Die Ukraine und Russland haben mit Friedensverhandlungen begonnen. Belarus könnte am Krieg teilnehmen. Mehr im Blog zum Ukraine-Krieg.

  • Die Ukraine und Russland führen Friedensverhandlungen
  • Russland wurde wegen Völkermord verklagt
  • Der Rubel fällt auf ein historisches Tief
  • Die Ukraine leistet erbitterten Widerstand und bremst das Vorrücken der russischen Truppen
  • In der Nacht zu Montag gab es erneut heftige Gefechte
  • Belarus könnte sich Berichten zufolge am Montag ebenfalls militärisch in den Krieg einmischen

Berlin/Kiew/Moskau. In der Ukraine wehren sich die Streitkräfte des Landes weiter erbittert gegen den russischen Vormarsch. In Kiew und der zweitgrößten Stadt Charkiw kam es in der Nacht zu Montag zu mehreren Explosionen, auch andere Städte sind unter Beschuss. Derzeit wird darüber spekuliert, dass auch Belarus in den Krieg gegen die Ukraine ziehen könnte. Dennoch haben die Ukraine und Russland am Montag mit Friedensverhandlungen begonnen.

Am Sonntag hatte Wladimir Putin die Nuklearstreitkräfte seines Landes in Alarmbereitschaft versetzt. Das ordnete der russische Präsident in einem vom Kreml verbreiteten Video an. "Die Spitzenpersönlichkeiten der führenden Nato-Staaten lassen aggressive Äußerungen gegen unser Land zu", sagte Putin. In der Nacht zu Montag sind die EU-Sanktionen gegen die russische Zentralbank in Kraft getreten.

News zum Ukraine-Konflikt von Montag, 28. Februar: Blog schließt

13.00 Uhr: Dieses Blog schließt. Neue Nachrichten zum Ukraine-Krieg lesen Sie in unserem aktuellen Newsblog.

Russisch-ukrainische Verhandlungen an Grenze zu Belarus begonnen

12.38 Uhr: Zwei Delegationen aus Russland und der Ukraine haben an der ukrainisch-belarussischen Grenze Friedensverhandlungen aufgenommen. Der belarussische Außenminister Wladimir Makej habe die Gespräche am Montag eröffnet, meldeten belarussische Staatsmedien und veröffentlichten Videos. Die Kampfhandlungen gingen trotzdem weiter.

Die ukrainische Regierung hatte zuvor einen "sofortigen Waffenstillstand" und den Abzug der russischen Truppen aus der Ukraine gefordert.

Ukraine verklagt Russland vor höchstem UN-Gericht wegen Völkermordes

11.47 Uhr: Die Ukraine hat beim höchsten UN-Gericht eine Völkermordklage gegen Russland eingereicht. Die Ukraine fordert Sofortmaßnahmen gegen Russland, wie der Internationale Gerichtshof am Sonntagabend in Den Haag mitteilte. Die Ukraine beruft sich nach Angaben des Gerichts auf die Konvention gegen Völkermord. Russland habe "fälschlicherweise behauptet", dass in Luhansk und Donezk Völkermord begangen werde und damit die Invasion begründet. Die Ukraine weise die Vorwürfe "mit Nachdruck" zurück, geht aus der Anklageschrift hervor.

Das Gericht soll nun in einem Dringlichkeitsverfahren erklären, dass "Russland keine rechtliche Grundlage hat", in und gegen die Ukraine vorzugehen. Ein Termin für eine Anhörung steht noch nicht fest. Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Klage bereits über Twitter angekündigt.

Moskau: Truppen nehmen Kernkraftwerk in Ukraine ein – Kiew dementiert

10.26 Uhr: Russische Truppen haben nach eigenen Angaben die Kontrolle über das ukrainische Kernkraftwerk in Saporischschja im Süden des Landes übernommen. Es ist das größte Atomkraftwerk Europas. Das Personal kontrolliere und warte die Anlage weiter, teilte Igor Konaschenkow, Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, am Montag mit. Das staatliche Unternehmen Energoatom dementierte die Darstellung. Es handele sich um eine Falschnachricht. Die Angaben sind nicht unabhängig zu überprüfen.

In einer Mitteilung von Energoatom hieß es: "Derzeit stehen alle vier Kernkraftwerke unter der Kontrolle der Ukraine und arbeiten normal. Energoatom ergreift alle erforderlichen Maßnahmen zum Schutz der Atomkraftwerke."

Eine ältere Aufnahme des Kernkraftwerks Saporischschja.
Eine ältere Aufnahme des Kernkraftwerks Saporischschja. © IMAGO / Ukrinform

Schweiz sorgt mit Kurs bei Russland-Sanktionen für Ärger in der EU

10.01 Uhr: In der EU besteht die Sorge, dass die Schweiz sich den westlichen Finanzsanktionen gegen Russland nicht vollständig anschließt und damit zu einem Ausweichquartier für russisches Geld wird. Der Kurs der Schweiz der vergangenen Tage und Wochen sorge für große Frustration, sagte eine EU-Diplomat am Montag in Brüssel. Es sei völlig unverständlich, wie man sich auf seine Neutralität berufen könne, wenn es um die Ahndung von Völkerrechtsbrüchen gehe.

Angaben aus dem Ministerrat zufolge bemüht sich die EU seit längerem, die Schweiz davon zu überzeugen, sich den Russland-Sanktionen vollständig anzuschließen, die beispielsweise ein Einfrieren von Devisenreserven und Vermögenswerten bestimmter russischer Finanzinstitute vorsehen. Bis zuletzt gab es jedoch keine konkreten Zusagen.

Der Schweizer Bundespräsident Ignazio Cassis hatte am Sonntag allerdings ein mögliches Einfrieren russischen Kapitals ins Gespräch gebracht. Zugleich machte er aber deutlich, dass eine endgültige Entscheidung über ein Einfrieren des Kapitals auf jeden Fall die Schweizer Neutralität berücksichtigen werde.

Ukraine: Delegation zu Verhandlungen an Grenze zu Belarus angekommen

9.59 Uhr: Eine ukrainische Delegation ist Angaben aus Kiew zufolge zu Verhandlungen mit Russland an der ukrainisch-belarussischen Grenze eingetroffen. Die Gruppe werde angeführt vom Fraktionsvorsitzenden der Präsidentenpartei Sluha Narodu (Diener des Volkes), David Arachamija, teilte das Präsidialamt in Kiew am Montag mit. Zur Delegation gehören zudem unter anderen Verteidigungsminister Olexij Resnikow, Präsidentenberater Mychajlo Podoljak und der stellvertretende Außenminister Mykola Totschyzkyj. Mitgeteilt wurde zudem: "Die Schlüsselfrage der Verhandlungen ist die unverzügliche Feuereinstellung und der Abzug der Truppen vom Territorium der Ukraine."

Der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski hatte zuvor versichert, dass Moskau interessiert an einer Einigung sei. Der genaue Ort der Verhandlungen war zunächst nicht bekannt.

Moskau: Verhandlungen mit der Ukraine kurz vor Beginn

9.42 Uhr: Die Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine sollen nach russischen Angaben um 10.00 Uhr (MEZ, Ortszeit 12.00 Uhr) beginnen. Das sagte der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski am Montag der Staatsagentur Tass. "Wir sind sofort nach ihrer Ankunft bereit für Verhandlungen." Die russische Delegation sei bereit, mit der ukrainischen Seite so lange zu verhandeln, bis eine Einigung erzielt werde. Als Ort des Treffens wurde die ukrainisch-belarussische Grenze vereinbart.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Donnerstagmorgen den Befehl zum Einmarsch ins Nachbarland gegeben. Der Westen reagierte darauf mit beispiellosen Sanktionen gegen Moskau.

Rubel fällt auf historisches Tief

8.26 Uhr: Russlands Zentralbank hebt den Leitzins mit einem Schlag von 9,5 Prozent auf 20 Prozent an. Das teilte die Notenbank am Montag laut russischen Nachrichtenagenturen mit. Mit dem Schritt reagiert die Notenbank auf die harten Sanktionen, die der Westen wegen des russischen Einmarsches in die Ukraine am Wochenende verhängt hatte.

Der Rubel war zuvor auf ein historisches Tief gegenüber dem US-Dollar gefallen. Die Währung verlor rund ein Viertel ihre Wertes.

Ukraine-Konflikt: Die Bilder des russischen Angriffs

Die Ukraine hat Reservistinnen und Reservisten zu den Waffen gerufen, hier vor einem Rekrutierungsbüro in Kiew.
Die Ukraine hat Reservistinnen und Reservisten zu den Waffen gerufen, hier vor einem Rekrutierungsbüro in Kiew. © Anastasia Vlasova/Getty Images
Ukrainische Soldaten nach einem Feuergefecht in der Hauptstadt Kiew
Ukrainische Soldaten nach einem Feuergefecht in der Hauptstadt Kiew © Emilio Morenatti/AP/dpa
Menschen suchen Schutz vor russischen Angriffen in der Metro von Kiew.
Menschen suchen Schutz vor russischen Angriffen in der Metro von Kiew. © Efrem Lukatsky/AP/dpa
Abgeschossener russischer Ka-52-Kampfhubschrauber bei Kiew. Um ein Flugfeld der Hauptstadt sind heftige Kämpfe entbrannt.
Abgeschossener russischer Ka-52-Kampfhubschrauber bei Kiew. Um ein Flugfeld der Hauptstadt sind heftige Kämpfe entbrannt. © Efrem Lukatsky/AP/dpa
Ukrainische Soldaten bereiten sich am 25. Februar auf die Verteidigung der Hauptstadt Kiew vor.
Ukrainische Soldaten bereiten sich am 25. Februar auf die Verteidigung der Hauptstadt Kiew vor. © Anastasia Vlasova/Getty Images
Fliehende Ukrainerinnen an einem Grenzübergang zu Polen. Das Nachbarland der Ukraine bereitet sich auf die Ankunft Tausender vor, die vor Putins Panzern auf der Flucht sind.
Fliehende Ukrainerinnen an einem Grenzübergang zu Polen. Das Nachbarland der Ukraine bereitet sich auf die Ankunft Tausender vor, die vor Putins Panzern auf der Flucht sind.
Menschen aus der Ukraine fliehen vor dem russischen Angriff mit ihrem Hab und Gut. Hier warten Fliehende an einem Grenzübergang zum EU-Staat Ungarn auf Einlass.
Menschen aus der Ukraine fliehen vor dem russischen Angriff mit ihrem Hab und Gut. Hier warten Fliehende an einem Grenzübergang zum EU-Staat Ungarn auf Einlass. © Janos Kummer/Getty Images
Ein ukrainischer Panzer auf dem Weg zur Front in der Region Luhansk, im Osten der Ukraine.
Ein ukrainischer Panzer auf dem Weg zur Front in der Region Luhansk, im Osten der Ukraine. © Anatolii STEPANOV / AFP
Menschen demonstrieren in Berlin gegen die russische Invasion und für eine Abkopplung Russlands vom internationalen Zahlungsverkehr.
Menschen demonstrieren in Berlin gegen die russische Invasion und für eine Abkopplung Russlands vom internationalen Zahlungsverkehr. © John MACDOUGALL / AFP
Auf diesem vom Pressedienst der ukrainischen Polizei veröffentlichten Foto inspizieren Feuerwehrleute die Schäden an einem Gebäude nach einem Raketenangriff auf ukrainische Hauptstadt Kiew.
Auf diesem vom Pressedienst der ukrainischen Polizei veröffentlichten Foto inspizieren Feuerwehrleute die Schäden an einem Gebäude nach einem Raketenangriff auf ukrainische Hauptstadt Kiew. © Uncredited/Ukrainian Police Department Press Service/AP/dpa
Polizisten führen einen Demonstranten in Moskau ab. Am Donnerstagabend gingen - verbotenerweise - Tausende Russinnen und Russen gegen den Krieg auf die Straße.
Polizisten führen einen Demonstranten in Moskau ab. Am Donnerstagabend gingen - verbotenerweise - Tausende Russinnen und Russen gegen den Krieg auf die Straße. © Kirill KUDRYAVTSEV / AFP
Das Brandenburger Tor in Berlin wird als Solidaritätsbekundung in den Landesfarben der Ukraine angestrahlt.
Das Brandenburger Tor in Berlin wird als Solidaritätsbekundung in den Landesfarben der Ukraine angestrahlt. © Funke Foto Service | Maurizio Gambarini
Polen bereitet sich auf Flüchtlinge aus der Ukraine vor und richtet erste Auffanglager ein.
Polen bereitet sich auf Flüchtlinge aus der Ukraine vor und richtet erste Auffanglager ein. © JANEK SKARZYNSKI / AFP | JANEK SKARZYNSKI / AFP
Eine Ukrainerin, die bei einer Explosion in der Ostukraine verletzt wurde.
Eine Ukrainerin, die bei einer Explosion in der Ostukraine verletzt wurde. © Aris Messinis / AFP
Eine Frau hält ihre Katze in einem Unterstand während des russischen Beschusses in Mariupol, Ukraine.
Eine Frau hält ihre Katze in einem Unterstand während des russischen Beschusses in Mariupol, Ukraine. © Evgeniy Maloletka/AP/dpa
Eine beschädigte ukrainische Militäreinrichtung brennt nach russischem Beschuss außerhalb von Mariupol, Ukraine.
Eine beschädigte ukrainische Militäreinrichtung brennt nach russischem Beschuss außerhalb von Mariupol, Ukraine. © Evgeniy Maloletka/AP/dpa
Schwarzer Rauch steigt von einem Militärflughafen in der ostukrainischen Stadt Tschuhujiw auf, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.
Schwarzer Rauch steigt von einem Militärflughafen in der ostukrainischen Stadt Tschuhujiw auf, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. © Aris Messinis/AFP
Bei dem Angriff Russlands beschädigte Radaranlagen und Ausrüstung des ukrainischen Militärs in der Stadt Mariupol südlich von Donezk.
Bei dem Angriff Russlands beschädigte Radaranlagen und Ausrüstung des ukrainischen Militärs in der Stadt Mariupol südlich von Donezk. © dpa | Sergei Grits
Nach dem russischen Angriff auf die ukrainische Stadt Tschuhujiw wartet ein verletzter Zivilist auf die Behandlung durch den Notarzt.
Nach dem russischen Angriff auf die ukrainische Stadt Tschuhujiw wartet ein verletzter Zivilist auf die Behandlung durch den Notarzt. © AFP | Aris Messinis
Die ukrainische Feuerwehr im Einsatz in der Stadt Tschuhujiw, wo in Folge des Angriffs Gebäude in Brand gerieten.
Die ukrainische Feuerwehr im Einsatz in der Stadt Tschuhujiw, wo in Folge des Angriffs Gebäude in Brand gerieten. © AFP | Aris Messinis
Fragmente eines Flugkörpers liegen auf einem Spielplatz neben Wohnhäusern im ukrainischen Charkiw nach einem offensichtlichen russischen Angriff.
Fragmente eines Flugkörpers liegen auf einem Spielplatz neben Wohnhäusern im ukrainischen Charkiw nach einem offensichtlichen russischen Angriff. © dpa | Andrew Marienko
Kiew: Passanten stehen vor einer Hülse, die mutmaßlich von einer Rakete stammt.
Kiew: Passanten stehen vor einer Hülse, die mutmaßlich von einer Rakete stammt. © Sergei SUPINSKY / AFP
Menschen stehen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew Schlange vor einem Geldautomaten.
Menschen stehen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew Schlange vor einem Geldautomaten. © Efrem Lukatsky/AP/dpa
Der russische Staatschef Wladimir Putin hat in einer Fernsehansprache in der Nacht zu Donnerstag eine
Der russische Staatschef Wladimir Putin hat in einer Fernsehansprache in der Nacht zu Donnerstag eine "Militäroperation" in der Ukraine angekündigt. © imago images/Russian Look
Arbeiter in Kiew laden die Überreste einer eingeschlagenen Rakete der russischen Armee auf einen Lastwagen.
Arbeiter in Kiew laden die Überreste einer eingeschlagenen Rakete der russischen Armee auf einen Lastwagen. © dpa | Efrem Lukatsky
Ukrainerinnen und Ukrainer erreichen mit einem Zug aus Odessa die polnische Stadt Przemysl.
Ukrainerinnen und Ukrainer erreichen mit einem Zug aus Odessa die polnische Stadt Przemysl. © Getty Images | Omar Marques
Volle Straßen in Kiew am 24. Februar 2022: Bewohnerinnen und Bewohner verlassen nach Beginn der russischen Angriffe die Hauptstadt der Ukraine.
Volle Straßen in Kiew am 24. Februar 2022: Bewohnerinnen und Bewohner verlassen nach Beginn der russischen Angriffe die Hauptstadt der Ukraine. © Chris McGrath/Getty Images
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wendet sich in einem Video an sein Volk und ruft das Kriegsrecht aus. Er forderte die Ukrainer zudem auf, zu Hause zu bleiben und nicht in Panik zu geraten.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wendet sich in einem Video an sein Volk und ruft das Kriegsrecht aus. Er forderte die Ukrainer zudem auf, zu Hause zu bleiben und nicht in Panik zu geraten. © Ukrainian Presidential Press Office/AP/dpa | Efrem Lukatsky
Der russische Angriff auf die Ukraine hat begonnen: Auf diesem Bild aus Kiew sind Rauch und Flammen in der Nähe des Flusses Dnjepr zu sehen.
Der russische Angriff auf die Ukraine hat begonnen: Auf diesem Bild aus Kiew sind Rauch und Flammen in der Nähe des Flusses Dnjepr zu sehen. © Mary Ostrovska/Mary Ostrovska/AP/dpa
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Schwesig: Stiftung für Nordstream-Bau soll aufgelöst werden

7.39 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat angekündigt, dass die für den Bau der Pipeline Nord Stream 2 gegründete Landes-Stiftung aufgelöst werden soll. "Ich habe den Vorstand der Stiftung gebeten, die Arbeit der Stiftung ruhen zu lassen und im Rahmen der engen rechtlichen Möglichkeiten eine Auflösung der Stiftung auf den Weg zu bringen", schrieb sie am Montagmorgen auf Twitter. Es soll zudem geprüft werden, "ob es rechtlich möglich ist, die von Nordstream zur Verfügung gestellten Stiftungsgelder für humanitäre Zwecke einzusetzen".

Zuletzt hatte Schwesig sich immer wieder vehement für die Fertigstellung und rasche Inbetriebnahme der Gasleitung durch die Ostsee eingesetzt und zur Unterstützung des Pipeline-Baus eine heftig umstrittene Landes-Stiftung gegründet. Diese Klima- und Umweltstiftung wird vor allem vom russischen Staatskonzern Gazprom finanziert.

Das Land habe in den vergangenen Jahren auf Dialog und auf den Austausch mit Russland in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und zwischen jungen Menschen aus beiden Ländern gesetzt, schrieb Schwesig weiter. "Umso schmerzhafter ist für uns die aktuelle Entwicklung." Mit dem Einmarsch in die Ukraine sei die Zusammenarbeit auf regionaler Ebene jedoch unmöglich geworden. "Wir haben deshalb die Partnerschaft mit dem Leningrad Oblast ruhend gestellt."

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Kreml-Website nicht erreichbar – "Anonymous" meldet Hackerangriff

7.11 Uhr: Die Website des Kreml ist seit Sonntagmorgen nicht aufrufbar. Das teilte die Hackergruppe "Anonymous" bei Twitter mit. Das Hacker-Kollektiv hatte Kremlchef Wladimir Putin mit Cyber-Angriffen wegen des russischen Einmarsches in die Ukraine gedroht. Lesen Sie mehr: Wie Anonymous-Hacker im Kampf gegen Putin mitmischen

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Russlands Fluggesellschaft Aeroflot setzt Flüge nach Europa aus

7.05 Uhr: Die russische Fluggesellschaft Aeroflot setzt ab Montag alle Flüge nach Europa aus. Das sei eine Reaktion auf die Luftraumbeschränkungen der Europäischen Union für Russland, wie die russische Agentur Interfax meldete. Weiterhin sollen russische Staatsbürger aus Europa nach Russland ausgeflogen werden, wie das russische Außenministerium und die russische Luftverkehrsbehörde laut der Staatsagentur Tass mitteilten.

Wie Tass weiter berichtet, sollen sich derzeit rund 27.000 russische Staatsbürger in Ländern aufhalten, aus denen ein Rückflug nach Russland nicht mehr ohne weiteres möglich ist.

Zuvor hatten Deutschland und alle EU-Staaten als Reaktion auf den Angriff auf die Ukraine entschieden, den Luftraum für russische Maschinen zu sperren. Das deutsche Verbot gilt laut Bundesverkehrsministerium bereits seit Sonntagnachmittag für Flüge nach Deutschland sowie Überflüge. Die Regelung, die zunächst für drei Monate geplant ist, greift nicht bei humanitären Flügen oder Überflügen. Die Lufthansa meidet bereits seit Samstagabend den russischen Luftraum und ändert ihre Flugpläne.

Saudi-Arabien hält trotz Ukraine-Kriegs an Öl-Partnerschaft mit Russland fest

7.02 Uhr: Saudi-Arabien hat trotz des russischen Angriffskriegs in der Ukraine sein Festhalten an der Öl-Allianz mit Russland im Rahmen der Opec+ bekräftigt. Bei einem Gespräch mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron habe der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman "die Bereitschaft des Königreichs, die Ölmärkte zu stabilisieren und auszugleichen, sowie das Engagement des Königreichs für das Opec+ Abkommen" betont, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA am Sonntag.

Die Opec+ besteht aus den 13 Mitgliedsländern der von Saudi-Arabien angeführten Opec sowie ihren zehn Partnern, zu denen etwa Russland gehört. Durch Absprachen bei den Fördermengen versuchen diese Länder, die Ölpreise zu beeinflussen.

Ukraine-Krieg – Hintergründe und Erklärungen zum Konflikt

Gesperrter Luftraum – Lawrow kann wohl nicht zu UN-Treffen fliegen

6.56 Uhr: Der russische Außenminister Sergej Lawrow kann wegen der Sperrungen des EU-Luftraums für russische Flugzeuge wohl nicht zu der Sitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf reisen. Das Sekretariat der Vereinten Nationen könne die Teilnahme der russischen Delegation nicht gewährleisten, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, nach Angaben der Agenturen Tass und Interfax am Sonntagabend im russischen Staatsfernsehen.

Deutschland und alle EU-Staaten hatten am Sonntag als Reaktion auf den Angriff auf die Ukraine entschieden, den Luftraum für russische Maschinen zu sperren.

Der UN-Menschenrechtsrat kommt am Montag in Genf zu seiner regulären Frühjahrssitzung zusammen. Lawrow stand ursprünglich für Dienstag auf der Rednerliste. Im UN-Menschenrechtsrat befassen sich 47 Länder, die für jeweils drei Jahre von der UN-Vollversammlung gewählt werden, mit der Menschenrechtslage in aller Welt. Zurzeit gehören dazu Russland und die anderen vier permanenten Mitglieder des Weltsicherheitsrats sowie die Ukraine und Deutschland.

