Zusammenfassung

  • NRW-Schulministerium empfiehlt restriktive Regeln für Handynutzung an Grundschulen und Förderschulen.
  • Konzentration und soziales Miteinander sollen auf diese Weise gefördert werden.
  • Weiterführende Schulen in NRW erhalten Empfehlungen und eine exemplarische Handyordnung, um die Nutzung zu regulieren.

NRW fordert die Schulen auf, sich bis zum Herbst „eigene altersgerechte Regeln“ für die private Handynutzung zu geben. Darüber hinaus empfiehlt das Schulministerium ein Handyverbot an Grundschulen und in der Primarstufe der Förderschulen, schreibt dies den Schulen aber nicht vor.

Handys gehören zum Lebensalltag junger Menschen - der Umgang benötige aber Regeln

„Ein zu hoher Medienkonsum beeinträchtigt die Konzentration im Unterricht und das soziale Miteinander in den Pausen“, ließ NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) am Dienstag mitteilen. Handys seien aus dem Leben junger Menschen nicht mehr wegzudenken. Umso wichtiger sei ein verantwortungsvoller und altersgerechter Umgang damit. Viele Schulen hätten sich bereits Regeln gegeben, und darauf könne man gut aufbauen.

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Mehrere Bundesländer haben schon die Handy-Nutzung an Grundschulen geächtet oder stehen kurz davor. Zuletzt hatte das Saarland Handys und Smartwatches an den dortigen Grundschulen für tabu erklärt.

Thema Handyverbot beschäftigt ganz Europa

Viele Staaten haben die Smartphone-Nutzung in Schulen längst verboten oder zumindest stark eingeschränkt. Frankreich die Niederlande und Italien sind hier voran geprescht. Dänemark plant ein gesetzliches Verbot für private Handys und Tablets in den Klassenzimmern und auf dem Schulgelände. Großbritannien diskutiert intensiv über solche Verbote. Im Grunde beschäftigt sich ganz Europa gerade mit diesem Thema.

Fachkräfteoffensive Nordrhein-Westfalen
„Ein zu hoher Medienkonsum beeinträchtigt die Konzentration im Unterricht und das soziale Miteinander in den Pausen“: NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU)© picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd

NRW belässt es bei einer Empfehlung: „Für die Grundschulen und in der Primarstufe an Förderschulen sollten wegen des Alters der Schülerinnen und Schüler restriktive Regeln zum Handygebrauch festgelegt werden. Das Schulministerium empfiehlt, die private Nutzung von Handys während des gesamten Schultags nicht zu erlauben.“  In Ausnahmefällen, etwa zur notwendigen Kommunikation mit Eltern oder aus medizinischen Gründen, blieben Sonderregelungen möglich.

Kein Verbot, aber eine „sehr deutliche Empfehlung“ für Grundschulen

Das es bei einer „sehr deutlichen Empfehlung“ bleibt, Handy an Grundschulen nicht zu nutzen, begründet das Ministerium damit, dass für ein echtes Handyverbot das Schulgesetz geändert werden müsse, denn es würde sich dabei um einen Eingriff in die Persönlichkeits- und Freiheitsrechte handeln. Schulministerin Feller behält sich härtere Schritte offenbar vor. Man werde die Wirkung der neuen Vorgaben im Auge behalten und gegebenenfalls nachsteuern.

NRW stellt insbesondere den weiterführenden Schulen Empfehlungen zu Handynutzung und eine „exemplarische Handyordnung“ zu Verfügung. Darin geht es unter anderem um die Handynutzung auf dem Schulgelänge und während der Pausen, um handyfreie Zonen und Sanktionen bei Regelverstößen. Lehrer, Schüler und Eltern sollten intensiv darüber diskutieren. Am Ende entscheide die Schulkonferenz.

SPD: „Schulministerin schiebt die Verantwortung den Schulen zu“

SPD-Schulexpertin Dilek Engin sprach von einem „landespolitischen Offenbarungseid“. Ministerin Feller schiebe die Verantwortung den Schulen zu, „statt selbst durch Erlass für alle Schulen in NRW einen einheitlichen Rahmen mit Regelungen zur Handynutzung während der Schulzeit zu erlassen“. Sie Schulleitungen seien ohnehin schon mit Verwaltungsaufgaben ausgelastet.

Die Schulexpertin der Liberalen im Landtag, Franziska Müller-Rech, sieht es anders: „Wir begrüßen, dass die Schulministerin kein pauschales Handyverbot erlässt und stattdessen die Schulgemeinschaften auffordert, eigene, altersgerechte Regeln für den Umgang mit digitalen Geräten zu entwickeln. Das stärkt die Eigenverantwortung und Partizipation an unseren Schulen.“ Allerdings müsse nun auch die „schleppende Digitalisierung“ an den Schulen vorangebracht werden.

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