied. Bereits zu ihrem 103. Geburtstag hatte er ihr ein Ständchen gesungen. Bei der Trauerfeier singt Raabe erneut und wählt ein Lied, das gut zu Friedländers Lebenshaltung passte: „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück, und ich träum’ davon in jedem Augenblick. Irgendwo auf der Welt gibt’s ein bisschen Seligkeit, und ich träum’ davon schon lange lange Zeit.“

Margot Friedländer mit 103 Jahren gestorben – Hohe Sicherheitsvorkehrungen bei Beerdigung
Es gelte für die Polizei, einen würde- und respektvollen Rahmen für die Beerdigung zu schaffen und zugleich für die Sicherheit hochrangiger Personen zu sorgen, erklärte die Sprecherin weiter. Zu einzelnen Schutzmaßnahmen würden jedoch keine Angaben gemacht. Erst am Montag war es in der Stadt zu weitflächigen Sperrungen und umfassenden Sicherheitsvorkehrungen gekommen, als der israelische Staatspräsident Jitzchak Herzog seinen Staatsbesuch in Berlin absolvierte.
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Margot Friedländer war am vergangenen Freitag im Alter von 103 Jahren gestorben. Als Jüdin war sie in der NS-Zeit ins Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg emigrierte sie in die USA, kam aber im hohen Alter zurück in ihre Heimat Berlin. Seither setzte sie sich bei zahlreichen Veranstaltungen etwa an Schulen für Menschlichkeit und Demokratie, gegen das Vergessen der NS-Verbrechen und gegen Hass ein.
Für ihr Lebenswerk wurde Friedländer zur Ehrenbürgerin Berlins ernannt. Die Stadt würdigt sie nun mit einem Ehrengrab.

