Ursula von der Leyen spricht sich für EU-Beitritt der Ukraine aus: "Sie sind einer von uns"

6.51 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben bei einem Telefonat mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen über den möglichen EU-Beitritt der Ukraine sowie die Lage im Land gesprochen. "Wir sprachen über konkrete Entscheidungen zur Stärkung der Verteidigungskapazitäten der Ukraine, über Makrofinanzhilfe und die Mitgliedschaft der Ukraine in der EU", twitterte Selenskyj in der Nacht zu Montag.

Von der Leyen hatte sich am Sonntag für einen EU-Beitritt der Ukraine ausgesprochen. Auf die Frage einer Reporterin des Senders Euronews nach einer Aufnahme des Landes in die Gemeinschaft sagte sie: "Im Laufe der Zeit gehören sie tatsächlich zu uns. Sie sind einer von uns und wir wollen sie drin haben." Zuvor hatte Selenskyj auf die Entscheidung gedrängt.

Ebenfalls in der Nacht zu Montag telefonierte Selenskyj nach eigenen Angaben auch mit dem britischen Premier Boris Johnson sowie mit dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda über die aktuelle Sicherheitslage in der Ukraine.

Ursula von der Leyen (CDU), Präsidentin der Europäischen Kommission, kündigte an, dass die EU gegen die Verbreitung russischer Propaganda vorgehen will.
Ursula von der Leyen (CDU), Präsidentin der Europäischen Kommission, kündigte an, dass die EU gegen die Verbreitung russischer Propaganda vorgehen will. © dpa

Schweiz will Einfrieren russischer Gelder erörtern

6.44 Uhr: Der Schweizer Bundespräsident Ignazio Cassis hat überraschend ein mögliches Einfrieren russischen Kapitals ins Gespräch gebracht. Es sei "sehr wahrscheinlich", dass der Bundesrat bei seiner außerordentlichen Sitzung an diesem Montag beschließen werde, russische Vermögenswerte in der Schweiz einzufrieren, sagte Cassis nach einem Bericht der Schweizer Nachrichtenagentur SDA am Sonntagabend im Westschweizer Fernsehen. Auch die Möglichkeit, den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu sanktionieren, müsse auf den Tisch. Eine endgültige Entscheidung über ein Einfrieren des Kapitals werde aber auf jeden Fall die Schweizer Neutralität berücksichtigen.

Kurz zuvor hatte Cassis noch unter Verweis auf die Neutralität seines Landes gesagt, die Schweiz werde ungeachtet der russischen Invasion in der Ukraine keine Sanktionen verhängen. Die Schweiz ist ein besonders wichtiger Finanzplatz für Russen. Nach Zahlen der Nationalbank lagen im vergangenen Jahr auf Schweizer Konten russische Vermögenswerte im Wert von rund 15 Milliarden Franken (14,5 Mrd Euro). Jedes Jahr sollen weitere Milliardenbeträge in die Schweiz fließen. Oligarchen wie Putin-Freund Gennadi Timtschenko leben dort.

Zentrale Lebensmittelverteilung in ukrainischen Städten

6.38 Uhr: In Kiew und anderen ukrainischen Städten sollen nach dem Angriff durch Russland zentrale Verteilungspunkte für Lebensmittel eingerichtet werden. Daran arbeite man zusammen mit dem Wirtschaftsministerium, teilte das ukrainische Ministerium für Infrastruktur mit. Es gebe allerdings noch Probleme mit der Logistik, wie die Agentur Ukrinform am frühen Montagmorgen berichtet.

Das Ministerium schrieb, alle Ausgangs- und Zufahrtsstraßen würden von der Ukraine kontrolliert. Das ließ sich nicht unabhängig prüfen. Es werde außerdem an der Einrichtung sogenannter grüner Korridore gearbeitet, die nach Angaben des Ministeriums den Warenverkehr sicherstellen sollen.

Ukrainische Armee meldet rund 4500 tote russische Soldaten

6.35 Uhr: Die Verluste der russischen Armee steigen nach ukrainischen Angaben weiter. Seit Beginn des Krieges mit der Ukraine soll die russische Seite einen "Verlust" von etwa 4500 Soldaten zu verzeichnen haben, wie der ukrainische Generalstab am Sonntagabend erklärte. Außerdem seien Hubschrauber, Panzer und weitere militärische Fahrzeuge zerstört worden. Die Angaben ließen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen. Russland räumte eigene Opfer beim Krieg gegen die Ukraine ein, ohne jedoch Zahlen zu nennen.

Ukraine: Offensive gegen Kiew wird fortgesetzt

6.23 Uhr: Die russische Offensive gegen die ukrainische Hauptstadt Kiew wird nach Angaben des ukrainischen Militärs fortgesetzt. Im Norden Kiews habe die russische Armee versucht, eine Pontonbrücke zu bauen, um den Fluss Irpin zu überqueren, schrieb der ukrainische Generalstab in der Nacht zu Montag auf Facebook. Ein weiterer Versuch, die Stadt Irpin kurz vor Kiew zu erobern, sei erfolglos gewesen, hieß es weiter. Die Informationen konnten nicht unabhängig geprüft werden. Lesen Sie auch: So spielt Putin im Ukraine-Krieg mit der Angst vor Atomwaffen

EU plant vereinfachte Aufnahme von Ukraine-Flüchtlingen

6.11 Uhr: Die EU will ein unbürokratisches Verfahren zur Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine schaffen. Nach einem Sondertreffen der EU-Innenminister sprach sich die zuständige EU-Kommissarin Ylva Johansson am Sonntagabend dafür aus, eine entsprechende EU-Richtlinie aus dem Jahr 2001 zu aktivieren. Gemeint ist die sogenannte Massenzustrom-Richtlinie, die Kriegsflüchtlingen ohne ein aufwendiges Asylverfahren Schutz in der EU garantiert. Unterstützung findet die Aktivierung dieser Richtlinie auch beim Vorsitzenden des EU-Innenminister-Rates, dem französischen Ressortchef Gérald Darmanin.

Darmanin kündigte an, das Thema auf die Tagesordnung des nächsten regulären Treffens der EU-Innenminister am Donnerstag zu setzen. Er hofft dort auf eine qualifizierte Mehrheit für die Aktivierung des Mechanismus. Johansson, die bis dahin einen konkreten Vorschlag vorlegen will, sagte, beim Treffen am Sonntag habe sich die Mehrheit der Ministerinnen und Minister für die Aktivierung der Richtlinie ausgesprochen. Nicht alle seien der Auffassung, dass jetzt schon der richtige Zeitpunkt dafür sei. Widerstand gegen die Aufnahme von Ukrainern hat es Johansson und Darmanin zufolge aber nicht gegeben.

Biden will am Montag mit Verbündeten über Ukraine-Krieg konferieren

6.02 Uhr: US-Präsident Joe Biden wird am Montag eine Telefonkonferenz mit Verbündeten abhalten, um die "Entwicklungen" des russischen Angriffs auf die Ukraine zu besprechen. Außerdem solle eine "gemeinsame Reaktion koordiniert" werden, erklärte das Weiße Haus am Sonntagabend (Ortszeit). Die Regierung ging nicht näher darauf ein, wer an dem Telefonat um 17.15 Uhr MEZ teilnehmen soll.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Sonntag die Atomstreitkräfte seines Landes in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt und zur Begründung auf angebliche "aggressive Äußerungen" hochrangiger Vertreter von Nato-Staaten und "unfreundliche" Schritte des Westens gegen sein Land verwiesen.

Belarus vor möglichem eigenen Kriegseintritt

5.53 Uhr: Am Morgen sollen an der belarussisch-ukrainischen Grenze Gespräche zwischen der Ukraine und Russland über eine mögliche Friedenslösung beginnen. Zugleich aber wird darüber spekuliert, dass Russlands Partnerland praktisch zeitgleich mit eigenen Soldaten in den Krieg gegen die Ukraine zieht. Fallschirmjäger sollen den Befehl bekommen haben, am Morgen in die Ukraine zu fliegen, schreibt die ukrainischen Agentur Unian. Dabei hatte der belarussische Präsident Lukaschenko nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj noch am Sonntag versichert, nicht in den Krieg eingreifen zu wollen.

US-Verteidigungsministerium beobachtet "erbitterten Widerstand" der Ukraine

4.21 Uhr: Nach Einschätzung des US-Verteidigungsministeriums wird der Vormarsch der Russen von heftiger Gegenwehr der Ukrainer gebremst. "Die Ukrainer leisten erbitterten Widerstand", sagte ein hochrangiger Mitarbeiter des Ministeriums am Sonntag (Ortszeit) in einem Briefing für Journalisten. "Das ist heldenhaft, das ist inspirierend, und das ist für die Welt sehr deutlich zu sehen." Man beobachte zudem "Treibstoff- und Logistikengpässe" der russischen Truppen, hieß es.

Im Norden der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat die russische Armee nach Angaben des ukrainischen Militärs versucht, eine Pontonbrücke zu bauen, um den Fluss Irpin zu überqueren. Ein weiterer Versuch, die Stadt Irpin kurz vor Kiew zu erobern, sei erfolglos gewesen. In Kiew selbst sowie der Metropole Charkiw kam es nach einem Bericht des staatlichen Informationsdienstes der Ukraine zu mehreren Explosionen. Nach Angaben der Agentur Interfax-Ukraine rückten russische Truppen von der südukrainischen Stadt Cherson Richtung Mykolajiw vor.

Von der Krim aus sollen viele Bomber und Jagdflugzeuge Richtung Ukraine gestartet sein. Neben Kiew sollen auch die Städte Mykolajiw und Cherson im Süden sowie Charkiw im Osten zu den Zielen gehören, wie die ukrainische Agentur Unian meldete. Eine Rakete soll ein Wohnhaus der ukrainischen Großstadt Tschernihiw unweit der Grenze zu Belarus getroffen haben. Dadurch sei ein Feuer ausgebrochen, wie der staatliche Informationsdienst der Ukraine am Morgen auf Telegram schrieb. Die Informationen lassen sich nicht unabhängig prüfen.

News zum Ukraine-Konflikt von Sonntag, 27. Februar: Dringlichkeitssitzung der UN-Vollversammlung am Montag

22.56 Uhr: Die UN-Vollversammlung kommt am Montag zu einer Dringlichkeitssitzung zum russischen Angriff auf die Ukraine zusammen. Das beschloss der UN-Sicherheitsrat am Sonntag. Bei der Sitzung sollen alle 193 Mitglieder der Vollversammlung Gelegenheit haben, ihre Ansichten zu der Invasion zu äußern. Russland stimmte gegen die entsprechende Resolution, hatte laut UN-Regelwerk jedoch keine Vetomöglichkeit.

Frankreich kündigte derweil an, am Montag einen Resolutionsentwurf in den UN-Sicherheitsrat einzubringen, in dem eine sofortige Waffenruhe in der Ukraine gefordrert wird. Diese müsse "jeglichen Friedensverhandlungen vorausgehen", erklärte der Präsidentenpalast in Paris. Zudem werde in dem Enwurf ein bedingungsloser Zugang für humanitäre Hilfe gefordert.

CDU und FDP in Niedersachsen fordern Maßnahmen gegen Gerhard Schröder

22.34 Uhr: Die Distanzierung der SPD-Führung vom ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder reicht CDU und FDP nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ nicht aus. Der stellvertretende niedersächsische Landtagspräsident Frank Oesterhelweg (CDU) legte der SPD in der "FAZ" nahe, ihren früheren Bundesvorsitzenden aus der Partei auszuschließen: "Die stolze alte SPD sollte Gerhard Schröder rauswerfen."

Auch müsse man die repräsentative Ausstattung überdenken. "Warum Schröder noch ein Büro und einen Fahrer aus Steuergeldern bekommt, erschließt sich mir nicht, denn er kann in keiner Weise mehr für Deutschland sprechen", sagte Oesterhelweg. "Er ist eine Schande für das Amt, das er bekleidet hat." Auch der Vorsitzende der FDP in Niedersachsen, Stefan Birkner, vertritt die Ansicht, man müsse nun „hingucken“ bei der Ausstattung Schröders. "Alles, was über den Grundbedarf der persönlichen Sicherheit hinausgeht, steht zur Debatte."

DIHK-Präsident rechnet mit Lieferschwierigkeiten in der Autoindustrie

22.20 Uhr: Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Peter Adrian, rechnet in Folge des Ukraine-Krieges mit einer Verstärkung der Lieferschwierigkeiten in der Automobilindustrie. "Beim Palladium ist Russland hinter Südafrika die Nr. 2 auf dem Weltmarkt. Wenn das nicht mehr aus Russland geliefert werden kann, drohen in einzelnen Wirtschaftssektoren massive Störungen. Dann entsteht tatsächlich die Gefahr, dass es zu Lieferverzögerungen bei Autos kommen kann", sagte Adrian dieser Redaktion. Palladium wird in der Automobilindustrie für den Bau von Katalysatoren benötigt.

Die russische Stadt Norilsk liegt nördlich des Polarkreises. Die Stadt lebt hauptsächlich vom Unternehmen MMC Norilsk Nickel. Dem weltweit größten Lieferanten von Palladium.
Die russische Stadt Norilsk liegt nördlich des Polarkreises. Die Stadt lebt hauptsächlich vom Unternehmen MMC Norilsk Nickel. Dem weltweit größten Lieferanten von Palladium. © imago images | Kirill Kukhmar

IMK-Chef Herrmann: "Priorität hat jetzt die Unterstützung der Nachbarstaaten"

22.01 Uhr: Bei der Aufnahme von Ukraine-Flüchtlingen will sich der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, auf die Hilfe für europäische Nachbarstaaten konzentrieren.

"Priorität hat jetzt die Unterstützung der Nachbarstaaten der Ukraine, da die Flüchtlinge dort ankommen und versorgt werden müssen", sagte der CSU-Politiker dieser Redaktion. "Dabei können Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz oder das Technische Hilfswerk unterstützen, wenn Anrainer der Ukraine dies anfordern." Parallel liefen die Vorbereitungen für die Aufnahme einer größeren Zahl ukrainischer Flüchtlinge deutschlandweit auf Hochtouren, so Herrmann.

Grünen-Chefin Lang fordert Beschleunigung der Energiewende

21.50 Uhr: Grünen-Chefin Ricarda Lang hält eine Beschleunigung der Energiewende auch sicherheitspolitisch für geboten. "Nicht zuletzt der Krieg Russlands in der Ukraine zeigt uns, welches enorme Sicherheitsproblem die Abhängigkeit von fossiler Energie bedeutet", sagte sie dieser Redaktion. "Deshalb sollten wir jetzt alle Kraftanstrengung nutzen, den Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Unabhängigkeit von fossiler Energie ohne weitere Verzögerung konsequent anzugehen." Auch das bedeute Sicherheitspolitik im 21. Jahrhundert.

Die Klimakatastrophe sei in vollem Gang und die Folgen seien zunehmend irreversibel, betonte Lang. Das zeige der Weltklimarat IPCC mit seinen Berichten in voller wissenschaftlicher Klarheit. An diesem Montag soll ein weiterer IPCC-Bericht vorgestellt werden.

EU-Luftraum wird für alle russischen Flugzeuge gesperrt

21.38 Uhr: Der Luftraum über den EU-Staaten wird für russische Flieger komplett geschlossen. Das haben die EU-Außenminister am Sonntagabend entschieden, wie EU-Chefdiplomat Josep Borrell in Brüssel mitteilte. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte den Schritt bereits vorher angekündigt. Sie betonte, der Luftraum werde für jedes russische Flugzeug gesperrt sein, auch für die Privatjets von Oligarchen.

In den vergangenen Tagen hatten bereits einzelne Länder - darunter Deutschland - ihren Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt beziehungsweise dies angekündigt. Bundesverkehrsminister Volker Wissing etwa hatte in der Nacht zum Sonntag mitgeteilt, er befürworte eine entsprechende Schließung des deutschen Luftraums und habe angeordnet, alles dafür vorzubereiten. Die Maßnahme trat einige Stunden darauf in Kraft.

Der komplette Luftraum der EU wird für Maschinen aus Russland, wie Flugzeuge der Gesellschaft Aeroflot gesperrt.
Der komplette Luftraum der EU wird für Maschinen aus Russland, wie Flugzeuge der Gesellschaft Aeroflot gesperrt. © dpa | Patrick Pleul

Bulgariens Regierung beschließt Hilfe für die Ukraine

21.35 Uhr: Die bulgarische Regierung hat aus Solidarität mit der Ukraine nach dem russischen Einmarsch "humanitäre und militärisch-logistische Hilfe" beschlossen. Damit schließe sich Bulgarien der "Gruppe der 25 Geber-Länder der EU und Nato" an, teilte die Regierung in Sofia am Sonntag mit. Die militärisch-logistische Hilfe wurde dabei nicht näher beschrieben.

Bulgarien darf allerdings einer internen Regelung zufolge keine Waffen in die Ukraine exportieren, wie Vize-Ministerpräsidentin und Parteichefin der mitregierenden Sozialisten, Kornelia Ninowa, erläuterte.

Im einstigen Ostblockland gab es auch am Sonntag Proteste gegen den russischen Einmarsch in die Ukraine. Aktivisten forderten den Abriss eines 45 Meter hohen Denkmals zu Ehren der Roten Armee aus kommunistischer Zeit.

US-Botschaft: Amerikaner sollten Ausreise aus Russland erwägen

21.09 Uhr: US-amerikanische Staatsbürger in Russland sollten nach einem Aufruf ihrer Botschaft in Moskau die sofortige Ausreise aus dem Land in Erwägung ziehen. "Immer mehr Fluggesellschaften streichen Flüge von und nach Russland, und zahlreiche Länder haben ihren Luftraum für russische Fluggesellschaften gesperrt", teilte die US-Botschaft in Moskau am Sonntag mit. "US-Staatsbürger sollten erwägen, Russland sofort über die noch verfügbaren kommerziellen Optionen zu verlassen."

Für Reisen nach Russland hatte das US-Außenministerium bereits zuvor die höchste Warnstufe vier ausgerufen. Als Begründung wurden in dem Reisehinweis unter anderem der Ukraine-Konflikt und "mögliche Schikanen" gegen US-Staatsbürger angeführt.

Schweden und Norwegen liefern der Ukraine Panzerabwehrwaffen

20.56 Uhr: Schweden gibt wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine seinen bisherigen Grundsatz auf, keine Waffen in eine Konfliktregion zu liefern: Die schwedische Regierung hat angekündigt, unter anderem 5000 Panzerabwehrwaffen, 5000 Helme und 5000 Schutzwesten an die Ukraine zu liefern. Diese Entscheidung sei eine Ausnahme und beispiellos seit 1939, teilte Regierungschefin Magdalena Andersson in Stockholm mit. Damals hatte Schweden Finnland nach dem sowjetischen Einmarsch während des Zweiten Weltkrieges unterstützt.

EU-Kommission rechnet mit sieben Millionen Flüchtlingen

20.34 Uhr: Die EU-Kommission rechnet mit mehreren Millionen Vertriebenen innerhalb und außerhalb des Landes. Die derzeit erwartete Anzahl vertriebener Ukrainer liege bei mehr als sieben Millionen, sagte der für EU-Krisenmanagement zuständige Kommissar Janez Lenarčič in Brüssel. Im schlimmsten Fall - falls dieser Krieg andauere - würden sie dringenden Bedarf an humanitärer Hilfe haben. Die Vereinten Nationen würden deshalb einen dringenden Hilfsappell an die Staatengemeinschaft richten. Die EU-Kommission habe deshalb bereits 90 Millionen Euro an Hilfsgeldern mobilisiert.

EU will der Ukraine Waffen und Ausrüstung liefern

20.32 Uhr: Die EU wird eine halbe Milliarde Euro für die Lieferung von Waffen und Ausrüstung an die ukrainischen Streitkräfte zur Verfügung stellen. Darauf einigten sich die ständigen Vertreter der 27 Mitgliedstaaten am Sonntagabend in Brüssel, wie mehrere Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur bestätigten.

Klitschko äußert sich zur Lage in Kiew

20.01 Uhr: Kiew steht nach den den Worten ihres Bürgermeisters Witali Klitschko am Rande einer humanitären Katastrophe. "Wir haben jetzt noch Strom und Wasser und Heizung in unseren Häusern", sagte er der Nachrichtenagentur AP. "Aber die Infrastruktur ist zerstört, um Lebensmittel und Medikamente auszuliefern." Auf die Frage, ob geplant werde, die Zivilbevölkerung zu evakuieren, sagte er: "Wir können das nicht machen, weil alle Wege blockiert sind. Wir sind jetzt umzingelt."

Vitali Klitschko, Oberbürgermeister von Kiew.
Vitali Klitschko, Oberbürgermeister von Kiew. © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Deutschland nimmt ukrainische Box-Mannschaft auf

19.32 Uhr: Deutschland nimmt vorübergehend eine Box-Mannschaft aus der Ukraine auf. Der Deutsche Boxsport-Verband hat 33 Sportler und Sportlerinnen sowie Trainer und Betreuer zu einem mehrwöchigen Trainingslager nach Heidelberg eingeladen. Die ukrainische Box-Auswahl werde nach dem Abschluss des Strandja-Memorial-Turniers im bulgarischen Sofia nicht in ihre Heimat zurückreisen. Die Einladung sei mit dem Außen- und dem Innenministerium abgestimmt und werde vom Deutschen Olympischen Sportbund unterstützt.

Energiekonzern BP steigt bei Öl-Gigant Rosneft aus

19.11 Uhr: Der britische Energiekonzern BP trennt sich von seiner Beteiligung am russischen Ölkonzern Rosneft. Die russische Invasion der Ukraine habe zu einem Umdenken geführt, sagte BP-Chef Bernard Looney. BP hält 19,75 Prozent an dem Konzern. Wegen des Ausstiegs werde BP zum Ende des ersten Quartals bis zu 25 Milliarden Dollar abschreiben, sagte ein Konzernsprecher. Rund fünf Prozent der weltweiten Ölproduktion werden von Rosneft gefördert.

Russland räumt erstmals eigene Opfer in der Ukraine ein

18.29 Uhr: Russland hat erstmals eigene Opfer beim Krieg gegen die Ukraine eingeräumt. "Die russischen Soldaten beweisen Tapferkeit und Heldentum bei der Ausführung der Spezialoperation", sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, Igor Konaschenkow, der Agentur Tass zufolge am Sonntag. "Leider gibt es unter unseren Kameraden Tote und Verletzte."

Zahlen nannte Konaschenkow nicht. Er betonte aber, die Verluste seien um ein Vielfaches niedriger als die Zahl "ausgelöschter Nationalisten". Russland bezeichnet die ukrainischen Streitkräfte als Neonazis. Die Ukraine gab an, dass bisher etwa 4300 russische Soldaten getötet worden sein sollen. Diese Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Bild zeigt russische Soldaten auf einem gepanzerten Fahrzeug auf einer Straße nahe der Grenze zwischen Russland und der Ukraine.
Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Bild zeigt russische Soldaten auf einem gepanzerten Fahrzeug auf einer Straße nahe der Grenze zwischen Russland und der Ukraine. © dpa

Konaschenkow drohte erneut der ukrainischen Führung. Die "Anführer des Kiewer Regimes und ihre Ausführenden" seien bekannt. "Ihr werdet alle gefunden und unweigerlich schwere Verantwortung tragen", kündigte Konaschenkow an. Er warf der Ukraine vor, gegen die Konvention zur Behandlung von Kriegsgefangenen zu verstoßen.

Ukrainische Vertreter hatten dazu aufgefordert, Fotos und Videos getöteter und gefangen genommener russischer Soldaten im Internet zu zeigen. Damit sollten die hohen russischen Verluste belegt werden. Russland spricht bei dem Angriff auf die Ukraine nicht von einem Krieg, sondern von einer "Sonder-Militäroperation".

Ukraine soll für 500 Millionen Euro Waffen und Ausrüstung erhalten

18.13 Uhr: Die Ukraine soll nach einem Vorschlag des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell für 500 Millionen Euro Waffen und Ausrüstung aus der Europäischen Union bekommen. Das bestätigten mehrere Diplomaten der Nachrichtenagentur dpa. Das Geld soll aus der sogenannten "Europäischen Friedensfazilität" kommen. Sie ist ein neues Finanzierungsinstrument der EU, das auch genutzt werden kann, um die Fähigkeiten von Streitkräften in Partnerländern zu stärken. Für den Zeitraum von 2021 bis 2027 ist die "Friedensfazilität" mit rund fünf Milliarden Euro ausgestattet. 450 Millionen Euro sind nach dem Vorschlag für Waffen vorgesehen, 50 Millionen Euro für andere Ausrüstung.

EU will russische Staatsmedien RT und Sputnik verbieten

18.01 Uhr: Im Kampf gegen russische Propaganda will die EU die russischen Staatsmedien RT und Sputnik verbieten. Diese würden nicht länger in der Lage sein, Lügen zu verbreiten, um den Krieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin gegen die Ukraine zu rechtfertigen und Spaltung in der EU zu säen, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Sonntag in Brüssel.

Auswärtiges Amt rät von Reisen nach Russland ab

17.21 Uhr: Das Auswärtige Amt in Berlin rät von Reisen nach Russland ab und warnt vor einem Aufenhalt im Süden des Landes und im Grenzgebiet zur Ukraine. Der Flugverkehr zwischen Russland und europäischen Ländern sei eingeschränkt, teilte das Ministerium mit. Zudem sei die Nutzung nicht-russischer Kreditkarten in Russland derzeit nur begrenzt möglich.

EU erwartet Millionen Flüchtlinge

17.11 Uhr: Nach Angaben nach von EU-Innenkommissarin Ylva Johansson muss sich die EU auf eine riesige Fluchtbewegung aus der Ukraine einstellen. Sie wisse nicht, wie viele Menschen kommen werden, sagte die Schwedin vor dem Krisentreffen der EU-Innenminister in Brüssel. "Aber ich denke, wir müssen uns auf Millionen vorbereiten." Bislang seien rund 300.000 Ukrainer in die EU gekommen. Nur wenige hätten jedoch Asyl beantragt oder Schutz in den Unterkünften der Mitgliedstaaten gesucht. Stattdessen seien sie bei Freunden oder Verwandten untergekommen.

Geflüchtete Menschen aus der Ukraine sitzen in der Veranstaltungshalle eines Hotels im rumänischen Siret.
Geflüchtete Menschen aus der Ukraine sitzen in der Veranstaltungshalle eines Hotels im rumänischen Siret. © dpa

Doch man müsse sich darauf einstellen, dass noch viel mehr Menschen kommen, sagte Johansson. Sie werde deshalb eine Solidaritätsplattform vorschlagen, um die Hilfe, die die EU-Staaten anbieten, zu koordinieren. Um die Umverteilung von Flüchtlingen habe bislang noch kein EU-Land gebeten, auch keines direkt an der Grenze zur Ukraine wie Polen oder die Ukraine. Nach Angaben des polnischen Grenzschutzes kamen seit Beginn des Ukraine-Kriegs bereits in Polen mehr als 200.000 Flüchtlinge an.

Türkei droht Russland mit Sperrung des Bosporus

16.46 Uhr: Das NATO-Land Türkei droht Russland mit der Sperrung von Bosporus und Dardanellen für Kriegsschiffe. Außenminister Mevlut Cavusoglu verweist in einem Interview mit CNN Türk auf den internationalen Vertrag von Montreux, der die Zufahrt von und zum Schwarzen Meer regelt. Die Türkei könne die Durchfahrt von Kriegsschiffe in Kriegszeiten einschränken, sagt Cavusoglu.

USA: Putin konstruiert Gefahren

15.53 Uhr: Die US-Regierung erklärt, dass Russland von der NATO zu keiner Zeit bedroht worden sei. Dass Präsident Wladimir Putin die Atomstreitkräfte jetzt in Alarmbereitschaft versetzt habe, folge einem Muster, sagt die Sprecherin des Präsidialamtes in Washington, Jen Psaki. Putin konstruiere Gefahren, die es nicht gebe, um damit eine russische Aggression zu rechtfertigen. "Wir werden dem entgegentreten", sagt Psaki. "Wir haben die Fähigkeit, uns zu verteidigen."

Bundestag fordert von Russland sofortigen Stopp des Ukraine-Kriegs

15.21 Uhr: Der Bundestag hat von Russland einen sofortigen Stopp des Kriegs in der Ukraine verlangt. "Die Bundesrepublik Deutschland steht fest und unverbrüchlich an der Seite unserer ukrainischen Freundinnen und Freunde", heißt es in einem Antrag, dem die Koalition und die oppositionelle Union am Sonntag im Parlament zustimmten. Sie hatten ihn gemeinsam eingebracht. Eine sofortige Waffenruhe sei das Gebot der Stunde, heißt es in dem Antrag weiter. Humanitäre Hilfe müsse ins Land gelassen werden. Der Bundestag forderte die russische Regierung auf, ihre Truppen sofort vom Gebiet der Ukraine abzuziehen.

Das Parlament stellte sich hinter die Entscheidungen, russische Banken vom internationalen Kommunikationsnetz Swift auszuschließen, und die Ukraine "im Rahmen ihres Selbstverteidigungsrechts zu unterstützen". Mit dem Antrag wird die Bundesregierung aufgefordert, der Ukraine "alle infrage kommenden politischen, wirtschaftlichen, finanziellen und humanitären Unterstützungsmaßnahmen zukommen zu lassen". Die Regierung solle prüfen, "ob weitere militärische Ausrüstungsgüter" zur Verfügung gestellt werden könnten.

Sie solle zudem die Aufnahme Schutzsuchender aus der Ukraine in Deutschland ermöglichen und europäische Nachbarn bei Aufnahme und Versorgung von Flüchtenden unterstützen.

Ukraine bereit zu Verhandlungen mit Russland

15.17 Uhr: Die Ukraine hat sich zu Verhandlungen mit Russland an der Grenze zu Belarus bereit erklärt. Wie das ukrainische Präsidialamt am Sonntag mitteilte, hat Kiew auf Vermittlung des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko zugestimmt, eine russische Delegation am Fluss Prypjat in der Nähe von Tschernobyl zu treffen.

Die ukrainische Delegation sei bereit, "ohne Vorbedingungen" mit der russischen Delegation zu verhandeln, erklärte das Präsidialamt in den Online-Netzwerken. Nach Angaben des Kreml ist bereits eine russische Delegation für Gespräche mit Kiew ins belarussische Gomel gereist. Moskau hatte zuvor auch die belarussische Hauptstadt Minsk als Ort für Gespräche vorgeschlagen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte sich zuvor grundsätzlich zu Gesprächen mit Moskau bereit erklärt, allerdings nicht in Belarus. Unter anderem von dort aus waren russische Truppen in die Ukraine einmarschiert. Lukaschenko ist zudem ein enger Verbündeter Putins.

Putin versetzt Atomstreitkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft

14.33 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Nuklearstreitkräfte des Landes in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Die westlichen Sanktionen seien "illegitim". "Die westlichen Staaten vollziehen nicht nur unfreundliche wirtschaftliche Handlungen gegen unser Land. Anführer von einflussreichen Nato-Staaten geben außerdem aggressive Äußerungen über unser Land ab", sagte Putin am Sonntagnachmittag.

Putin spricht mit Bennett über Ukraine - Vermittlerrolle Israels?

14.28 Uhr: Der israelische Ministerpräsident Naftali Bennett hat am Sonntag mit Kremlchef Wladimir Putin telefoniert. Sie hätten über "die Situation zwischen Russland und der Ukraine" gesprochen, teilte Bennetts Büro anschließend mit. Dem Kreml zufolge informierte Putin "über den Verlauf der Sonder-Militäroperation zum Schutz des Donbass" im Osten der Ukraine. Putin zeigte sich laut der Mitteilung bereit zu Verhandlungen mit der Ukraine. Bennett habe eine Vermittlerrolle angeboten, "um die Feindseligkeiten auszusetzen".

Israel hat sich bisher nicht zu Medienberichten geäußert, wonach der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Bennett gebeten haben soll, in Israel Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine auszurichten.

Israels Außenminister Jair Lapid hat den Angriff Russlands auf die Ukraine zwar verurteilt. Der jüdische Staat unterhält aber gute Beziehungen zu beiden Ländern und befindet sich daher in einem Zwiespalt. Israel will seinen wichtigsten Bündnispartner, die USA, nicht verärgern, ist aber gleichzeitig aus strategischen Gründen vom Wohlwollen Moskaus abhängig, unter anderem in den Konflikten mit Syrien und dem Iran. Tausende von Israelis hatten am Samstagabend in Tel Aviv gegen den russischen Angriff auf die Ukraine demonstriert.

Ägypten fordert Krisensitzung der Arabischen Liga

14.12 Uhr: Ägypten hat wegen des Kriegs in der Ukraine eine Krisensitzung der Arabischen Liga gefordert. Dies teilte das ägyptische Außenministerium am Sonntag mit. Ägyptens Regierung hatte sich am Donnerstag besorgt über die Lage in der Ukraine geäußert.

Die Vereinigten Arabischen Emirate riefen unterdessen zu einer politischen Lösung des Konflikts auf. In einer Resolution des UN-Sicherheitsrat, der Russlands Aggression verurteilte, hatte sich der Golfstaat zunächst enthalten. Russland hatte gegen die Resolution am Freitag im Sicherheitsrat wie erwartet sein Veto eingelegt.

Die Arabische Liga besteht aus 22 Mitgliedern und ist ein Zusammenschluss von Staaten aus dem Nahen Osten und Nordafrika. Mehrere der Länder sind von Weizenimporten aus der Ukraine abhängig.

UNHCR: Rund 368.000 Menschen aus Ukraine auf der Flucht

14.02 Uhr: Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) etwa 368.000 Menschen auf der Flucht. Die Zahl basiere auf den Daten nationaler Behörden – und sie steige weiter, teilte das UNHCR am Sonntag über Twitter mit. Nach Angaben des polnischen Grenzschutzes kamen seit Beginn des Ukraine-Kriegs in Polen mehr als 200.000 Flüchtlinge an. "Seit Mitternacht bis heute Morgen um 7.00 Uhr haben mehr als 28.000 Menschen die Grenze überquert", sagte eine Sprecherin des Grenzschutzes am Sonntag.

Besonders lange Schlangen von Flüchtlingen hätten sich auf der ukrainischen Seite an den Grenzübergängen in Medyka-Schehyni und Dorohusk gebildet, sagte die Sprecherin weiter. Dies liege daran, dass das Computersystem des ukrainischen Grenzschutzes gestört sei, zudem seien die Grenzer wegen der Kriegssituation personell ausgedünnt.

In Medyka-Schehyni mussten die Menschen auf der ukrainischen Seite bis zu 30 Stunden auf die Abfertigung warten, wie mehrere Flüchtlinge einer dpa-Reporterin berichteten. Die Sprecherin des polnischen Grenzschutzes sagte, man arbeite mit den ukrainischen Kollegen daran, das Verfahren zu beschleunigen. Von Polen aus brachten Freiwillige zudem humanitäre Hilfe für die Wartenden auf der ukrainischen Seite.

Bundesregierung will humanitäre Hilfe für Ukraine aufstocken

13.11 Uhr: Die Bundesregierung will ihre humanitäre Hilfe für die Menschen in der Ukraine aufstocken. Das kündigte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock am Sonntag bei der Sondersitzung des Bundestags an. Demnach hat Deutschland seinen Beitrag zum Humanitären UN-Hilfsfonds für die Ukraine um fünf Millionen Euro erhöht. Außerdem wolle die Bundesregierung dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), das in der Ukraine und in den Nachbarstaaten aktiv ist, kurzfristig zehn Millionen Euro bereitstellen, erklärte Baerbock. "Deutschland wird seiner humanitären Verantwortung gerecht werden. Wir werden Vorkehrungen dazu im Haushalt treffen müssen und hoffen dabei auf Ihre Unterstützung", sagte Baerbock zu den Bundestagsabgeordneten. Die unterstützenden Staaten müssten dafür sorgen, dass die "Menschen in der Ukraine schnell mit dem Nötigsten versorgt werden – etwa mit medizinischen Gütern, mit sicheren Unterkünften".

Geflüchtete Ukrainer gehen nach ihrem Grenzübertritt von Schehyni in der Ukraine nach Medyka.
Geflüchtete Ukrainer gehen nach ihrem Grenzübertritt von Schehyni in der Ukraine nach Medyka. © dpa

Ukraine verklagt Russland am Internationalen Gerichtshof in Den Haag

12.40 Uhr: Die Ukraine wird Russland für seinen Angriff vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag verklagen. Das kündigte Präsident Selenskyj am Sonntag bei Twitter an. "Die Ukraine hat beim Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen in Den Haag offiziell eine Klage gegen Russland eingereicht", schrieb Selenskyj. "Wir fordern, dass Russland dafür verantwortlich gemacht wird, das Konzept des Völkermords zu verzerren, um Aggression zu rechtfertigen." Die Ukraine fordere das Gericht auf, "Russland unverzüglich anzuordnen, die Feindseligkeiten einzustellen, und nächste Woche eine Anhörung anzuberaumen".

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Skandinavier und Irland sperren Luftraum für russische Flugzeuge

12.18 Uhr: Als Reaktion auf die russische Invasion in die Ukraine haben mehrere skandinavische Länder und Irland angekündigt, ihren Luftraum für Flugzeuge aus Russland zu sperren. "Schockierende russische Angriff auf die Ukraine über Nacht. Irland wird seinen Luftraum für alle russischen Flugzeuge sperren. Wir ermutigen andere EU-Partner, dasselbe zu tun", twitterte der irische Außenminister Simon Coveney am Sonntag.

Dänemarks Luftraum sei für russischen Flugverkehr geschlossen, zitierte der dänische Rundfunk DR den Außenminister des Landes Jeppe Kofod. Das gelte auch für Privatjets. Wie der Radiosender SR unter Berufung auf Schwedens EU-Minister Hans Dahlgren berichtete, bereitet auch Schweden die Sperrung seines Luftraums für russische Flieger vor. Beide Politiker kündigten an, sich auch für eine EU-weite Sperrung des Luftraums einsetzen zu wollen.

Belarus schickt offenbar Truppen in die Ukraine

12.07 Uhr: Belarus wird an der Seite Russlands in den Krieg ziehen und will offenbar Bodentruppen in die Ukraine schicken, berichtet die Militäranlystin Maria Zolkina am Sonntag. Lokale Quellen sollen belarusische Spezialeinheiten dabei beobachtet haben, wie sie Flugzeuge bestiegen haben. Diese sollen die Soldaten in den Norden der Ukraine bringen.

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Merz sagt Bundesregierung Unterstützung für Kurs gegen Putin zu

12.05 Uhr: CDU und CSU im Bundestag haben der Bundesregierung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) Unterstützung für den Kurs gegen den russischen Staatschef Wladimir Putin zugesagt. Man sei darum bemüht, einen gemeinsamen Weg in der Zeit einer großen Herausforderung zu gehen, sagte der Fraktionsvorsitzende Friedrich Merz (CDU) am Sonntag in einer Sondersitzung des Bundestags. Daher sei die Union zur Unterstützung bereit. Merz machte dabei aber Einschränkungen bei Scholz' Vorschlag für ein Sondervermögen für die Bundeswehr.

Kiew lässt Gefangene und Verurteilte für Kampf gegen Russland frei

12.03 Uhr: Im Krieg gegen Russland sollen nun auch Gefangene für die Ukraine kämpfen. Mehrere ehemalige Soldaten seien bereits aus der Haft entlassen worden und kämpften an der Front, sagte Andrij Synjuk von der Generalstaatsanwalt dem Sender Hromadske am Sonntag. Darunter seien auch verurteilte Mörder. Voraussetzungen für eine Entlassung seien Kampferfahrung, Verdienste und aufrichtiges Bedauern.

Auch zwei ehemalige Kommandanten nationalistischer Freiwilligenverbände, die wegen Ermordung und Folter von Gefangenen verurteilt worden waren, hätten entsprechende Gesuche gestellt. Darüber sei aber noch nicht entschieden worden, sagte Synjuk.

Scholz dankt Anti-Kriegs-Demonstranten

11.49 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat den Menschen gedankt, die gegen den russischen Angriff auf die Ukraine auf die Straße gehen. „Ich danke allen, die in diesen Tagen Zeichen setzen: Gegen Putins Krieg – und die sich hier in Berlin und anderswo zu friedlichen Kundgebungen versammeln“, sagte Scholz am Sonntag im Bundestag. Er danke allen, die für ein freies und offenes, gerechtes und friedliches Europa einstünden. Scholz betonte, was von einem breiten gesellschaftlichen und politischen Konsens getragen werde, habe Bestand auch über die derzeitige Zeitenwende hinaus.

Dramatischer Moment bei Übersetzung von Selenskyj-Rede

11.48 Uhr: Bei der Übersetzung einer Selenskyj-Rede im Live-TV von "Welt" konnte am Sonntag miterlebt werden, was der russische Angriff auf die Ukraine bei der ukrainischen Diaspora auslöst. Die Simultanübersetzerin des Senders übertrug Wolodymyr Selenkyjs Worte ins Deutsche. Als der ukrainische Präsident sagte, die Ukrainerinnen und Ukrainer "wissen ganz genau, was sie verteidigen", brach der Übersetzerin erst die Stimme – dann war ihr Schluchzen in der Tonspur zu hören, bevor sie um "Entschuldigung" bat. Die Szene verbreitete sich am Sonntag bei Twitter. Userinnen und User wünschten der Übersetzerin "viel Liebe". Auch die "Kyiv Post" und andere ukrainische Medien griffen den Moment auf.

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Ukraine zieht weitere Truppen für Verteidigung von Kiew zusammen

11.47 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte ziehen für die Verteidigung der Hauptstadt Kiew weiter Kräfte zusammen. Es gehe vor allem um die Abwehr des russischen Angriffs im Norden und im Nordwesten der Hauptstadt, schrieb Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar am Sonntag bei Facebook. Im ganzen Land laufe die Mobilisierung. Die Luftwaffe habe russische Kampfjets und Transportmaschinen über Kiew abgefangen, im Süden habe die Marine eine russische Landung vereitelt.

Am Mittag wurde mitgeteilt, dass die ukrainische Armee die Stadt Irpin nordwestlich von Kiew zurückerobert habe. Die Agentur Unian veröffentlichte Videos, die angeblich getötete Russen zeigen sollen. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Zudem sollen ukrainischen Angaben zufolge mehrere gepanzerte Fahrzeuge der Russen nahe dem seit Tagen umkämpften Flugplatz Hostomel zerstört worden sein. In der ostukrainischen Millionenstadt Charkiw sei der russische Angriff zurückgeschlagen worden.

Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs geht der russische Angriff weiter, allerdings sei das Tempo deutlich gebremst worden. Der Feind habe Nachschubprobleme bei Treibstoff und Munition, teilte die Armeeführung auf Facebook mit. Die russischen Soldaten, bei denen es sich vor allem um junge Rekruten handle, seien erschöpft wegen der vorangegangenen Manöver. Moral und psychologischer Zustand seien schlecht. Es gebe erste Berichte über Desertationen von Soldaten, die sich weigerten, gegen die Ukraine zu kämpfen. Einige Gefangene sagten ukrainischen Medien zufolge, sie seien für ein Manöver abkommandiert gewesen und hätten sich dann in einem Krieg wiedergefunden. Überprüfbar war das nicht.

Deutschland bekommt zwei LNG-Terminals

11.34 Uhr: Als Reaktion auf den Ukraine-Krieg und die Abhängigkeit von russischem Erdgas hat Bundeskanzler Scholz den Bau von zwei Terminals für Flüssigerdgas (LNG) in Deutschland angekündigt. Scholz nannte am Sonntag im Bundestag als Standorte Brunsbüttel und Wilhelmshaven. Außerdem solle eine Kohle- und Gasreserve aufgebaut werden.

Ein LNG-Terminal, in dem heute Gas ankomme, könne morgen auch grünen Wasserstoff aufnehmen, sagte Scholz. Zwar gibt es in der EU viele Terminals für Flüssigerdgas (LNG), das etwa aus den USA oder Katar kommt - aber bisher kein eigenes in Deutschland. Planungen dafür gibt es seit längerem, die Gasbranche beklagte aber unzureichende Rahmenbedingungen für Investitionen. Als Standorte für ein LNG-Terminal waren Brunsbüttel, Stade und Wilhelmshaven im Gespräch.

Bundeswehr soll Sondervermögen von 100 Milliarden Euro erhalten

11.32 Uhr: Die Bundeswehr soll über ein Sondervermögen 100 Milliarden Euro für Investitionen und Rüstungsvorhaben aus dem Bundeshaushalt erhalten. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) kündigte am Sonntag zudem an, Deutschland werde "von nun an - Jahr für Jahr - mehr als zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in unsere Verteidigung investieren".

Bundeskanzler Olaf Scholz gab am Sonntag eine Regierungserklärung zum Ukraine-Krieg ab.
Bundeskanzler Olaf Scholz gab am Sonntag eine Regierungserklärung zum Ukraine-Krieg ab. © Odd ANDERSEN / AFP

Deutscher Luftraum ab 15 Uhr für russische Flüge gesperrt

11.30 Uhr: Der deutsche Luftraum ist ab heute 15.00 Uhr für alle russischen Flüge gesperrt. Das bestätigt Bundesverkehrsminister Wissing dem ARD-Hauptstadtstudio.

Scholz: Putins Angriffskrieg eine Zeitenwende

11.20 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz hat den russischen Angriff auf die Ukraine scharf verurteilt und als weitgehende Zäsur bezeichnet. "Wir erleben eine Zeitenwende", sagte der SPD-Politiker am Sonntag in einer Sondersitzung des Bundestags. "Das bedeutet: Die Welt danach ist nicht mehr dieselbe wie die Welt davor." Im Kern gehe es um die Frage, ob Macht das Recht brechen dürfe und ob es dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gestattet werden könne, die Uhren in die Zeit der Großmächte des 19. Jahrhunderts zurückzudrehen. "Oder ob wir die Kraft aufbringen, Kriegstreibern wie Putin Grenzen zu setzen", betonte Scholz.

Der Kanzler bekräftigte, mit dem Überfall auf die Ukraine habe Putin kaltblütig einen Angriffskrieg vom Zaun gebrochen. Dies geschehe aus einem einzigen Grund: "Die Freiheit der Ukrainerinnen und Ukrainer stellt sein eigenes Unterdrückungsregime in Frage. Das ist menschenverachtend. Das ist völkerrechtswidrig. Das ist durch nichts und niemanden zu rechtfertigen."

Der Bundestag kommt zu Sondersitzung zusammen

11.05 Uhr: Der im Bundestag anwesende ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, wurde von den Abgeordneten mit lang anhaltendem Applaus begrüßt. "Dieser Überfall ist ein klarer Bruch des Völkerrechts und ein Angriff auf die Prinzipien der freiheitlichen Welt", sagte die Bundestagspräsidentin. "Prinzipien, die für Deutschland und für alle Demokratien weltweit unverhandelbar sind."

"Wir alle stehen unter dem Eindruck dramatischer Ereignisse", sagte Bas weiter. "Was der Westen mit vereinten Kräften zu verhindern versucht hat, ist doch eingetreten: Wir haben Krieg in Europa." Russlands Präsident Wladimir Putin habe "die Ukraine angegriffen, die Souveränität des Landes brutal verletzt, den Menschen in der Ukraine das Recht auf Selbstbestimmung abgesprochen". Es komme jetzt darauf an, gleichermaßen besonnen und entschlossen zu handeln, im Bündnis der demokratischen Staaten.

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Lindner: Stärkung der Verteidigungsfähigkeit wird zentrales Projekt

10.36 Uhr: Der russische Angriff auf die Ukraine muss nach Ansicht von FDP-Chef und Bundesfinanzminister Christian Lindner weitreichende Folgen für die deutsche Sicherheitspolitik haben. Die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit werde vom Randthema der letzten Jahre zu einem zentralen Projekt der nächsten Jahre, sagte Lindner nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei einer Sitzung der FDP-Bundestagsfraktion am Sonntagmorgen. Er erwarte "eine Zäsur" in der deutschen Sicherheitspolitik, berichteten Teilnehmer weiter.

Die Zeit selbstgerechter Träume und einer Friedensdividende in den öffentlichen Haushalten sei vorbei, sagte der Bundesfinanzminister demnach. Die Reaktion auf den Krieg in der Ukraine werde die deutsche Politik und ihre Prioritäten über Jahre prägen.

Seit mindestens zehn Jahre seien die Streitkräfte vernachlässigt worden. Das werde nun binnen kurzer Zeit korrigiert werden müssen. Lindner sprach von einem "Reboot" (Neustart) der Bundeswehr. Niemand habe von einer Ampel-Koalition erwartet, dass sie die größten und schnellsten Steigerungen der Rüstungs- und Militärausgaben in der jüngeren Geschichte der Bundesrepublik leisten wird. Aber genau dazu werde und müsse es kommen, so Lindner in der Sitzung.

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Industrieverband äußert Verständnis für Russland-Sanktionen

10.21 Uhr: Die Sanktionen gegen Russland wegen des Ukraine-Krieges stoßen in der deutschen Wirtschaft auf Verständnis. Ein Krieg sei keine Basis für wirtschaftlich tragfähige Beziehungen, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Peter Adrian, am Samstag laut Mitteilung. "Wir müssen uns gleichzeitig alle dafür einsetzen, dass wir in Europa friedlich miteinander leben und wirtschaften können."

Ihn hätten aus der gesamten Wirtschaft bestürzte Rückmeldungen erreicht, sagte Adrian. Gerade auch Unternehmer mit Verbindungen in die Region seien "entsetzt über diesen sinnlosen Krieg und Angriff auf die Demokratie mit vielen unschuldigen Opfern". Deshalb gebe es in der Wirtschaft großes Verständnis dafür, dass die Politik mit harten und wirksamen Sanktionen reagieren müsse.

Kiew im Fokus am dritten Tag des russischen Krieges gegen die Ukraine

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    Selenskyj appelliert in neuer Videobotschaft an Belarussen

    9.53 Uhr: Am vierten Tag des russischen Angriffs hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj an die Solidarität der Menschen im Nachbarland Belarus appelliert. "Von Ihrem Gebiet aus schießen die Truppen der Russischen Föderation Raketen auf die Ukraine", sagte Selenskyj am Sonntag in einer Videobotschaft. "Von Ihrem Gebiet aus werden unsere Kinder getötet und unsere Häuser zerstört."

    Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko räumte wenig später ein, dass zwei russische Raketen von belarussischem Gebiet aus abgeschossen worden seien. Belarus selbst habe aber keine Soldaten und auch keine Munition in der Ukraine, betonte er.

    Selenskyj rief in seiner Ansprache die Menschen in Belarus dazu auf, sich klar zu positionieren – auch mit Blick auf ein belarussisches Verfassungsreferendum, das am Sonntag anstand: "Wir sind Ihre Nachbarn. Wir sind Ukrainer. Seien Sie Belarus – und nicht Russland!"

    Düsseldorf legt Städtepartnerschaft mit Moskau auf Eis

    9.41 Uhr: Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine legt die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf die Städtepartnerschaft mit Moskau auf Eis. Laut Mitteilung von Freitagabend hat Oberbürgermeister Stephan Keller dies seinem Moskauer Amtskollegen Sergei Semjonowitsch Sobjanin in einem Schreiben mitgeteilt, das derzeit auf dem Weg nach Russland ist. "Der Angriff Russlands auf die Ukraine ist ein beispielloser Akt der Aggression, ein unerträglicher Bruch des Völkerrechts, den wir nur auf das allerschärfste verurteilen können. Wir in Europa, in Deutschland und in Düsseldorf sind nun aufgerufen, solidarisch zur Ukraine und der ukrainischen Bevölkerung zu sein", sagte Keller laut Mitteilung.

    Keller legte auch seine Schirmherrschaft für die Deutsch-Russischen Filmtage (3. bis 28. März) in Düsseldorf nieder und bittet den Veranstalter, diese abzusagen. Keller: "So lange russische Panzer in der Ukraine rollen, sollten wir lieber mehr ukrainische Kultur in Düsseldorf zeigen."

    Gebietsverwaltung: Straßenkämpfe in Millionenstadt Charkiw

    9.13 Uhr: In der zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkiw liefern sich nach Angaben der örtlichen Gebietsverwaltung russische und ukrainische Truppen Straßenkämpfe. Die Angreifer seien mit leichter Technik durchgebrochen und auch ins Zentrum der Stadt mit etwa 1,5 Millionen Einwohnern gelangt, teilte der Chef der Gebietsverwaltung, Oleh Synjehubow, am Sonntag bei Facebook mit. Die ukrainischen Streitkräfte würden die Gegner besiegen. Zivilisten sollten in Häusern und Schutzräumen bleiben. Videos in sozialen Netzwerken zeigten mehrere Militärfahrzeuge.

    Ein Reporter der Nachrichtenagentur afp bestätigte die Berichte über Straßenkämpfe. Seit dem Vormittag seien Schüsse und sporadische Explosionen zu hören. Er habe vier verlassene russische TIGR-Panzerfahrzeuge sowie einen brennenden Militärlastwagen gesehen, berichtete der Reporter. Die Straßen waren menschenleer.

    Kreml: Russische Delegation in Belarus für Verhandlungen bereit

    9.04 Uhr: Eine russische Delegation ist nach Kremlangaben für Verhandlungen mit der Ukraine nach Belarus gereist. "Gemäß der getroffenen Vereinbarung" seien Vertreter etwa vom Außenministerium, Verteidigungsministerium und von der Präsidialverwaltung in der Stadt Gomel eingetroffen, sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow, am Sonntag der Agentur Tass zufolge. "Wir sind bereit, diese Verhandlungen in Gomel zu beginnen", sagte Peskow.

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich zu Verhandlungen grundsätzlich bereit. Allerdings lehnte er Gespräche in Belarus ab. Das Land beteilige sich an Kampfhandlungen gegen die Ukraine, sagte Selenskyj zur Begründung. Er sei offen für alle Orte, "von denen aus keine Raketen auf die Ukraine geschossen werden". Er habe Warschau, Budapest, Istanbul und Baku als Verhandlungsstädte vorgeschlagen. Ein Berater Selenskyjs hatte die russischen Angaben als Taktik zurückgewiesen.

    Der Kreml teilte weiter mit, eine Delegation sei am Freitag zu Verhandlungen in die belarussische Hauptstadt Minsk gereist. Die ukrainische Seite habe sich aber nach einer Pause nicht mehr gemeldet. Daraufhin seien die Angriffe in der Ukraine wieder aufgenommen worden. Lesen Sie hier: Wolodymyr Selenskyj ist Putins Feind Nr. 1

    Russland lobt Indiens neutrale Haltung im UN-Sicherheitsrat

    8.51 Uhr: Russland hat Indien für seine Rolle bei der gescheiterten Verurteilung des russischen Einmarsches durch den UN-Sicherheitsrat gelobt. !Wir schätzen Indiens unabhängige und ausgewogene Position bei der Abstimmung im UN-Sicherheitsrat sehr", erklärte die russische Botschaft in Neu Delhi am Samstag auf Twitter. Sie kündigte an, "im Geiste der besonderen und privilegierten strategischen Partnerschaft" einen "engen Dialog mit Indien über die Situation in der Ukraine" zu führen.

    Russland hatte am Freitag wie erwartet per Veto eine Resolution des UN-Sicherheitsrates verhindert, die den russischen Einmarsch scharf kritisiert hätte. Von den 15 Mitgliedern des Rates stimmten 11 für den Entwurf. China, Indien und die Vereinigten Arabischen Emirate enthielten sich.

    Am Sonntag sollte der UN-Sicherheitsrat erneut zusammenkommen, um über einen von den USA und Albanien eingebrachten Beschlussentwurf zur Einberufung einer UN-Vollversammlung abzustimmen. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus Diplomatenkreisen erfuhr, soll bei der Abstimmung ein spezielles Verfahren verhindern, dass eines der fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates ein Veto gegen die Resolution einlegen kann. Bei Annahme würde die Vollversammlung innerhalb der folgenden 24 Stunden einberufen.

    Vertreter nehmen an einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats zum russischen Einmarsch in der Ukraine teil.
    Vertreter nehmen an einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats zum russischen Einmarsch in der Ukraine teil. © dpa

    471 Ukrainer gefangen genommen, 975 Militärobjekte zerstört

    8.12 Uhr: Bei ihrem Angriff auf die Ukraine haben russische Truppen nach eigenen Angaben 471 ukrainische Soldaten gefangen genommen. Die Ukrainer würden weiterhin in Massen den Kampf verweigern, behauptete der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, Igor Konaschenkow, am Sonntag. Nahe der ostukrainischen Großstadt Charkiw habe sich ein ganzes Regiment ergeben, das mit Boden-Luft-Raketenabwehrsystemen vom Typ Buk-M1 ausgerüstet gewesen sei. "Allen ukrainischen Soldaten kommt Respekt und Unterstützung zuteil", sagte Konaschenkow. Sobald bürokratische Formalien erledigt seien, kehrten sie zu ihren Familien zurück.

    Russland hatte die Ukraine am Donnerstagmorgen angegriffen. Seitdem seien 975 militärische Objekte zerstört worden, sagte Konaschenkow. Zudem seien 8 Kampfflugzeuge und 7 Hubschrauber sowie 11 Kampfdrohnen abgeschossen worden. Weitere 28 Flugzeuge wurden demnach am Boden zerstört, ebenso 223 Panzer und andere Kampffahrzeuge. Zur Zahl der getöteten Soldaten in den eigenen Reihen machte Konaschenkow keine Angaben.

    China spricht sich weiterhin gegen Russland-Sanktionen aus

    8.03 Uhr: China lehnt weiterhin den Einsatz von Sanktionen gegen Russland ab. In einer am Sonntag veröffentlichten Stellungnahme teilte Außenminister Wang Yi mit, man sei "gegen einseitige Sanktionen, die keine Grundlage in internationalem Recht haben". Beim Telefonat mit der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock am Samstag teilte Wang zudem mit, Sanktionen würden keine Probleme lösen, sondern nur neue Probleme kreieren. Baerbock hatte in dem Gespräch auf die besondere Verantwortung Chinas als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates hingewiesen. Lesen Sie hier: Krieg in der Ukraine – Putins Unterstützer in den USA

    Ukrainische Städte Cherson und Berdiansk eingekesselt

    7.44 Uhr: Die russische Armee hat nach eigenen Angaben zwei große Städte im Süden der Ukraine eingekesselt. "In den vergangenen 24 Stunden haben die russischen Streitkräfte die Städte Cherson und Berdiansk vollständig eingeschlossen", meldete die russische Nachrichtenagentur Tass am Sonntag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Cherson hat 290.000, Berdiansk 110.000 Einwohner.

    Russland hatte am Donnerstagmorgen mit dem Großangriff auf die Ukraine begonnen. Russische Bodentruppen waren anschließend binnen weniger Stunden bis in den Großraum Kiew vorgedrungen, stießen bei ihrem Vormarsch aber auf heftigeren Widerstand als erwartet. Am Samstag ordnete Russland eine Ausweitung seiner Militäroffensive in der Ukraine an.

    Ukrainischer Botschafter nennt deutsche Waffenlieferungen "ersten Schritt"

    7.37 Uhr: Die deutschen Waffenlieferungen können nach Ansicht des ukrainischen Botschafters in Deutschland, Andrij Melnyk, nur ein erster Schritt sein. "Die Ukrainer sind erleichtert, dass die Ampel-Regierung diesen geschichtsträchtigen Kurswechsel in letzter Minute wagte", sagte er der "Welt". Die Entscheidung bedeute "den endgültigen Abschied von deutschen Illusionen". Die Ukraine erwarte aber, dass "dies nur der erste Schritt Deutschlands ist, um den perfiden Krieg Putins abzuwehren".

    Russische Truppen treffen in Ukraine laut USA auf unerwartet heftigen Widerstand

    6.03 Uhr: Die russischen Truppen treffen bei ihrem Vormarsch in der Ukraine nach Angaben der US-Regierung auf unerwartet heftigen Widerstand. "Wir haben Anzeichen dafür, dass die Russen zunehmend frustriert sind, weil sie in den letzten 24 Stunden, insbesondere in den nördlichen Teilen der Ukraine, nicht vorankommen", sagte ein Vertreter des Pentagons am Samstag.

    "Nach unseren Beobachtungen ist der Widerstand größer als von den Russen erwartet", sagte der Beamte. "Die ukrainische Luftabwehr, einschließlich der Flugzeuge, ist weiterhin einsatzbereit und greift russische Flugzeuge an verschiedenen Stellen des Landes an und verweigert ihnen den Zugang."

    Ukrainer zerschlagen angeblich tschetschenische Sondereinheit

    5.34 Uhr: Bei heftigen Kämpfen in der Umgebung von Hostomel haben ukrainische Truppen nach eigener Darstellung eine aus Russland kommende tschetschenische Sondereinheit zerschlagen. Dabei sei auch der Kommandeur, General Magomed Tuschajew, getötet worden, wie ein Gefangener später verraten habe. Wie die "Ukrainska Pravda" am frühen Sonntagmorgen weiter berichtete, erbeuteten die ukrainischen Soldaten bei diesen Kämpfen größere Mengen an Waffen. Die Angaben ließen sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen.

    Hostomel liegt am nordwestlichen Rand der Region Kiew und war zu Beginn des Kriegs Ziel starker russischer Angriffe. Neben dem internationalen Flughafen befindet sich dort auch ein großer Eisenbahnknotenpunkt.

    Fernsehen: Lager mit radioaktiven Abfällen in Kiew getroffen

    3.24 Uhr: In der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist nach Medienberichten im Verlauf neuer Kämpfe in der Nacht zum Sonntag ein Lager mit radioaktiven Abfällen getroffen worden. Die Deponie, eine Zweigstelle des Unternehmens Radon Union, sei von mehreren russischen Granaten getroffen worden, berichtete unter anderem der Sender "Kanal 24". Nach ersten Messungen bestehe "keine Bedrohung für die Bevölkerung außerhalb der Schutzzone"", hieß es. Die Angaben ließen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen.

    Das 1960 gegründete Unternehmen hat mehrere Filialen in der Ukraine. Hauptaufgabe ist die Entsorgung verschiedener Arten radioaktiver Abfälle.

    Gasleitung bei Charkiw explodiert und Öllager in Flammen

    2.21 Uhr: Im Verlauf schwerer Kämpfe rund um die ukrainische Stadt Charkiw ist in der Nacht zum Sonntag eine Gasleitung nach einer Explosion in Flammen aufgegangen. Nach Darstellung der ukrainischen Agentur Unian wurde die Leitung von russischen Truppen gesprengt. Dies ließ sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen.

    Zu dem Video der Explosion, das von der Agentur verbreitet wurde, hieß es, dass es sich dabei "nicht um einen nuklearen Angriff handelt, auch wenn es so aussehen mag". Unklar war, ob es sich bei der Leitung um eine regionale Erdgasleitung oder um einen Teil der aus Russland nach Europa führenden Leitungen handelt.

    Bei Angriffen wurden dann unter anderem ein Öllager in Wassylkiw, etwa 30 km südwestlich von Kiew getroffen, was ein riesiges Feuer auslöste, sowie eine Gaspipeline in Charkiw, wie es von ukrainischer Seite hieß.

    Elon Musk aktiviert Starlink in der Ukraine

    2.16 Uhr: Tech-Milliardär Elon Musk unterstützt die von Russland angegriffene Ukraine mit seinem Satelliten-Internetdienst Starlink. "Der Starlink-Dienst ist jetzt in der Ukraine aktiv. Weitere Terminals unterwegs", schrieb Musk am Samstag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Er kam damit einer entsprechenden Bitte des ukrainischen Ministers für Digitalisierung, Vize-Premier Mychajlo Fedorow, nach. Dieser hatte sich über Twitter direkt an Musk gewandt. In Reaktion auf Musks Antwort bedankte sich Fedorow bei dem US-Amerikaner auf Twitter und bei "jedem", der die Ukraine unterstütze.

    Elon Musk gehört zu den reichsten Menschen der Welt.
    Elon Musk gehört zu den reichsten Menschen der Welt. © dpa

    Russland schließt Luftraum für mehrere EU-Staaten

    00.05 Uhr: Russland hat in der Nacht zum Sonntag seinen Luftraum für Flugzeuge aus einer Reihe von EU-Staaten geschlossen. Nach einer Mitteilung der russischen Luftfahrtbehörde dürfen Maschinen aus Lettland, Estland und Litauen sowie Slowenien nicht mehr nach Russland einfliegen, wie die Agentur Tass berichtete. Das Verbot gelte auch für Transitflüge sowie Überflüge durch den russischen Luftraum. Damit werde auf entsprechende Schritte dieser Staaten reagiert.

    Samstag, 26. Februar: Verkehrsminister will Luftraum für russische Maschinen schließen

    22.38 Uhr: Im Konflikt mit Russland bereitet die Bundesregierung eine Sperrung des deutschen Luftraums für russische Maschinen vor. Bundesverkehrsminister Volker Wissing befürworte die Sperrung und habe angeordnet, alles dafür vorzubereiten, teilte sein Ministerium am Samstagabend mit.

    Lufthansa meidet Russland – Maschinen verlassen Luftraum

    22.02 Uhr: Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges fliegt die Lufthansa zunächst nicht mehr nach oder über Russland. Aufgrund «der aktuellen und sich abzeichnenden regulatorischen Situation» gelte dies für sieben Tage, teilte der Konzern am Samstagabend mit.

    Flüge nach Russland werden demnach ausgesetzt. "Flüge, die sich im russischen Luftraum befinden, werden diesen in Kürze wieder verlassen."

    Ukrainische Soldaten.
    Ukrainische Soldaten. © Anatolii Stepanov / AFP

    Bereits mehr als 3000 Festnahmen bei Anti-Kriegs-Demos in Russland

    22.00 Uhr: Entwicklungsministerin Svenja Schulze hat die Menschen auch in Russland zum Protest gegen den Ukraine-Krieg ermuntert. "Wir sind schockiert von dem, was gerade nur wenige Flugstunden entfernt in der Ukraine passiert. Aber wir sind nicht sprachlos", sagte die SPD-Politikerin unserer Redaktion. "Viele Menschen gehen auf die Straße, um für Frieden, Freiheit und Demokratie zu demonstrieren- übrigens auch in Russland. Wir alle zusammen zeigen damit, dass eine breite Mehrheit in unserem Land und in allen Ländern dieser Welt friedlich miteinander leben wollen, dass Kooperation besser ist als Konflikt."

    Europa erlebe die dunkelsten Stunden seit vielen Jahrzehnten, betonte die Ministerin. "Es ist ein Angriff auf die internationale Friedensordnung. Wladimir Putin hat die Ukraine angegriffen und trägt die alleinige Verantwortung für diesen Krieg."

    Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD).
    Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). © Reto Klar | Reto Klar

    21.41 Uhr: Bei Protesten gegen die russische Invasion in der Ukraine sind in Russland nach Angaben von Bürgerrechtlern bereits mehr als 3000 Menschen festgenommen worden. Seit Donnerstag habe es mindestens 3052 Festnahmen bei Anti-Kriegs-Demonstrationen gegeben, erklärte die Nichtregierungsorganisation OVD-info am Samstagabend. Allein am Samstag wurden demnach mindestens 467 Demonstranten abgeführt. Trotz eines strikten Demonstrationsverbots gehen seit Tagen immer wieder Menschen in Russland aus Protest gegen die Invasion auf die Straße.

    Die russischen Behörden gehen strikt gegen jegliche Kritik an der von Präsident Wladimir Putin befohlenen Invasion vor. Die Medienaufsicht Roskomnadsor untersagte am Samstag einheimischen Medien die Charakterisierung des Großangriffs auf die Ukraine als "Angriff", "Invasion" oder "Kriegserklärung". Derartige Begriffe sollten aus ihren Berichten gelöscht werden, ebenso wie alle Hinweise auf von den russischen Streitkräften in der Ukraine getöteten Zivilisten.

    Twitter-Nutzer melden Probleme in Russland

    21.36 Uhr: Menschen in Russland haben seit Samstagmorgen über Probleme bei der Nutzung des Kurznachrichtendienstes Twitter geklagt. Immer wieder ließ sich das soziale Netzwerk etwa auf Mobiltelefonen nicht aufrufen. Später teilte Twitter mit: "Wir sind uns bewusst, dass Twitter für einige Menschen in Russland eingeschränkt ist, und arbeiten daran, unseren Dienst sicher und zugänglich zu erhalten." Der Hintergrund der Störungen war zunächst unklar.

    Baltenstaaten sperren Luftraum für russische Flugzeuge

    21.30 Uhr: Die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen werden wegen Russlands Invasion in die Ukraine ihren Luftraum für russische Flugzeuge sperren. Das Flugverbot gilt ab Mitternacht am Sonntag für Luftfahrzeuge von Luftfahrtunternehmen mit Lizenzen, die von der Russischen Föderation erteilt wurden.

    Die Schließung des Luftraums der drei EU- und Nato-Länder erfolge dabei gleichzeitig und auf unbestimmte Zeit, teilte das Verkehrsministerium in Vilnius am Samstag mit. Ausnahmen soll es für Notlandungen und humanitäre Flüge geben. Zuvor hatten bereits Polen, Tschechien und Bulgarien ihren Luftraum für russische Maschinen gesperrt.

    Papst Franziskus telefoniert mit Ukraine-Präsident Selenskyj

    21.12 Uhr: Papst Franziskus hat am Samstag mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert. Das bestätigte ein Vatikan-Sprecher am Abend, nachdem zuvor schon die ukrainische Botschaft am Heiligen Stuhl über das Gespräch berichtet hatte. Das Oberhaupt der katholischen Kirche habe dabei seinen Schmerz über die tragischen Ereignisse nach dem russischen Angriff auf die Ukraine zum Ausdruck gebracht, hieß es in einem Tweet der Botschaft.

    Selenskyj schrieb ebenfalls beim Kurznachrichtendienst, dass er sich für die Gebete für Frieden in der Ukraine und eine Waffenruhe bedanke. "Das ukrainische Volk fühlt den geistigen Beistand Seiner Heiligkeit", twitterte das Staatsoberhaupt.

    Ukrainischer Präsident Selenskyj wirft Russland "Genozid" vor

    20.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland in seinem Krieg gegen die Ukraine "Genozid" vorgeworfen. Der UN-Sicherheitsrat müsse Russlands Handlungen als "Genozid" einstufen, schrieb das Staatsoberhaupt am Samstagabend bei Twitter. Zudem sollte Russland das Stimmrecht im UN-Sicherheitsrat entzogen werden. Zuvor hatte Selenskyj mit UN-Generalsekretär António Guterres gesprochen.

    Russlands Präsident Wladimir Putin wirft dem Nachbarland trotz fehlender Beweise ein Massenverbrechen am russischstämmigen Volk in der Ostukraine vor. "Die sogenannte zivilisierte Welt zieht es vor, den von Kiew begangenen Genozid im Donbass zu ignorieren", hatte er kürzlich gesagt. Vier Millionen Menschen seien betroffen. Putin hatte am Donnerstag einen Einmarsch in die Ukraine befohlen.

    Selenskyj schwor zudem seine Landsleute auf möglicherweise lange Kämpfe gegen russische Truppen ein. "Wir werden so lange kämpfen, wie es dauert, um das Land zu befreien." Selbst wenn in Notunterkünften Kinder geboren und der Beschuss fortgesetzt würden, "hat der Feind in diesem Volkskrieg keine einzige Chance".

    Dobrindt – Deutsche Waffenlieferungen notwendig und richtig

    20.24 Uhr: CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat die Entscheidung der Bundesregierung zur Lieferung von Panzerabwehrwaffen und Boden-Luft-Raketen als notwendig und richtig bezeichnet. "Wir dürfen nicht zusehen, wie eine in Teilen wehrlose, aber hochmotivierte Bevölkerung niedergewalzt wird", sagte Dobrindt am Samstagabend in Berlin nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen in einer hybriden Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag.

    "Wir liefern Waffen nicht, um Krieg zu führen. Wir liefern Waffen, um Verhandlungen möglich zu machen", ergänzte er demnach. "Das kann man nur erreichen, wenn die Opfer in diesem Angriffskrieg sich wehrhafter zeigen können."

    Kiew im Fokus am dritten Tag des russischen Krieges gegen die Ukraine.
    Kiew im Fokus am dritten Tag des russischen Krieges gegen die Ukraine.

    Selenskyj erfreut über deutsche Waffen – "Weiter so, Kanzler Scholz"

    20.10 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich erfreut über die angekündigte Lieferung deutscher Waffen gezeigt. "Deutschland hat gerade die Lieferung von Panzerabwehr-Granatwerfern und Stinger-Raketen an die Ukraine angekündigt. Weiter so, Kanzler
    Olaf Scholz", schrieb Selenskyj am Samstagabend auf Twitter. "Die Anti-Kriegs-Koalition handelt!"

    Deutschland liefert Waffen aus Bundeswehrbeständen an Ukraine

    19.11 Uhr: Deutschland liefert nun Waffen aus den Beständen der Bundeswehr an die Ukraine. Wie Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Samstag mitteilte, werden die ukrainischen Streitkräfte mit 1000 Panzerabwehrwaffen sowie 500 Boden-Luft-Raketen vom Typ "Stinger" unterstützt.

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    Bundesregierung genehmigt Estland Lieferung von Geschützen an Ukraine

    18.51 Uhr: Die Bundesregierung hat Estland die Lieferung mehrerer Artilleriegeschütze aus DDR-Altbeständen an die Ukraine genehmigt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Samstag aus Regierungskreisen.

    Ukrainer rufen Russen zum Widerstand gegen Putin auf

    18.37 Uhr: Mehrere tausend Menschen haben in Wien gegen Russlands Präsident Wladimir Putin und seine Invasion in die Ukraine demonstriert. Eine Ukrainerin forderte dabei am Samstag Russen zum aktiven Widerstand gegen ihren Staatschef auf. "Macht doch verdammte Scheiße etwas", sagte sie auf Russisch. Eine andere Demonstrantin forderte anwesende Russen auf, ihre Verwandten in der Heimat zu kontaktieren und zum Protest zu bewegen.

    Auch in anderen österreichischen Städten kam es zu Kundgebungen. In Linz und Graz zählte die Polizei jeweils mehrere hundert Menschen, die ein Ende des Krieges forderten.

    Deutschland bei Russland-Sanktionen für "gezielte" Einschränkung von Swift

    18.30 Uhr: Die Bundesregierung hat sich wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine für eine "gezielte und funktionale" Einschränkung des internationalen Zahlungssystems Swift ausgesprochen. Es werde "mit Hochdruck" daran gearbeitet, wie eine Abkopplung Russlands von Swift so eingegrenzt werden könne, "dass sie die Richtigen trifft", erklärten Bundesaußenministerin Annalena Baerbock und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (beide Grüne) am Samstag. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor an die EU appelliert, zusätzlich zu den bereits beschlossenen Sanktionen Russland vom Swift-System auszuschließen.

    Berlin gibt wohl Lieferung von Panzerfäusten aus Niederlanden frei

    17.50 Uhr: Die Bundesregierung hat den Niederlanden die Lieferung von 400 Panzerfäusten aus deutscher Produktion an die Ukraine genehmigt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Samstag aus der Bundesregierung. Bisher hatte sie alle Exporte tödlicher Waffen in die Ukraine prinzipiell abgelehnt, weil es sich um ein Krisengebiet handelt.

    Die Ukraine fordert von Deutschland seit Monaten die Lieferung tödlicher Waffen und anderer Rüstungsgüter. Bisher hatte die Bundesregierung nur 5000 Helme zugesagt, die am Samstag an die ukrainischen Streitkräfte übergeben wurden.

    Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz wurde am Samstag zudem die Ausfuhr von 14 sondergeschützten gepanzerten Fahrzeugen für die Ukraine genehmigt. Die Fahrzeuge dienten dem Personenschutz, gegebenenfalls auch Evakuierungszwecken, hieß es. Sie sollen an ukrainische Dienststellen übergeben werden. Zudem soll bis zu 10 000 Tonnen Treibstoff über Polen in die Ukraine geliefert werden. Weitere Unterstützungsleistungen würden derzeit geprüft.

    Pentagon: Militärischer Fortschritt der Russen langsamer als erwartet

    17.31 Uhr: Die russische Militäroffensive in der Ukraine macht nach Angaben eines ranghohen Vertreters des US-Verteidigungsministeriums langsamer Fortschritte als von Moskau erwartet. "Sie treffen auf mehr Widerstand, als sie erwartet haben", sagte der Vertreter des Pentagons in einem Briefing für Journalisten. Die Truppen seien nicht "so weit oder so schnell vorgedrungen wie wir angenommen hatten". "Unserer Einschätzungen zufolge leisten die Ukrainer mehr Widerstand als die Russen erwartet hatten", sagte der Vertreter am Freitag einer vom Pentagon veröffentlichten Mitschrift zufolge.

    Kiew weist Angaben aus Moskau zu abgesagten Verhandlungen zurück

    16.45 Uhr: Die ukrainische Führung hat Vorwürfe aus Moskau zurückgewiesen, sie habe Friedensverhandlungen mit Russland abgesagt. Präsidentenberater Mychajlo Podolak warf der russischen Regierung Lügen vor. "Ihre Kommentare, dass wir Verhandlungen abgesagt hätten, sind lediglich Teil ihrer Taktik", sagte Podolak einer Mitteilung vom Samstag zufolge. "Sie scheinen die Verhandlungen in eine Sackgasse lenken zu wollen, bevor sie überhaupt begonnen haben." Podolak forderte, Gespräche müssten eine "ehrliche Lösung" im Interesse der Ukrainer und der ukrainischen Staatlichkeit ergeben.

    Podolak kritisierte auch Kreml-Angaben, denen zufolge Russland seine Offensive am Freitagabend angesichts erwarteter Verhandlungen ausgesetzt habe. Die Realität habe gezeigt, dass dies eine Lüge sei. "Die Kämpfe waren brutal, mit maximaler Intensität. Gerade weil Präsident (Wolodymyr) Selenskyj kategorisch inakzeptable Bedingungen und Ultimaten für die Ukraine ablehnt. Nur vollwertige Verhandlungen."

    Ukrainische Straßenverwaltung ruft zum Abbau von Schildern auf

    16.11 Uhr: Um den russischen Vormarsch in der Ukraine zu stören, hat die ukrainische Straßenverwaltung zum Abbau aller Straßenschilder aufgefordert. Die zuständige Behörde Ukrawtodor rief am Samstag alle Reiseorganisationen und Gebietsverwaltungen dazu auf, unverzüglich mit der Demontage von Schildern in ihrer Nähe zu beginnen.

    Priorität hätten Namen von Siedlungen und Orten. "Der Feind hat eine erbärmliche Mobilverbindung, er kann sich nicht am Terrain orientieren", teilte die Behörde über den Nachrichtenkanal Telegram mit. "Helfen wir ihm, direkt zur Hölle zu fahren."

    Wladimir Klitschko meldet sich mit Video

    15.53 Uhr: Auch der Bruder des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko hat sich in einem Video in den sozialen Netzwerken zu Wort gemeldet. Auf LinkedIn schrieb Wladimir Klitschko: "My message to the world: ACT NOW - STOP THIS WAR!" Das Video postete er auch auf Twitter.

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    Menschen in Russland berichten über erste Probleme beim Geldabheben

    14.45 Uhr: Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine und darauf folgenden westlichen Sanktionen gegen Banken haben Menschen in Moskau und anderen russischen Städten über erste Probleme beim Abheben von Bargeld geklagt. Ein Mann erzählte der Deutschen Presse-Agentur, dass er am Samstag erst nach längerem Suchen in der Moskauer Innenstadt einen Sberbank-Automaten habe finden können, der 7500 Rubel (rund 80 Euro) auswarf. Ein Automat der Rosbank im Luxus-Kaufhaus "Gum", wo sonst auch Dollar und Euro gezogen werden können, gab keine Fremdwährungen mehr aus, wie der 41-Jährige sagte.

    Auch andere Moskauer berichteten von solchen Problemen. Ein Mann aus der Ostsee-Metropole St. Petersburg schickte ein Foto von einem Automaten der Raiffeisen Bank, auf dessen Bildschirm stand: "Der Bankautomat ist vorübergehend abgestellt." Ein anderer Automat habe die gewünschte Summe von 50.000 Rubel (530 Euro) nicht ausgegeben - und stattdessen die Empfehlung angezeigt, es mit dem Abheben mehrerer kleinerer Summen noch einmal zu versuchen.

    Flüchtlinge aus Ukraine: Chaos an Banhöfen

    14.20 Uhr: Der Bahnhof von Lwiw, im Westen der Ukraine, ist zum Fluchtpunkt geworden. Im wörtlichen Sinne. Hier spitzt sich die humanitäre Lage im Krieg in der Ukraine zu, hierher sind Menschen geflüchtet aus dem ganzen Land. In der Bahnhofshalle drängen sich die Menschen in Richtung Gleise, es ist laut, alles ist eng. Draußen auf dem Vorplatz warten Geflüchtete mit Koffern und Taschen auf eine Gelegenheit, das Land zu verlassen. Einige kommen aus dem Osten der Ukraine, andere aus der Hauptstadt Kiew. Aber nicht alles sind dem Anschein nach ukrainische Staatsbürger, auch viele Ausländer versuchen, das Land per Zug in Richtung Polen zu verlassen.

    Wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine sind nach Schätzungen des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) bisher weit mehr als 100.000 Menschen in Nachbarländer geflüchtet. Allein nach Polen seien an den ersten beiden Tagen der Invasion etwa 75.000 Menschen geflüchtet, sagte der deutsche UNHCR-Sprecher Chris Melzer der dpa. Russland hatte die Ukraine am Donnerstag angegriffen.

    In der westukrainischen Stadt Lwiw wird der Bahnhof immer voller mit Menschen, die sich vor dem drohenden russischen Angriff in Sicherheit bringen wollen.
    In der westukrainischen Stadt Lwiw wird der Bahnhof immer voller mit Menschen, die sich vor dem drohenden russischen Angriff in Sicherheit bringen wollen. © FUNKE Foto Service | Jan Jessen

    SPD-Chef wegen Corona nicht bei Bundestagssitzung zum Ukraine-Krieg

    14.00 Uhr: Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil wird wegen einer Corona-Infektion nicht an der Sondersitzung des Bundestags zum Ukraine-Krieg an diesem Sonntag teilnehmen. "Mich hat Corona nun auch erwischt", schrieb er am Samstag auf Twitter. "Mir geht es den Umständen entsprechend ok, ich habe Symptome und bin in Quarantäne." Eigentlich habe er im Bundestag reden wollen. "Danach wollte ich mit vielen von Euch für Frieden in der Ukraine demonstrieren. Beides musste ich leider absagen." Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine will Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei der Sondersitzung des Bundestags eine Regierungserklärung "zur aktuellen Lage" abgeben.

    Kreml: Ukraine lehnt Friedensverhandlungen ab

    13.57 Uhr: Die Ukraine hat nach Kremlangaben Friedensverhandlungen mit Russland abgelehnt. "Da sich die ukrainische Seite grundsätzlich weigerte zu verhandeln, wurde der Vormarsch der wichtigsten russischen Streitkräfte heute Nachmittag gemäß dem Operationsplan wieder aufgenommen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Samstag der Agentur Interfax zufolge. Eine Bestätigung von ukrainischer Seite gab es zunächst nicht.

    Scholz unter Druck – Ist er zu milde zu Putin?

    13.55 Uhr: Kanzler Scholz hat einen Ausschluss Russlands aus Swift blockiert. Die Kritik daran und die Rufe nach einer härteren Gangart werden schärfer. Lesen Sie dazu: Scholz unter Druck: Rufe nach härterer Gangart gegen Putin

    So will Vitali Klitschko den Kampf um Kiew gewinnen

    13.45 Uhr: Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko wird schon jetzt als Bürgermeister für seinen Einsatz im Kampf um Kiew verehrt. Das macht ihn auch zur Zielscheibe. Lesen Sie dazu: Krieg in der Ukraine: Vitali Klitschkos härtester Kampf

    Slowakei ruft "Ausnahmesituation" für Flüchtlingsaufnahme aus

    13.15 Uhr: Die Regierung der Slowakei hat die sogenannte Ausnahmesituation ausgerufen, um den Zustrom von Flüchtlingen aus dem Nachbarland Ukraine besser bewältigen zu können. Diese Notmaßnahme erlaubt es der Regierung, rasch besondere Zivilschutzmaßnahmen zu ergreifen, ohne vorher das Parlament damit befassen zu müssen. Beispielsweise dürfen Mitarbeiter staatlicher Institutionen so auch außerhalb ihrer planmäßigen Dienstzeiten zu Einsätzen verpflichtet werden.

    Im Unterschied zu einem "Ausnahmezustand" werden dabei aber die Grundrechte der Bürger nicht eingeschränkt. Im Grunde ändere sich durch die Maßnahme nicht viel, weil schon bisher eine "Ausnahmesituation" in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie in Kraft gewesen sei, erklärte der konservative Regierungschef Eduard Heger. Die slowakische Regierung gab zudem bekannt, dass sie Treibstoff und Munition in die Ukraine liefern werde. Heger bestätigte nach der Sondersitzung der Regierung auch, dass in Kürze Soldaten und militärisches Material der Nato in die Slowakei gebracht würden.

    Bürgermeister Klitschko verschärft Ausgangssperre in Kiew

    13.00 Uhr: Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hat die Ausgangssperre in der ukrainischen Hauptstadt angesichts der andauernden russischen Angriffe verschärft: Wer sich zwischen 17.00 und 08.00 Uhr auf der Straße aufhalte, werde als "Feind" betrachtet, erklärte Klitschko am Samstag im Messengerdienst Telegram. Bisher hatte die kriegsbedingte Ausgangssperre in der ukrainischen Hauptstadt von 22.00 bis 07.00 Uhr gegolten.

    "Alle Zivilisten, die sich während der Ausgangssperre auf den Straßen aufhalten, werden als Mitglieder von Sabotage- oder Aufklärungstruppen des Feindes betrachtet", betonte Klitschko. Der Bürgermeister kündigte zugleich an, dass der U-Bahn-Verkehr in der Hauptstadt eingestellt werde. Die U-Bahn-Stationen dienten nun als Schutzräume für die Bürger der Stadt.

    Russischer Angriff auf Kiew offenbar abgewehrt

    12.52 Uhr: Nach einer turbulenten Nacht sei die Lage in der ukrainischen Hauptstadt Kiew unter Kontrolle, so Bürgermeister Klitschko. Mittlerweile gebe es keine russischen Truppen in der Stadt, erklärte der Bürgermeister in einem auf Telegram verbreiteten Videoclip. Die ukrainische Armee fügte hinzu, einen Angriff russischer Streitkräfte auf eine wichtige Militärstellung in der Hauptstadt abgewehrt zu haben.

    Vitali Klitschko, Oberbürgermeister von Kiew.
    Vitali Klitschko, Oberbürgermeister von Kiew. © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

    Düsseldorf legt Städtepartnerschaft mit Moskau auf Eis

    12.32 Uhr: Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine legt die Landeshauptstadt Düsseldorf die Städtepartnerschaft mit Moskau auf Eis. Laut Mitteilung von Freitagabend hat Oberbürgermeister Stephan Keller dies seinem Moskauer Amtskollegen Sergei Semjonowitsch Sobjanin in einem Schreiben mitgeteilt, das derzeit auf dem Weg nach Russland ist. "Der Angriff Russlands auf die Ukraine ist ein beispielloser Akt der Aggression, ein unerträglicher Bruch des Völkerrechts, den wir nur auf das allerschärfste verurteilen können. Wir in Europa, in Deutschland und in Düsseldorf sind nun aufgerufen, solidarisch zur Ukraine und der ukrainischen Bevölkerung zu sein", sagte Keller laut Mitteilung.

    Selenskyj ruft Berlin und Budapest zu Unterstützung von Swift-Ausschluss Moskaus auf

    12.13 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Deutschland und Ungarn angesichts der russischen Invasion in sein Land aufgefordert, den Ausschluss Moskaus aus dem internationalen Zahlungssystem Swift zu unterstützen. "Es gibt bereits fast die volle Unterstützung der EU-Länder, Russland von Swift abzukoppeln", sagte Selenskyj am Samstag in einer im Netz veröffentlichten Videobotschaft. "Ich hoffe, dass Deutschland und Ungarn den Mut haben werden, diese Entscheidung zu unterstützen."

    Die EU hatte angesichts des russischen Einmarschs weitreichende Sanktionen gegen das Land verhängt. Uneinigkeit herrscht jedoch weiterhin darüber, ob Russland auch aus Swift ausgeschlossen werden soll. Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn verteidigte am Freitag die Entscheidung, auf diese Strafmaßnahme vorerst zu verzichten. "Wir können neben dieser Krise, die wir jetzt haben, nicht noch eine Welthandelskrise provozieren", sagte er.

    Selenskyj ruft Europäer mit Kampferfahrung zur Verteidigung der Ukraine auf
    Selenskyj ruft Europäer mit Kampferfahrung zur Verteidigung der Ukraine auf

    Moskau: Begriffe wie "Angriff" für Ukraine-Krieg in Medien verboten

    12.07 Uhr: Russland will seinen Medien in der Berichterstattung über den Krieg gegen die Ukraine Begriffe wie "Angriff", "Invasion" und "Kriegserklärung" verbieten. Diese müssten gelöscht werden, teilte die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor am Samstag in Moskau mit. Das gelte auch für die Verbreitung "unwahrer Informationen über den Beschuss ukrainischer Städte und den Tod von Zivilisten in der Ukraine durch Handlungen der russischen Armee".

    Roskomnadsor beschuldigte unabhängige Medien wie die von dem Friedensnobelpreisträger Dmitri Muratow geführte kremlkritische Zeitung "Nowaja Gaseta", den Internetsender Doschd und den Radiosender Echo Moskwy, falsche Informationen verbreitet zu haben. Russland bezeichnet die Invasion in die Ukraine offiziell als "Militäroperation" und spricht von einer "Friedensmission" in den Separatistengebieten in der Ostukraine.

    Tschechien schickt Ukraine Maschinengewehre und Munition

    11.45 Uhr: Tschechien schickt der von Russland angegriffenen Ukraine weitere Militärhilfe. Es handele sich um Maschinengewehre, Maschinenpistolen, Scharfschützengewehre und passende Munition, teilte Verteidigungsministerin Jana Cernochova am Samstag bei Twitter mit. Die Lieferung habe einen Gesamtwert von umgerechnet rund 7,5 Millionen Euro.

    Das tschechische Innenministerium übernimmt demnach den Transport in die Ex-Sowjetrepublik. "Unsere Hilfe hört nicht auf", betonte die Liberalkonservative Cernochova. Bereits Ende Januar hatte die Regierung in Prag entschieden, der Ukraine 4000 Artilleriegranaten zur Verfügung zu stellen. Zudem ist man bereit, verletzte ukrainische Soldaten in tschechischen Krankenhäusern zu behandeln. Für die Stärkung der Ostflanke der Nato hat das tschechische Kabinett bis zu 580 Soldaten bereitgestellt, die im Rahmen der schnellen Reaktionskräfte des Verteidigungsbündnisses innerhalb kurzer Zeit zum Einsatz kommen können. Darunter sind auch Spezialisten für die Abwehr von Chemiewaffen.

    5000 Helme aus Deutschland an das ukrainische Militär übergeben

    11.20 Uhr: Die von der Bundesregierung versprochenen 5000 Helme sind am Samstag an das ukrainische Militär übergeben worden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Berlin. Die Helme waren am Freitag in zwei Lastwagen auf den Weg gebracht worden. Es ist bisher die einzige Rüstungshilfe, die die Bundesregierung der Ukraine in der aktuellen Krise zugesagt hat. Die Lieferung tödlicher Waffen schließt sie auch nach dem russischen Angriff auf die Ukraine aus. Eine Wunschliste der ukrainischen Botschaft mit militärischer Ausrüstung wird seit mehr als drei Wochen geprüft.

    Auch die Helme waren von der ukrainischen Regierung angefordert worden. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte die Rüstungshilfe als "ganz deutliches Signal" gewertet, dass Deutschland an der Seite der Ukraine stehe. Die Ukraine kritisiert die deutsche Zurückhaltung bei den Rüstungslieferungen dagegen scharf. Andere Nato-Staaten wie die USA, Großbritannien und auch baltische Ländern unterstützen die Ukraine mit Waffen.

    Ukraine: 198 Zivilisten durch russische Angriffe getötet

    11.07 Uhr: Bei Angriffen der russischen Streitkräfte sind nach Angaben der ukrainischen Behörden bislang 198 Zivilisten getötet worden. Unter den Todesopfern seien drei Kinder, erklärte der ukrainische Gesundheitsminister Viktor Ljaschko am Samstag im Online-Netzwerk Facebook. Zudem seien 1115 Menschen verletzt worden, darunter 33 Kinder. Diese Angaben lassen sich von unabhängiger Seite kaum überprüfen.

    Russland: Moskau suspendiert Raketenstarts von Weltraumbahnhof Kourou

    10.20 Uhr: Russland setzt als Reaktion auf die EU-Sanktionen nach dem Großangriff auf die Ukraine alle Raketenstarts vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana aus. Die russische Weltraumbehörde Roskosmos setze "die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern bei der Organisation von Weltraumstarts vom Kosmodrom Kourou aus", erklärte sie am Samstag. Auch ihr technisches Personal, insgesamt knapp 90 Mitarbeiter, werde aus Französisch-Guayana abgezogen.

    Als Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine hatte unter anderem die EU harte Sanktionen gegen den russischen Finanz-, Energie- und Transportsektor beschlossen. Dazu zählt ein Exportverbot für Flugzeuge sowie von Teilen und Ausrüstung der Luft- und Raumfahrtindustrie. Am Freitag setzte Brüssel neben den USA und Großbritannien zudem Präsident Wladimir Putin und seinen Außenminister Sergej Lawrow auf die Sanktionsliste. Der Kreml drohte dem Westen mit Vergeltungsmaßnahmen.

    Mehr als 800 ukrainische Militärobjekte "außer Gefecht"

    10.00 Uhr: Russland hat nach eigenen Angaben seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine am Donnerstag insgesamt mehr als 800 ukrainische Militärobjekte "außer Gefecht" gesetzt. Dies teilte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Samstagmorgen in Moskau mit. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Nach Konaschenkows Darstellung wurden 14 Militärflugplätze, 19 Kommandoposten, 24 Flugabwehr-Raketensysteme vom Typ S-300 und 48 Radarstationen zerstört. Zudem seien acht Marine-Boote der Ukraine getroffen worden.

    Konaschenkow sagte außerdem, dass Separatistenkämpfer aus der ostukrainischen Region Luhansk mittlerweile etwa 30 Kilometer in bislang von ukrainischen Regierungstruppen kontrolliertes Gebiet weit vorgerückt seien. Donezker Kämpfer hätten mit russischer Unterstützung weitere Geländegewinne über sechs Kilometer erzielen können. Am Freitagabend hieß es, die Aufständischen seien dort 25 Kilometer weiter in ukrainisches kontrolliertes Gebiet vorgedrungen.

    Ukraine: 3500 russische Soldaten seit Kriegsbeginn getötet

    9.50 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben den russischen Truppen nach eigenen Angaben seit Beginn der Invasion schwere Verluste zugefügt. 3500 russische Soldaten seien getötet und 200 weitere gefangen genommen worden, teilte das ukrainische Militär am Samstag mit. Zudem seien 14 Flugzeuge, 8 Hubschrauber und 102 Panzer sowie mehr als 530 weitere Militärfahrzeuge zerstört worden. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

    In verschiedenen Teilen des Landes werde schwer gekämpft, hieß es in der Mitteilung weiter. In Sumy im Nordosten, Mariupol im Süden und Poltawa im Osten hätten russische Kampfjets Angriffe geflogen. In der Hauptstadt Kiew seien auch zivile Ziele ins Visier genommen worden. Russland hatte am Donnerstag einen großflächigen Angriff auf das Nachbarland gestartet.

    Polen: Bislang 35.000 Flüchtlinge aus der Ukraine eingetroffen

    9.40 Uhr: In Polen sind nach Regierungsangaben bislang Zehntausende Flüchtlinge aus der Ukraine angekommen. "In den vergangenen 24 Stunden haben 35.000 Menschen die polnisch-ukrainische Grenze in Richtung Polen überquert", sagte Vize-Innenminister Pawel Szefernaker am Freitagabend dem öffentlich-rechtlichen Sender TVP.

    Nach seinen Angaben handelt es sich hauptsächlich um Frauen mit Kindern sowie Männer im nichtwehrfähigen Alter. Auf der ukrainischen Seite der Grenze hätten sich lange Staus gebildet. Die Abfertigung der Flüchtlinge dort werde auch dadurch langsamer, weil es durch die Kriegssituation zu Ausfällen im Computersystem des ukrainischen Grenzschutzes komme, sagte Szefernaker weiter. Polen sei in der Lage, täglich bis zu 50.000 Flüchtlinge aus der Ukraine an der Grenze abzufertigen.

    Flüchtlinge am Grenzübergang Medyka-Schehyni berichteten laut einer Reporterin der Deutschen Presse-Agentur von stundenlangen Wartezeiten auf der ukrainischen Seite auch für Menschen, die die Grenze zu Fuß überqueren wollen.

    Bundeswehrverband fordert Sofortprogramm für Ausrüstung der Truppe

    9.30 Uhr: Als Reaktion auf die Ukraine-Krise hat der Vorsitzende des Bundeswehrverbands, André Wüstner, ein Sofortprogramm zur Verbesserung der Ausrüstung der Truppe und eine weitere Aufstockung des Verteidigungsetats gefordert. "Warten ist nicht mal mehr die zweitbeste Option", sagte Wüstner am Samstag im ZDF-"Morgenmagazin". Wir haben im Bereich Munition, Fahrzeuge, Schiffe, Flugzeuge, Ersatzteile massive Probleme." Die Politik müsse jetzt "endlich aufwachen". Das gelte nicht nur für die strategische Neuausrichtung in der Russlandpolitik, sondern auch für die Aufstellung der Bundeswehr.

    Der neue CSU-Generalsekretär Stephan Mayer verlangte in derselben Sendung ebenfalls eine starke Aufstockung des Verteidigungshaushalts. Es gelte, "die Bündnis- und die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr zu verbessern und ganz konkret das Zwei-Prozent-Ziel auch möglichst bis 2023 dann auch anzustreben", sagte Mayer. Gemeint ist die Zusage der Nato-Partner, bis 2024 zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. Zuletzt lag Deutschland bei 1,55 Prozent und damit sehr weit vom Ziel entfernt.

    Ukrainischer Präsident Selenskyj fordert Aufnahme in die EU

    9.15 Uhr: Angesichts des russischen Angriffs hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Aufnahme seines Landes in die Europäische Union gefordert. "Es ist ein entscheidender Moment, um die langjährige Diskussion ein für alle Mal zu beenden und über die Mitgliedschaft der Ukraine in der #EU zu entscheiden", twitterte Selenskyj am Samstag. Er habe mit EU-Ratspräsident Charles Michel über "weitere wirksame Hilfe" sowie den "heldenhaften Kampf der Ukrainer für ihre freie Zukunft" diskutiert.

    Eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine galt bisher als ausgeschlossen. Ein solcher Schritt dürfte zudem nach Ansicht von Experten eine Einigung mit Russland unmöglich machen. Die Frage einer Annäherung an die EU war Auslöser der Massenproteste auf dem zentralen Kiewer Platz Maidan. Sie führten 2014 zum Sturz des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. In der Folge annektierte Russland die Schwarzmeerhalbinsel Krim, in der Ostukraine brach Krieg aus.

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    Russland meldet Einnahme der ukrainischen Stadt Melitopol

    9.00 Uhr: Russland hat nach eigenen Angaben die Stadt Melitopol im Süden der Ukraine eingenommen. Die russische Armee habe "die vollständige Kontrolle" über die Stadt unweit der Halbinsel Krim übernommen, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Samstag im russischen Fernsehen. Zudem habe Moskau in der Nacht ukrainische Militäreinrichtungen mit Marschflugkörpern unter Beschuss genommen.

    Dem Sprecher zufolge wurden die ukrainischen Militäreinrichtungen "mit luft- und seegestützten Marschflugkörpern" angegriffen. Es handle sich dabei um "Präzisionswaffen großer Reichweite". Russland hatte am Donnerstagmorgen mit einem Großangriff auf die Ukraine begonnen. In mehreren Städten schlugen Raketen oder Artilleriegranaten ein. Russische Bodentruppen waren anschließend binnen weniger Stunden bis in den Großraum Kiew vorgedrungen.

    Gregor Gysi warnt die Nato vor einem militärischen Eingriff in den Krieg zwischen Russland und der Ukraine

    8.45 Uhr: Gregor Gysi warnt die Nato vor einem militärischen Eingriff in den Krieg zwischen Russland und der Ukraine. "Wenn die Nato das täte, dann hätten wir den Dritten Weltkrieg." Gleichzeitig hoffe der Bundestagsabgeordnete und außenpolitische Sprecher der Linken-Fraktion, dass der russische Präsident klug genug sei, kein Nato-Land anzugreifen. "Denn wenn das passierte, hätten wir ebenfalls den Dritten Weltkrieg", sagte Gregor Gysi unserer Redaktion. "Einen Krieg gegen Russland zu führen, wäre ein Wahnsinn, eine absolute Katastrophe", so Gysi.

    Die Menschen in der Ukraine dürfe man trotzdem nicht im Stich lassen. "Wenn Putin eine Marionettenregierung einsetzen sollte, können wir auch über diese der Bevölkerung helfen", meint Gysi und sieht Putin unter Druck. Denn würde der russische Präsident in der Ukraine ein "richtiges Besatzungsregime" aufbauen, hätte er viele Probleme. "Eines bestünde darin, dass er für "seine" Ukraine keinen einzigen Euro, keinen einzigen Dollar erhielte, es für ihn also sehr, sehr teuer werden würde."

    Wohnhaus in Kiew offenbar von Rakete getroffen

    8.35 Uhr: Ein Wohnhaus in Kiew wurde in der Nacht offenbar von einer russischen Rakete getroffen. Ein entsprechendes Foto hat der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba auf dem Nachrichtendienst Twitter gepostet. Das Bild zeigt ein Hochhaus, zwanzig Stockwerke hoch. Mitten in dem Wohnhaus klafft ein großes Loch, offenbar ein Raketeneinschlag. Rauch steigt auf, Stahl und Beton sind zerstört. Auch auf den Straßen, die das Wohnhaus umgeben, liegen Schutt und Trümmerteile. Informationen über eine Zahl von Toten oder Verletzten macht die ukrainische Regierung nicht. Außenminister Kuleba ruft in seinem Kommentar erneut die Weltgemeinschaft zu noch schärferen Sanktionen gegen Russland auf.

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    Zugleich meldet das ukrainische Militär den Abschuss von eines russischen Militär-Transportflugzeugs vom Typ IL-76. Dabei soll auch ein "feindlicher Fallschirmjäger"getroffen worden sein. Die Nachrichtenagentur AP berichtet sogar von zwei schweren Transportfliegern der russischen Armee, die getroffen worden sein sollen. AP beruft sich dabei auf US-Militärkreise. Fotos oder Videos von den möglichen Abschüssen gibt es bisher nicht.

    Facebook verbietet russischen Staatsmedien Werbung auf der Plattform

    8.24 Uhr: Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine hat der Facebook-Konzern Meta die Möglichkeiten russischer Staatsmedien eingeschränkt, auf der Online-Plattform Geld zu verdienen. "Wir verbieten russischen Staatsmedien ab sofort, auf unserer Plattform überall auf der Welt Werbung zu schalten", erklärte Facebook-Sicherheitschef Nathaniel Gleicher am Freitag (Ortszeit) bei Twitter. Die Maßnahme stehe kurz vor der Umsetzung.

    Meta hatte zuvor erklärt, dass Russland beschlossen habe, den Zugang zu Facebook "einzuschränken" und den Betrieb der Plattform zu "verlangsamen". Moskau beschuldigt die US-Plattform unter anderem, russische Medien zu zensieren. "Gestern haben uns die russischen Behörden aufgefordert, die unabhängige Überprüfung und Kennzeichnung von Inhalten, die von vier staatlichen russischen Medienorganisationen auf Facebook veröffentlicht wurden, einzustellen", erklärte Facebook-Vizepräsident Nick Clegg am Freitag. "Wir haben uns geweigert. Daraufhin haben sie angekündigt, den Zugang zu unseren Diensten zu beschränken."

    Russlands Partner enthalten sich im UN-Sicherheitsrat – China sendet klares Signal

    8.14 Uhr: Eine Resolution des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen sollte den Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine "aufs Schärfste" verurteilen. Der Entwurf bekräftigte die Souveränität und territoriale Integrität aller Staaten. Die Resolution scheiterte im UN-Sicherheitsrat – allerdings nur an dem Veto-Recht Russlands. Alle anderen Mitglieder hatten die Verurteilung des Angriffs auf die Ukraine unterstützt. Drei wichtige Partner enthielten sich: Indien, die Vereinigten Arabischen Emirate – und auch China. Westliche Diplomaten werten das als Erfolg. Die Weltgemeinschaft habe Geschlossenheit demonstriert.

    Vor allem das Stimmverhalten Chinas ist nach Ansicht von westlichen Demokratien ein klares Signal gegen den russischen Einmarsch. Der chinesische UN-Botschafter Zhang Jun erklärte in der Sitzung: "China ist zutiefst besorgt über die jüngsten Entwicklungen der Lage in der Ukraine. Jetzt sind wir an einem Punkt angelangt, den wir nicht sehen wollen." China hob die Eigenständigkeit aller souveränen Staaten hervor. Zugleich kritisierte das Land jedoch auch das westliche Verteidigungsbündnis Nato und sprach Russland legitime Sicherheitsinteressen zu.

    Ukrainischer Präsident Selenskyj meldet sich mit Kampfansage aus Kiew

    7.38 Uhr: Am frühen Samstagmorgen meldet sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut mit einer Videobotschaft von seinem Handy an die Menschen in dem Land. "Alles wünsche ich einen Guten Morgen", sagt Selenskyj. Das Video ist im Stadtzentrum von Kiew aufgenommen, offenbar direkt vor dem Sitz des Präsidenten. So will Selenskyj an die eigene Bevölkerung demonstrieren, dass die russische Armee die Stadt bisher nicht einnehmen konnte. "Glauben Sie keine Falschmeldungen", ist das Video betitelt. Selenskyj betont, dass die ukrainische Armee Widerstand leiste gegen die Invasion von Putins Panzern. "Es ist unser Recht, unser Land zu verteidigen", sagt der Präsident. "Unsere Kinder." Und er hebt hervor: "Wir werden unsere Waffen nicht niederlegen."

    Mehrfach hatte sich Selenskyj in den ersten Tagen des Krieges per Videobotschaft an die Bevölkerung mit Durchhalteparolen gewandt. Im sozialen Netzwerk Twitter kommentieren viele Menschen die Nachricht des Präsidenten. "Ein wahrer Held", schreibt jemand. Ein anderer Nutzer zeigt ein Foto mit ukrainischen Soldatinnen, sie tragen Sonnenblumen im Haar in den Nationalfarben der Ukraine, gelb und blau.

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    Ukrainische Behörden melden Straßenkämpfe in der Hauptstadt Kiew

    7.24 Uhr: Die ukrainischen Behörden in Kiew warnen angesichts des russischen Einmarsches vor Straßenkämpfen in der Hauptstadt. "Auf den Straßen unserer Stadt laufen jetzt Kampfhandlungen. Wir bitten darum, Ruhe zu bewahren und maximal vorsichtig zu sein!", hieß es in der Mitteilung am Samstag. Wer in einem Bunker sei, solle dort bleiben. Im Fall von Luftalarm sollten die Menschen den nächsten Bunker aufsuchen. Die Stadt veröffentlichte eine Karte dazu.

    "Wenn Sie zuhause sind, dann gehen sie nicht ans Fenster, gehen sie nicht auf die Balkone." Die Menschen sollten sich etwa auch abdecken, um sich vor Verletzungen zu schützen. In Kiew gilt eine Sperrstunde von 22.00 Uhr

    Minister Wissing hält nach Russland-Angriff Cyberattacken für möglich

    7.19 Uhr: Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine hält Digitalminister Volker Wissing auch Cyberattacken auf die deutsche Infrastruktur für möglich. "Wir haben derzeit keine konkreten Hinweise, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit ist damit zu rechnen", sagte der FDP-Politiker "Welt am Sonntag". "Wir beobachten, dass die russische Propaganda und Desinformation im Zuge des Ukraine-Konflikts zunehmen. Wir sind vorbereitet, wachsam und jederzeit handlungsfähig."

    Russland hatte in der Nacht zum Donnerstag mit einem Angriff auf die benachbarte Ukraine begonnen. Hackern aus Russland waren in den vergangenen Jahren wiederholt Angriffe auf Einrichtungen in anderen Ländern zugeschrieben worden. Deutschland macht Russland für Cyberangriffe auf den Bundestag 2015 verantwortlich.Ukrainische Behörden melden Straßenkämpfe in der Hauptstadt Kiew

    Angriffe auf Kaserne im Westen von Kiew

    4.39 Uhr: Russische Truppen haben in der Nacht zu Samstag eine Kaserne der ukrainischen Streitkräfte im Westen von Kiew beschossen. Das teilte die ukrainische Armee mit. Der Angriff sei zurückgeschlagen worden. Die Kaserne liegt etwa sieben Kilometer vom Zentrum der Millionenstadt entfernt. Fotos zeigten hellen Feuerschein über der Stelle der Kämpfe. Auf Videos, die in sozialen Netzwerken geteilt wurden, waren Explosionen und Schüsse zu hören.

    Vorher in der Nacht waren Angriffe auf ein Heizkraftwerk im Nordosten der Hauptstadt gemeldet worden. Auch im Stadtteil Obolon im Norden gebe es Kämpfe. Die Orte liegen alle in der Stoßrichtung des russischen Vormarsches auf die ukrainische Hauptstadt. Russisches Flugzeug laut Ukraine mit Fallschirmjägern abgeschossen Lesen Sie hier: Grünen-Chefin schließt Waffenlieferungen nicht mehr aus

    Mindestens 560 Festnahmen in Russland bei Anti-Kriegs-Protesten

    4.24 Uhr: Bei Anti-Kriegs-Protesten in Russland sind nach Zählung der Bürgerrechtsgruppe OVD-Info am Freitag mindestens 560 Menschen in 26 Städten festgenommen worden. In vielen Fällen wurden Bußgelder oder Arreststrafen verhängt. In zehn Polizeistationen in vier Städten sei es Anwälten der Organisation gelungen, den Festgenommenen juristischen Beistand zu leisten, hieß es in einer Bilanz in der Nacht zu Samstag. Lesen Sie hier: Gysi: "Greift die Nato ein, haben wir den Dritten Weltkrieg"

    Hochhäuser in einem Wohngebiet in Kiew in der Morgendämmerung.
    Hochhäuser in einem Wohngebiet in Kiew in der Morgendämmerung. © dpa

    Explosionen im Zentrum und "schwere Kämpfe" südlich der Hauptstadt

    4.16 Uhr: Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben einen Angriff russischer Streitkräfte auf eine ihrer Stellung in der Hauptstadt Kiew abgewehrt. Der nächtliche Angriff habe einem Posten auf der Kiewer Siegesstraße gegolten, erklärten die ukrainischen Landstreitkräfte in der Nacht zum Samstag auf ihrer Facebook-Seite. Die Siegesstraße ist eine Hauptverkehrsader der Hauptstadt. Nähere Angaben zum Ort der Gefechte machte die Armee nicht.

    Ein AFP-Journalist berichtete von lauten Explosionen, die am frühen Samstagmorgen im Zentrum von Kiew zu hören waren. In einer weiteren Erklärung teilte die Armee mit, dass in der Stadt Vasylkiv südlich von Kiew "schwere Kämpfe" im Gange seien. Russland versuche dort, "Fallschirmjäger zu landen".

    Das Militär verkündete außderm den Abschuss eines russischen Hubschraubers und eines SU-25-Kampfflugzeuges gegen Mitternacht sowie die Zerstörung eines IL-76-Militärtransportflugzeugs. Eine Bestätigung der Verluste durch das russische Verteidigungsministerium lag zunächst nicht vor.

    Ukraine: Russisches Transportflugzeug abgeschossen

    00.50 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte nehmen für sich in Anspruch, ein militärisches russisches Transportflugzeug vom Typ Iljuschin Il-76 abgeschossen zu haben. An Bord seien russische Fallschirmjäger gewesen, schrieb der ukrainische Generalstabschef Walerij Saluschnyj in der Nacht zum Samstag auf Twitter. Als Absturzstelle nannte er die Stadt Wassylkiw südlich der Hauptstadt Kiew. Die Angaben waren nicht unabhängig überprüfbar. Das ukrainische Luftwaffenkommando teilte mit, die russische Armee versuche in Wassylkiw Fallschirmtruppen abzusetzen. Es gebe schwere Kämpfe.

    Wie verlief der zweite Kriegstag in Kiew? Unsere Reporter berichten von vor Ort.

    China: Krieg in Ukraine an Punkt, "den wir nicht sehen wollen"

    00.36 Uhr: Nach seiner vorsichtigen Distanzierung von Russland im Sicherheitsrat hat China sich kritisch über den Krieg in der Ukraine geäußert. "China ist zutiefst besorgt über die jüngsten Entwicklungen der Lage in der Ukraine. Jetzt sind wir an einem Punkt angelangt, den wir nicht sehen wollen", sagte UN-Botschafter Zhang Jun am Freitag (Ortszeit) bei einer Dringlichkeitssitzung im UN-Sicherheitsrat. "Wir glauben, dass die Souveränität und territoriale Integrität aller Staaten respektiert und die Ziele und Prinzipien der UN-Charta allesamt gewahrt werden sollten." Man unterstütze Verhandlungen Russlands und der Ukraine bei der Lösung des Konflikts.

    Zuvor hatte sich Peking bei der Abstimmung über eine gegen Russlands Einmarsch in die Ukraine gerichtete Resolution enthalten, statt zusammen mit seinem Partner Moskau ein Veto einzulegen. Westliche Diplomaten werteten dies als Erfolg bei ihrem Versuch, Russland diplomatisch zu isolieren und einen Keil zwischen Moskau und Peking zu treiben.

    Kiew: Kontakt mit Moskau wegen Verhandlungen

    00.11 Uhr: Im Krieg Russlands gegen die Ukraine ist die Führung in Kiew mit Moskau in Kontakt wegen möglicher Gespräche. Das teilte der Sprecher von Wolodymyr Selenskyj am späten Freitagabend in Kiew mit. Die Ukraine sei immer bereit gewesen zu Gesprächen über eine Einstellung der Kämpfe und über einen Frieden. "Unmittelbar in diesen Stunden führen die Seiten Konsultationen über Ort und Zeit eines Gesprächsprozesses", schrieb Sprecher Serhij Nikiforow auf Facebook.

    Dagegen erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, die Ukraine habe Gespräche zunächst abgelehnt und die Frage auf Samstag verschoben.

    Russland hatte zuvor Angebote Selenskyjs zu Verhandlungen angenommen. Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach von einem Schritt in die richtige Richtung. Nach russischen Vorstellungen soll die belarussische Hauptstadt Minsk der Treffpunkt sein. Dies ist für Kiew schwer annehmbar, weil Belarus Aufmarschgebiet für den russischen Angriff war.

    Russland verhindert Resolution des UN-Sicherheitsrats zum Ukraine-Krieg

    00.09 Uhr: Russland hat wie erwartet verhindert, dass der UN-Sicherheitsrat den russischen Einmarsch in die Ukraine per Resolution kritisiert. Der russische Vertreter machte bei der Abstimmung am Freitag vom Vetorecht seines Landes Gebrauch. Von den 15 Mitgliedern des Rates stimmten 11 für den Entwurf, China, Indien und die Vereinigten Arabischen Emirate enthielten sich.

    Dem von den USA und Albanien vorgelegten Entwurf zufolge sollte das Gremium die "Aggression" Russlands gegen die Ukraine "auf das Schärfste verurteilen". In den Stunden vor der Abstimmung war der Text noch abgeschwächt worden, um zu verhindern, dass die drei Länder, die sich enthielten, ebenfalls dagegen stimmen, wie ein Diplomat sagte. Etwa wurde das Wort "verurteilen" durch "bedauern" ersetzt.

    Das Scheitern der Resolution war wegen Russlands Vetorecht vorprogrammiert. Der Text kann nun der UN-Vollversammlung vorgelegt werden, in der kein Land ein Veto einlegen kann. Resolutionen der Vollversammlung sind allerdings nicht bindend.

    News zum Ukraine-Konflikt von Freitag, 25. Februar: Selenskyj erwartet russischen Sturm auf Kiew

    23.41 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet in der Nacht auf Samstag den Ansturm der russischen Armee auf Kiew. In einer Erklärung am späten Freitagabend rief er die Bevölkerung zur entschlossenen Verteidigung der Hauptstadt auf. "Das Schicksal des Landes entscheidet sich gerade jetzt", sagte er in einer Videobotschaft auf seinem Telegram-Kanal.

    "Der Feind wird alles seine Kräfte einsetzen, um unseren Widerstand zu brechen", sagte Selenskyj. "In dieser Nacht setzen sie zum Sturm auf Kiew an." Er rief alle Ukrainer auf, "den Feind wo auch immer möglich aufzuhalten". Die Bevölkerung sollte alle Sonderzeichen entfernen, die Saboteure an Straßen und Häusern anbringen. "Verbrennt die feindliche Militärtechnik mit allem, was zur Verfügung steht!"

    Sollten die Angreifer auch Kindergärten ins Visier nehmen, sollten sie daran gehindert werden, so Selenskyj weiter. "Alle Gebete sind mit unsere Soldaten. Wir glauben an sie. Sorgt für sie!"

    Menschen schlafen in einer U-Bahn-Station in Kiew, die als Luftschutzbunker genutzt wird.
    Menschen schlafen in einer U-Bahn-Station in Kiew, die als Luftschutzbunker genutzt wird. © dpa

    IWF: Ukraine hat Nothilfe beantragt

    23.21 Uhr: Infolge des russischen Einmarsches hat die Ukraine nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) Nothilfe beantragt. Der IWF habe eine Reihe von Möglichkeiten, die ukrainische Regierung zu unterstützen und werde die Gespräche mit Kiew fortsetzen, um zu klären, wie am besten geholfen werden könne, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Freitag. Dies werde auch in Zusammenarbeit mit der Weltbank und anderen Partnern geschehen, "um unsere Unterstützung zu koordinieren und sicherzustellen, dass die Ukraine maximal davon profitiert", sagte Georgiewa weiter.

    Der IWF machte zunächst keine Angaben zur Höhe der von Kiew gewünschten Nothilfe oder den Modalitäten eines möglichen Kredites. Mit Blick auf den von Russland begonnenen Krieg gegen die Ukraine schrieb Georgiewa: "Der Konflikt hat auch ernsthafte wirtschaftliche Folgen, die sich verschlimmern werden je länger er anhält."

    Pentagon: US-Truppen in Europa sind bereit, wenn sie gebraucht werden

    22.44 Uhr: Einige der 7000 Militärs, die von der US-Regierung zusätzlich nach Deutschland verlegt werden, sind voraussichtlich auch für die schnelle Einsatztruppe NRF der Nato vorgesehen. "Der Präsident hat gestern etliche Truppen aus den USA nach Europa geschickt, damit sie genau für solche Fälle bereitstehen können", sagte Pentagon-Sprecher John Kirby. Allerdings müsse man jetzt erst mit der Nato abstimmen, was die Anforderungen und Bedürfnisse seien. "Wenn sie gebraucht werden, wenn sie erwünscht sind, dann sind sie bereit", so Kirby.

    US-Präsident Joe Biden hatte am Donnerstag angekündigt, dass 7000 weitere Soldaten nach Europa verlegt werden. Sie würden in den kommenden Tagen entsandt und zunächst in Deutschland stationiert werden, so das Verteidigungsministerium am Donnerstag. Angesichts des Angriffs Russlands auf die Ukraine verlegt die Nato zur Abschreckung Russlands Einheiten ihrer schnellen Einsatztruppe. Wohin die Einheiten verlegt werden, war noch offen.

    EU-Botschafter mit ukrainischer Flagge vor Sicherheitsrat

    22.23 Uhr: Zeichen der Solidarität vor dem Sicherheitsrat: Die UN-Botschafter der EU-Staaten haben sich zusammen mit ihrem Kollegen aus Kiew hinter einer ukrainischen Flagge versammelt. Das Foto mit Symbolgehalt wurde am Freitag vor einer weiteren Dringlichkeitssitzung des mächtigsten UN-Gremiums wegen des Einmarsches Russlands in die Ukraine vor einem "Guernica"-Wandteppich gemacht. Das "Guernica"-Gemälde von Künstler Pablo Picasso gilt als eines der berühmtesten Mahnmale gegen den Krieg.

    Biden sichert Selenskyj in Telefonat erneut Unterstützung der USA zu

    22.09 Uhr: Inmitten des russischen Angriffs auf die Ukraine hat US-Präsident Joe Biden dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erneut Unterstützung der Vereinigten Staaten zugesichert. Biden teilte am Freitag in einer schriftlichen Stellungnahme mit, er habe mit Selenskyj telefoniert und ihn über laufende wirtschaftliche, humanitäre und sicherheitspolitische Hilfen der USA informiert. Biden betonte auch: "Ich habe das mutige Handeln des ukrainischen Volkes gelobt, das für die Verteidigung seines Landes kämpft."

    Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, sagte, derzeit würden eine Reihe von Optionen geprüft, wie zusätzliche Unterstützung für die Ukraine sichergestellt werden könne. "Wir werden also, um es ganz klar zu sagen, zusätzliche Sicherheitshilfe für die Ukraine bereitstellen", sicherte auch Pentagon-Sprecher John Kirby zu. Die Situation in der Ukraine sei heute aber anders als noch vor ein paar Tagen. Deshalb müsse man nun nach Möglichkeiten suchen.

    US-Regierung: Moskau bietet Kiew Gespräche "mit vorgehaltener Waffe"

    22.05 Uhr: Russlands Angebot für mögliche Friedensverhandlungen mit der Ukraine stellt nach Einschätzung des US-Außenministeriums kein wirkliches Bemühen um eine diplomatische Lösung des Konflikts dar. "Diplomatie mit vorgehaltener Waffe ist keine wirkliche Diplomatie, das ist erzwungene Diplomatie, das ist Erpressung unter dem Anschein diplomatischer Nettigkeiten", sagte der Sprecher des Ministeriums, Ned Price, am Freitag in Washington. Damit werde sich der Konflikt nicht lösen lassen. Russland habe seit Wochen nur vorgetäuscht, mit der internationalen Gemeinschaft verhandeln zu wollen, während der Einmarsch in die Ukraine vorbereitet worden sei.

    "Moskau wird nun weltweit als Paria angesehen", sagte Price. Die USA würden sich in keiner Weise an diplomatischen Gesprächen beteiligen, die unter vorgehaltener Waffe stattfänden, sagte Price weiter. Die US-Regierung sei aber stets bereit, sich an ernsthaften und ehrlichen Bemühungen zu beteiligen, den Konflikt beizulegen. Die Ukraine könne auf die Unterstützung der US-Regierung zählen, sagte er.

    USA kündigen ebenfalls Sanktionen gegen Putin und Lawrow an

    22.01 Uhr: Nach der EU und Großbritannien haben auch die USA wegen des Ukraine-Kriegs Sanktionen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin angekündigt. Außerdem soll der russische Außenminister Sergej Lawrow mit Strafmaßnahmen belegt werden, wie die Sprecherin von US-Präsident Joe Biden, Jen Psaki, am Freitag mitteilte. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hatten die USA bereits eine Reihe von Sanktionen gegen Russland verhängt.

    Russische Medienaufsicht schränkt Zugang zu Facebook ein

    21.51 Uhr: Die russische Medienaufsicht schränkt seit Freitag den Zugang zum Online-Netzwerk Facebook ein. Die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor erklärte, sie habe nach einer Entscheidung der Generalstaatsanwaltschaft Maßnahmen ergriffen, um den Zugang zu Facebook teilweise einzuschränken. Die Behörde wirft dem US-Netzwerk vor, russische Medien zu zensieren. Konkret geht es um den Sender Swesda, der zum russischen Verteidigungsministerium gehört, die Nachrichtenagentur RIA Nowosti und die Online-Medien Lenta.ru und Gazeta.ru.

    Roskomnadsor hat nach eigenen Angaben seit Oktober 2020 insgesamt 23 Fälle von "Zensur" gegen russische Medien und Internetseiten festgestellt. Die Behörde habe den Facebook-Mutterkonzern Meta daher gebeten, die Sperrungen aufzuheben und die Gründe dafür zu erläutern. Die Anfragen seien aber "ignoriert" worden.

    Stoltenberg: Nato will Überschwappen des Ukraine-Kriegs verhindern

    21.41 Uhr: Mit dem Verlegen ihrer schnellen Einsatztruppe NRF in den Osten des Bündnisgebietes will die Nato nach Angaben von Generalsekretär Jens Stoltenberg ein "Überschwappen" des Krieges in der Ukraine verhindern. Die Nato tue dies nicht, um den Konflikt zu provozieren, "sondern um ihn zu verhindern und sicherzustellen, dass Russland ganz klar versteht, dass wir nichts erlauben werden", sagte Stoltenberg am Freitag im "Heute Journal" des ZDF.

    "Russland muss verstehen, dass die Ukraine ein hoch geschätzter Partner ist, den wir unterstützen. Aber bei Bündnispartnern sieht es noch mal anders aus."

    Jens Stoltenberg, NATO-Generalsekretär.
    Jens Stoltenberg, NATO-Generalsekretär. © dpa

    Ukraine: Raketenbeschuss auf Regionen Odessa und Mykolajiw

    21.40 Uhr: Russische Soldaten haben nach ukrainischen Angaben die Region um die Hafenstadt Odessa an der Schwarzmeer-Küste mit Raketen beschossen. Es seien am Freitag mehrere Raketen vom Meer aus auf Grenzschutzanlagen abgefeuert worden, teilte der Grenzschutz von Odessa mit. Betroffen sei auch Infrastruktur in der Region Mykolajiw. Mehrere Beobachtungsposten seien beschädigt worden. Befürchtet wird, dass russische Truppen nach Odessa vorrücken könnten - eine strategisch wichtige Stadt.

    Zuvor hatten russische Truppen nach ukrainischen Angaben den Fluss Dnipro in der Südukraine überschritten. Damit hätten sie nun Zugang zur strategisch wichtigen Stadt Cherson, die wiederum eine wichtige Rolle beim Schutz von Odessa spielt.

    UNHCR: Mehr als 50.000 Menschen innerhalb von 48 Stunden aus Ukraine geflohen

    21.38 Uhr: Aus der Ukraine sind innerhalb von 48 Stunden mehr als 50.000 Menschen über die Grenzen ins Ausland geflüchtet. Das berichtete der Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Filippo Grandi, am Freitag auf Twitter. Viele weitere Menschen seien auf dem Weg zu den Grenzen. Die Mehrheit sei nach Polen und Moldau geflohen. "Herzlichen Dank an die Regierungen und die Bevölkerung dieser Länder, dass sie ihre Grenzen offenhalten und Flüchtlinge aufnehmen", twitterte Grandi. Das UNHCR stellt sich nach vorläufigen Schätzungen auf bis zu vier Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine ein, sollte die Lage sich nach dem russischen Einmarsch weiter verschlechtern.

    Zuvor hatten bereits die UN von Hunderttausenden auf der Flcht gesprochen. "Ich denke, es ist fair zu sagen, dass Hunderttausende Menschen innerhalb der Ukraine unterwegs sind und die Ukraine verlassen, während wir hier sprechen", sagte UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths am Freitag in New York. Die große Frage dabei sei, wie viele Flüchtende tatsächlich das Ziel hätten, ins Ausland zu gelangen - dies hänge auch vom weiteren Verlauf des Krieges ab.

    Geflüchtete aus der Ukraine treffen am Grenzübergang in Medyka im Südosten Polens ein.
    Geflüchtete aus der Ukraine treffen am Grenzübergang in Medyka im Südosten Polens ein. © dpa

    Baerbock: Swift-Ausschluss Russlands hätte massive Kollateralschäden

    21.29 Uhr: Ein Ausschluss Russlands aus dem Banken- Kommunikationsnetzwerk Swift hätte nach den Worten von Außenministerin Annalena Baerbock "massive Kollateralschäden" - und könnte auch die deutsche Energieversorgung gefährden. Die Grünen-Politikerin sagte am Freitag in der ARD, im Falle eines Swift-Ausschlusses Russlands könnten auch Energieimporte nicht mehr finanziert werden.

    Baerbock sagte mit Blick auf den russischen Angriff der Ukraine: "Alles, was wir tun könnten, um diesen Wahn zu stoppen, würden wir tun. Aber ebenso müssen wir sehen, dass wir nicht Instrumente wählen, wo Putin am Ende drüber lacht, weil sie uns viel härter treffen."

    50 Prozent der Steinkohleimporte stammten aus Russland, sagte Baerbock: "Wenn wir diese Kohle nicht haben, werden die Kohlekraftwerke in Deutschland nicht weiterlaufen können." Die Regierung suche unter Hochdruck nach Alternativen, könne aber die Fehler der Vergangenheit jetzt nicht heilen. "Und natürlich tragen wir eine Verantwortung dafür, dass wir in Deutschland weiterhin eine stabile Strom- und Wärmeversorgung haben."

    Wenn Deutschland und andere europäische Länder nun dort Probleme bekämen, dann sei dies etwas, was Putin auch wolle, eine "Destabilisierung bei uns", machte Baerbock deutlich. "Wenn bei uns ein paar Tage der Strom nicht mehr richtig funktioniert, dann hätten wir ein richtiges Problem." Das bedeute nicht, dass Deutschland nicht auch Kosten auf sich nehme, die Energiepreise würden steigen.

    Großbritannien setzt Putin und Lawrow auf Sanktionsliste

    21.14 Uhr: Nach der Europäischen Union verhängt auch Großbritannien Sanktionen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinen Außenminister Sergej Lawrow. Das sagte der britische Premier Boris Johnson einer Regierungsmitteilung zufolge bei einer Sitzung der Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten am Freitag. Grund für den Schritt sei die "revanchistische Mission" Putins und Lawrows, mit der sie die Weltordnung nach dem Kalten Krieg durch den Angriff auf die Ukraine beseitigen wollten. Zuvor hatte die EU ebenfalls Sanktionen gegen die beiden russischen Spitzenpolitiker verhängt.

    Ukrainischer Außenminister: Russland will Ukrainer "entmenschlichen"

    21.00 Uhr: Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat Russland eine geplante "Entmenschlichung" der Ukraine vorgeworfen. "Nach Geheimdienstinformationen plant Russland eine massive Operation unter falscher Flagge, um die Ukrainer zu "entmenschlichen" und die Ukraine angeblicher unmenschlicher Handlungen zu beschuldigen", schrieb Kuleba am Freitagabend auf Twitter. Einmal mehr warf er zudem Russland vor, Zivilisten und Kindergärten anzugreifen. Diese Informationen konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

    UN: Hunderttausende in der Ukraine auf der Flucht

    20.46 Uhr: Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine sind in dem Land nach Angaben der Vereinten Nationen Hunderttausende Menschen auf der Flucht. "Ich denke, es ist fair zu sagen, dass Hunderttausende Menschen innerhalb der Ukraine unterwegs sind und die Ukraine verlassen, während wir hier sprechen", sagte UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths am Freitag in New York. Die große Frage dabei sei, wie viele Flüchtende tatsächlich das Ziel hätten, ins Ausland zu gelangen - dies hänge auch vom weiteren Verlauf des Krieges ab.

    Die Vereinigten Staaten befürchten bis zu fünf Millionen Flüchtende. Es könnte sich dabei um eine der größten Flüchtlingskrisen der Gegenwart handeln, hatte die amerikanische UN-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield am Mittwoch gewarnt.

    Lambrecht: Deutschland wird Kompanie in der Slowakei stationieren

    20.45 Uhr: Im Rahmen der Verstärkung der Nato-Ostflanke hat Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) die Stationierung einer Kompanie in der Slowakei angekündigt. Diese werde "zügig in Gang gesetzt", sagte Lambrecht am Freitagabend in einer ZDF-Sondersendung zum Krieg in der Ukraine. Deutschland werde sich so bei der Aufstellung einer sogenannten Battlegroup und auch bei der Luftverteidigung engagieren. Dies habe sie in einem Gespräch mit ihrem slowakischen Amtskollegen vereinbart.

    Zuvor hatte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bereits gesagt, neben der Entsendung mehrerer Schiffe prüfe Deutschland die Stationierung von "Patriot"-Flugabwehrraketensystemen in Osteuropa.

    Bisher 1600 Flüchtlinge aus der Ukraine in Ungarn eingetroffen

    20.40 Uhr: Seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine sind im Nachbarland Ungarn 1600 Flüchtlinge eingetroffen. Dies sagte der Bürgermeister der ungarischen Grenzstadt Zahony, Laszlo Helmeczi, am Freitag der staatlichen Nachrichtenagentur MTI. Den Großteil der Menschen holten in Ungarn lebende Verwandte und Freunde an den Grenzübergängen ab, um sie ins Landesinnere zu bringen, fügte er hinzu. Die Stadtverwaltung musste Unterkünfte für lediglich 80 Menschen bereitstellen.

    Ungarische Medien berichteten am Freitag, dass über die fünf Grenzübergänge zur Ukraine hauptsächlich Angehörige der ungarischen Minderheit kamen, die in der westukrainischen Region Transkarpatien leben. Viele von ihnen haben Angehörige, die in Ungarn arbeiten oder sich dort dauerhaft niedergelassen haben. Die Grenze zwischen Ungarn und der Ukraine ist etwa 140 Kilometer lang.

    Kiewer Bürgermeister Klitschko: "Die Situation ist bedrohlich"

    20.27 Uhr: Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hat die Einwohner der ukrainischen Hauptstadt vor einer "sehr schwierigen Nacht" gewarnt. "Die Situation ist bedrohlich für Kiew – ohne Übertreibung", schrieb er am Freitagabend im Nachrichtenkanal Telegram. Russische Truppen seien in der Nähe der Millionenmetropole. Die Brücken der Stadt seien mit Soldaten gesichert. Es gebe Checkpoints nicht nur an den Stadtgrenzen. "Ich danke den Einwohnern der Stadt für ihre Bereitschaft, die Hauptstadt und das Land (...) zu verteidigen."

    Klitschko zufolge gab es am Abend fünf Explosionen im Abstand von drei bis fünf Minuten. Zunächst war unklar, was genau vorgefallen war. In Kiew gab es am Freitag mehrfach Luftalarm. Es habe lange Staus gegeben, berichtete ein Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur in Kiew.

    Ministerpräsidenten und Bundeskanzler beraten über Lage in Ukraine

    20.25 Uhr: Die Ministerpräsidenten der Bundesländer haben am Freitagabend mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) über die Lage nach der Invasion Russlands in die Ukraine gesprochen. "Den Ländern und ihren Kommunen kommt eine entscheidende Rolle gerade bei der konkreten Hilfe für die ukrainischen Menschen und der Vorbereitung einer möglichen Aufnahme von Kriegsflüchtlingen zu", schrieb Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) anschließend auf Twitter.

    Eine enge Abstimmung des Bundeskanzlers mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten sei in dieser Lage daher außerordentlich wichtig. "In Deutschland stehen die staatlichen Ebenen in dieser schwierigen Lage eng zusammen", betonte Wüst, der auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) ist. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

    Slowakei meldet über 7000 Grenzübertritte aus der Ukraine

    20.18 Uhr: Die Slowakei hat am ersten Tag nach dem russischen Angriff auf die Ukraine mehr als fünfmal so viele Grenzübertritte aus dem Nachbarland verzeichnet wie normalerweise. Von Mittwochnachmittag bis Donnerstagnachmittag seien 7490 ukrainische Staatsbürger über die Grenze gekommen, teilte das Innenministerium in Bratislava am Freitag mit. Normalerweise seien es rund 1400 an einem Tag. Von den in die Slowakei eingereisten Ukrainern beantragten bis Freitagnachmittag aber nur 14 Personen offiziell Schutz als Flüchtlinge. Sie wurden im grenznahen Flüchtlingslager Humenne untergebracht.

    Der konservative Ministerpräsident Eduard Heger reiste am Freitag gemeinsam mit Innenminister Roman Mikulec zum Grenzübergang Vysne Nemecke, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Die Slowakei sei bereit, den Flüchtenden Zuflucht und Hilfe zu gewähren, betonte er. Allein der Staat verfüge über Zehntausende Unterbringungsmöglichkeiten, zusätzlich gebe es auch eine ganze Reihe an privaten Unterkünften, die für Kriegsflüchtlinge offen stünden.

    Nato-Russland-Akte hinfällig? Stoltenberg weicht aus

    19.57 Uhr: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat ausweichend auf die Frage geantwortet, ob das Militärbündnis die Nato-Russland- Grundakte nach der russischen Invasion in die Ukraine für obsolet hält. Nach einem Krisengipfel der Staats- und Regierungschefs der 30 Nato-Staaten sagte der Norweger am Freitag: "Das ist die Realität: Die Nato-Russland-Grundakte funktioniert nicht, weil eine Seite, Russland, sie über viele Jahre hinweg verletzt hat."

    Die Nato-Russland-Grundakte wurde 1997 von beiden Seiten geschlossen und regelt die gegenseitigen Beziehungen, die Zusammenarbeit und die Sicherheit zwischen den Nato-Staaten und Russland. Über sie hat sich die Nato unter anderem verpflichtet, auf die dauerhafte Stationierung "substantieller Kampftruppen" im östlichen Bündnisgebiet zu verzichten. Auch bekräftigen die Nato-Staaten, dass sie nicht die Absicht haben, Atomwaffen bei neuen Bündnismitgliedern zu stationieren.

    Stoltenberg verwies nun mit Blick auf Russlands Angriff gegen die Ukraine darauf, dass die territoriale Integrität und Souveränität aller Länder Grundlage der Grundakte ist.

    Wenn man eine Grundakte zwischen zwei Partnern habe und eine Seite das Abkommen nicht respektiere, funktioniere das Abkommen nicht, sagte er. "Es hilft uns nicht, unsere Beziehung zu Russland zu verbessern." In der Abschlusserklärung der Videokonferenz vom Freitag heißt es, Russland sei "derjenige, der sich von seinen Verpflichtungen im Rahmen dieser Akte zurückgezogen" habe.

    Die Nato-Staats- und Regierungschefs sind während eines Sondergipfels der Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten per Videokonferenz zu sehen.
    Die Nato-Staats- und Regierungschefs sind während eines Sondergipfels der Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten per Videokonferenz zu sehen. © dpa

    Ukraine-Krieg: Sondertreffen der EU-Energieminister am Montag

    19.55 Uhr: Angesichts der russischen Invasion in die Ukraine wollen die EU-Energieminister am Montag zu einem Krisentreffen in Brüssel zusammenkommen. Das sagte eine Sprecherin des Rats der EU-Staaten der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Für Deutschland wird Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) in Brüssel erwartet. Thema der Gespräche ist nach Angaben der Sprecherin die Energiesituation in Europa angesichts des russischen Einmarschs in die Ukraine. Die EU ist stark von russischem Gas abhängig und es wird befürchtet, dass der Konflikt die Gaspreise weiter hochtreiben oder dass Russland Gaslieferungen in die EU ganz stoppen könnte.

    Erste Ukraine-Flüchtlinge in Hamburg eingetroffen

    19.23 Uhr: Einen Tag nach dem Einmarsch der russischen Armee in der Ukraine sind die ersten Kriegsflüchtlinge in Hamburg eingetroffen. Die Zahl sei mit drei bis vier Flüchtlingen im Ankunftszentrum der Hansestadt noch sehr überschaubar, sagte am Freitagabend ein Sprecher der Innenbehörde der Deutschen Presse-Agentur. Man wisse aber, dass andere Ukrainer auch privat bereits in Hamburg untergekommen seien.

    "Die Türen unseres Ankunftszentrums am Bargkoppelweg 66a sind 24/7 für sie geöffnet", twitterte Innensenator Andy Grote (SPD). "In einem ersten Schritt können wir 2000-3000 Menschen in bestehenden Unterkünften versorgen und die Zahl ggf. sukzessive erhöhen."

    Ostbeauftragter: Flüchtlinge aus Ukraine unterstützen

    19.31 Uhr: Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Carsten Schneider (SPD), hat sich auf einer Kundgebung für Frieden in der Ukraine entsetzt über den Angriff Russlands gezeigt. Der russische Präsident Wladimir Putin sei ein "Kriegsverbrecher", der mit seinem Handeln das Zusammenleben in Europa nachhaltig verändert habe. "Deswegen ist es gut, dass wir zusammen stehen. Dass wir gemeinsam - friedlich - versuchen, die europäischen Werte zu verteidigen", sagte der SPD-Politiker am Freitagabend auf dem Erfurter Domplatz.

    Ukrainerinnen und Ukrainern, die nach Deutschland kämen, müsse Schutz gewährt werden. "Die Türen stehen auf - und ich bitte Sie dabei auch zu helfen", so Schneider zu den nach Schätzung einer dpa-Reporterin rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. "Viele aus Erfurt, viele Thüringer, haben Russisch gelernt - ich auch", sagte Schneider. "Das ist das Brudervolk."

    Man habe so lange verhandelt, weil man keine militärische Eskalation sondern eine diplomatische Lösung wollte. "Und es hat sich gezeigt, dass mit Wladimir Putin nicht zu verhandeln ist, sondern dass er Fakten schaffen will." Um dem im europäischen Sinne entgegenzutreten, seien in Zukunft Abstriche "an unserem Lebensstil" notwendig. "Das alles ist notwendig, weil wir die Friedensordnung wiederherstellen müssen." So könne man den Menschen im Baltikum, in Rumänien, in Polen und auch in der Ukraine versichern, "sie können sich auch auf uns verlassen. Wir Europäer stehen zusammen".

    Nato-Generalsekretär wendet sich direkt ans russische Volk

    19.28 Uhr: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die Menschen in Russland davor gewarnt, auf die Propaganda ihres Präsidenten Wladimir Putin hereinzufallen. "Das russische Volk muss wissen: Der Krieg des Kreml gegen die Ukraine wird Russland nicht sicherer machen", sagte der Norweger am Freitag nach einer Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs der 30 Bündnisstaaten. "Russland wird dadurch in der Welt nicht mehr respektiert. Es wird nicht zu einer besseren Zukunft für Ihre Kinder führen."

    Scholz betont Notwendigkeit der Nato-Truppenverlegung nach Osten

    19.16 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz hat beim Nato-Sondergipfel die Notwendigkeit betont, nach dem russischen Angriff auf die Ukraine weitere Truppen der Allianz in die östlichen Mitgliedstaaten zu schicken. Damit werde dem Sicherheitsbedürfnis der Nato-Partner Rechnung getragen, erklärte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Freitag nach den Beratungen im Namen des Kanzlers. Präsident Putins durch nichts zu rechtfertigender Angriff auf die Ukraine treffe auf die scharfe Ablehnung aller Nato-Partner. Damit stelle Russland die europäische Friedensordnung zur Disposition.

    Die Staats- und Regierungschefs der Nato haben sich bei ihren Beratungen per Videoschalte darauf verständigt, Einheiten ihrer schnellen Einsatztruppe NRF zu verlegen. Auch Deutschland wird für den Schutz der Nato-Partner im Osten Europas weitere Soldaten und Waffensysteme stellen.

    Russische Medienaufsicht schränkt Zugang zu Facebook ein

    19.10 Uhr: Die russische Medienaufsicht schränkt seit Freitag den Zugang zum Online-Netzwerk Facebook ein. Die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor erklärte, sie habe nach einer Entscheidung der Generalstaatsanwaltschaft Maßnahmen ergriffen, um den Zugang zu Facebook teilweise einzuschränken. Die Behörde wirft dem US-Netzwerk vor, russische Medien zu zensieren. Konkret geht es um den Sender Swesda, der zum russischen Verteidigungsministerium gehört, die Nachrichtenagentur RIA Nowosti und die Online-Medien Lenta.ru und Gazeta.ru.

    Roskomnadsor hat nach eigenen Angaben seit Oktober 2020 insgesamt 23 Fälle von "Zensur" gegen russische Medien und Internetseiten festgestellt. Die Behörde habe den Facebook-Konzern daher gebeten, die Sperrungen aufzuheben und die Gründe dafür zu erläutern. Die Anfragen seien aber "ignoriert" worden.

    Nato verlegt schnelle Eingreiftruppe zur Abschreckung Russlands

    19.00 Uhr: Die Nato verlegt zur Abschreckung Russlands Einheiten ihrer schnellen Einsatztruppe NRF. Das kündigte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Freitag nach einer Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs der 30 Bündnisstaaten an.

    Wohin die Einheiten verlegt werden, sagte er zunächst nicht. Er sprach lediglich von mehreren Tausend Soldaten, die auf dem Land, auf der See und in der Luft im Einsatz sein sollten. Sie sollten an verschiedenen Orten im östlichen Bündnisgebiet eingesetzt werden.

    Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur könnten Bodentruppen in das südwestlich der Ukraine gelegene Rumänien geschickt werden. Ohnehin geplant ist, NRF-Einheiten zu einer Übung in das an Russland grenzende Nato-Land Norwegen zu entsenden.

    Verstärkung für Nato-Truppe in Estland eingetroffen

    18.31 Uhr: In Estland sind die ersten britischen Soldaten und Lastwagen mit zusätzlicher Ausrüstung zur Verstärkung des Nato-Bataillons in dem baltischen EU- und Nato-Land eingetroffen. Ein Konvoi mit sechs Kampfpanzern und weiteren Militärfahrzeugen kam am Freitag auf dem Militärstützpunkt Tapa an, wie die estnische Armee mitteilte. Dort werden sie Teil des seit 2017 stationierten Nato-Gefechtsverbands zur Abschreckung Russlands.

    Großbritannien hatte angesichts der wachsenden Spannungen mit Russland in der Ukraine-Krise eine Verstärkung des Gefechtsverbandes angekündigt. London wird dazu gut 850 zusätzliche Soldaten und Ausrüstung nach Estland entsenden - und damit das britische Truppenkontingent in etwa verdoppeln. Die Einheiten werden vom britischen Truppenstandort in Sennelager bei Paderborn über Polen, Litauen und Lettland in das an Russland grenzende Estland verlegt. Lesen Sie auch: Kriegsgefahr: Ist die Bundeswehr nicht einsatzbereit?

    IAEA: Strahlung in Tschernobyl stellt keine Gefahr dar

    18.12 Uhr: Die Strahlungswerte um die ukrainische Atomruine Tschernobyl sind nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nicht gefährlich. Das frühere Atomkraftwerk wurde im Zuge der Invasion von russischen Soldaten eingenommen. Die erhöhte Strahlung, die am Freitag gemessen wurde, könnte laut ukrainischen Behörden durch Militärfahrzeuge vom Boden aufgewirbelt worden sein, der Jahrzehnte nach der Atomkatastrophe von 1986 noch immer belastet ist.

    Die Strahlungswerte von bis zu 9,46 Mikrosievert pro Stunde wurden von der IAEA jedoch am Freitag als niedrig eingestuft. Die Werte lägen innerhalb der Spannweite der bisherigen Messungen in der Sperrzone um Tschernobyl, hieß es. "Deshalb stellen sie keine Gefahr für die Öffentlichkeit dar", schrieb die IAEA in Wien. IAEA-Chef Rafael Grossi berichtete außerdem, dass die Betriebssicherheit der 15 aktiven AKWs in der Ukraine gewährleistet sei. Dennoch sei er weiterhin zutiefst besorgt über die Lage in dem Land.

    Angriffe auf Webseiten von Funke

    18.06 Uhr: Die Webseiten der Tageszeitungen, Magazine und Reichweitenportale der Funke Mediengruppe werden seit dem Morgen in mehreren Wellen von sogenannten Bots angegriffen. Auch auf den Seiten der Marken in den sozialen Netzwerken gibt es erhöhte Bot-Aktivität.
    Durch die Angriffe kann die Aktualisierung unserer Seiten teilweise verzögert werden. Die Technik der Mediengruppe hat Maßnahmen zur Abwehr weiterer Angriffe eingeleitet.

    Russland nimmt nicht am Eurovision Song Contest teil

    17.55 Uhr: Die EU verhängt nun auch Sanktionen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und Außenminister Sergej Lawrow. Die Außenminister der 27 Mitgliedstaaten verabschiedeten am Freitagnachmittag einen entsprechenden Rechtsakt, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Diplomatenkreisen erfuhr. Der Sanktionsbeschluss, der auch weitreichende Wirtschaftssanktionen umfasst, sollte umgehend im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden und damit in Kraft treten.

    Der russische Präsident Wladimir Putin und der russische Außenminister Sergej Lawrow.
    Der russische Präsident Wladimir Putin und der russische Außenminister Sergej Lawrow. © dpa

    Russland nimmt nicht am Eurovision Song Contest teil

    17.28 Uhr: Russland nimmt aufgrund des militärischen Angriffs auf die Ukraine nicht am diesjährigen Eurovision Song Contest teil. Das teilte die zuständige Europäische Rundfunkunion EBU am Freitagabend in Genf mit. Der 66. ESC soll am 14. Mai mit seinem großen Finale über die Bühne gehen.

    Die Europäische Rundfunkunion als Veranstalterin des Eurovision Song Contest hatte noch am Donnerstag verkündet, der ESC sei ein nicht-politisches, kulturelles Event. "Die EBU ist jedoch besorgt über die aktuellen Ereignisse in der Ukraine und wird die Situation weiterhin genau beobachten."

    Europarat suspendiert Russland wegen Ukraine-Angriffs

    17.08 Uhr: Der Europarat hat Russland wegen des Angriffs auf die Ukraine suspendiert. Wie der Europarat am Freitag mitteilte, wird die Teilnahme russischer Diplomaten und Delegierter an den wichtigsten Gremien der europäischen Organisation wegen des "bewaffneten Angriffs" auf die Ukraine "mit sofortiger Wirkung" ausgesetzt. Diese Entscheidung betrifft demnach aber nicht den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, damit dieser weiterhin von russischen Staatsbürgern angerufen werden kann.

    Kreml: Haben ukrainischer Seite Verhandlungsangebot überreicht

    16.36 Uhr: Russland hat der Ukraine eigenen Angaben zufolge ein Angebot für Verhandlungen in der belarussischen Hauptstadt Minsk überreicht. Das sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitagabend der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Die ukrainische Seite habe stattdessen Polens Hauptstadt Warschau als Verhandlungsort vorgeschlagen.

    Baerbock: Sanktionen werden Russland ruinieren

    16.18 Uhr: Außenministerin Annalena Baerbock hat die deutsche Zurückhaltung bei Forderungen nach einem Ausschluss Russlands aus dem Banken-Kommunikationsnetzwerk Swift verteidigt. Eine Entkopplung Russlands vom Swift-System wirke anders als die Sanktionierung einzelner Banken in die Breite, sagte die Grünen-Politikerin am Freitag beim Eintreffen zu einer Sondersitzung der EU-Außenminister in Brüssel.

    Dies habe etwa im Iran dazu geführt, dass humanitäre Projekte nicht mehr finanziert werden konnten, sagte Baerbock. Zudem könne dann etwa eine in Europa lebende Enkelin ihrer Großmutter in Russland kein Geld mehr überweisen. Aber jene, die für das Blutvergießen verantwortlich seien, würden dennoch Wege für ihre Finanztransaktionen finden.

    Baerbock sagte, deswegen würden "für diesen Moment, ich betone für diesen Moment" die großen Banken auf die Sanktionsliste gesetzt. Man werde prüfen, wie die Probleme der Breitenwirkung bei Swift aus dem Weg geräumt werden könnten. Wörter wie das Swift-Abkommen würden "sehr scharf klingen", sagte Baerbock. "Aber in diesen Momenten muss man trotz allem, was einem gerade durch den ganzen Körper, durchs Herz geht, einen kühlen Kopf bewahren." Nun sei es wichtig, Sanktionen auf den Weg zu bringen, "die gezielt auf das Machtsystem wirken und die nicht nur groß klingen".

    Polen und Tschechien wollen Luftraum für russische Flugzeuge sperren

    16.05 Uhr: Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine eine Sperre des polnischen Luftraums für russische Flugzeuge angekündigt. "Ich habe die Vorbereitung einer Entschließung des Ministerrats in Auftrag gegeben, die zur Sperre des Luftraums für russische Fluglinien führen wird", schrieb der nationalkonservative Politiker am Freitag auf Twitter. Der TV-Nachrichtensender TVN24 berichtete anschließend unter Berufung auf Regierungssprecher Piotr Mueller, ein entsprechendes Gesetz solle bereits ab Mitternacht wirksam werden.

    Auch Tschechien will sich dem polnischen Schritt anschließen, wie Ministerpräsident Petr Fiala nach einer Kabinettssitzung am Freitag sagte. Details sollten noch bekanntgegeben werden.

    Ukraine-Konflikt: Die Bilder des russischen Angriffs

    Die Ukraine hat Reservistinnen und Reservisten zu den Waffen gerufen, hier vor einem Rekrutierungsbüro in Kiew.
    Die Ukraine hat Reservistinnen und Reservisten zu den Waffen gerufen, hier vor einem Rekrutierungsbüro in Kiew. © Anastasia Vlasova/Getty Images
    Ukrainische Soldaten nach einem Feuergefecht in der Hauptstadt Kiew
    Ukrainische Soldaten nach einem Feuergefecht in der Hauptstadt Kiew © Emilio Morenatti/AP/dpa
    Menschen suchen Schutz vor russischen Angriffen in der Metro von Kiew.
    Menschen suchen Schutz vor russischen Angriffen in der Metro von Kiew. © Efrem Lukatsky/AP/dpa
    Abgeschossener russischer Ka-52-Kampfhubschrauber bei Kiew. Um ein Flugfeld der Hauptstadt sind heftige Kämpfe entbrannt.
    Abgeschossener russischer Ka-52-Kampfhubschrauber bei Kiew. Um ein Flugfeld der Hauptstadt sind heftige Kämpfe entbrannt. © Efrem Lukatsky/AP/dpa
    Ukrainische Soldaten bereiten sich am 25. Februar auf die Verteidigung der Hauptstadt Kiew vor.
    Ukrainische Soldaten bereiten sich am 25. Februar auf die Verteidigung der Hauptstadt Kiew vor. © Anastasia Vlasova/Getty Images
    Fliehende Ukrainerinnen an einem Grenzübergang zu Polen. Das Nachbarland der Ukraine bereitet sich auf die Ankunft Tausender vor, die vor Putins Panzern auf der Flucht sind.
    Fliehende Ukrainerinnen an einem Grenzübergang zu Polen. Das Nachbarland der Ukraine bereitet sich auf die Ankunft Tausender vor, die vor Putins Panzern auf der Flucht sind.
    Menschen aus der Ukraine fliehen vor dem russischen Angriff mit ihrem Hab und Gut. Hier warten Fliehende an einem Grenzübergang zum EU-Staat Ungarn auf Einlass.
    Menschen aus der Ukraine fliehen vor dem russischen Angriff mit ihrem Hab und Gut. Hier warten Fliehende an einem Grenzübergang zum EU-Staat Ungarn auf Einlass. © Janos Kummer/Getty Images
    Ein ukrainischer Panzer auf dem Weg zur Front in der Region Luhansk, im Osten der Ukraine.
    Ein ukrainischer Panzer auf dem Weg zur Front in der Region Luhansk, im Osten der Ukraine. © Anatolii STEPANOV / AFP
    Menschen demonstrieren in Berlin gegen die russische Invasion und für eine Abkopplung Russlands vom internationalen Zahlungsverkehr.
    Menschen demonstrieren in Berlin gegen die russische Invasion und für eine Abkopplung Russlands vom internationalen Zahlungsverkehr. © John MACDOUGALL / AFP
    Auf diesem vom Pressedienst der ukrainischen Polizei veröffentlichten Foto inspizieren Feuerwehrleute die Schäden an einem Gebäude nach einem Raketenangriff auf ukrainische Hauptstadt Kiew.
    Auf diesem vom Pressedienst der ukrainischen Polizei veröffentlichten Foto inspizieren Feuerwehrleute die Schäden an einem Gebäude nach einem Raketenangriff auf ukrainische Hauptstadt Kiew. © Uncredited/Ukrainian Police Department Press Service/AP/dpa
    Polizisten führen einen Demonstranten in Moskau ab. Am Donnerstagabend gingen - verbotenerweise - Tausende Russinnen und Russen gegen den Krieg auf die Straße.
    Polizisten führen einen Demonstranten in Moskau ab. Am Donnerstagabend gingen - verbotenerweise - Tausende Russinnen und Russen gegen den Krieg auf die Straße. © Kirill KUDRYAVTSEV / AFP
    Das Brandenburger Tor in Berlin wird als Solidaritätsbekundung in den Landesfarben der Ukraine angestrahlt.
    Das Brandenburger Tor in Berlin wird als Solidaritätsbekundung in den Landesfarben der Ukraine angestrahlt. © Funke Foto Service | Maurizio Gambarini
    Polen bereitet sich auf Flüchtlinge aus der Ukraine vor und richtet erste Auffanglager ein.
    Polen bereitet sich auf Flüchtlinge aus der Ukraine vor und richtet erste Auffanglager ein. © JANEK SKARZYNSKI / AFP | JANEK SKARZYNSKI / AFP
    Eine Ukrainerin, die bei einer Explosion in der Ostukraine verletzt wurde.
    Eine Ukrainerin, die bei einer Explosion in der Ostukraine verletzt wurde. © Aris Messinis / AFP
    Eine Frau hält ihre Katze in einem Unterstand während des russischen Beschusses in Mariupol, Ukraine.
    Eine Frau hält ihre Katze in einem Unterstand während des russischen Beschusses in Mariupol, Ukraine. © Evgeniy Maloletka/AP/dpa
    Eine beschädigte ukrainische Militäreinrichtung brennt nach russischem Beschuss außerhalb von Mariupol, Ukraine.
    Eine beschädigte ukrainische Militäreinrichtung brennt nach russischem Beschuss außerhalb von Mariupol, Ukraine. © Evgeniy Maloletka/AP/dpa
    Schwarzer Rauch steigt von einem Militärflughafen in der ostukrainischen Stadt Tschuhujiw auf, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.
    Schwarzer Rauch steigt von einem Militärflughafen in der ostukrainischen Stadt Tschuhujiw auf, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. © Aris Messinis/AFP
    Bei dem Angriff Russlands beschädigte Radaranlagen und Ausrüstung des ukrainischen Militärs in der Stadt Mariupol südlich von Donezk.
    Bei dem Angriff Russlands beschädigte Radaranlagen und Ausrüstung des ukrainischen Militärs in der Stadt Mariupol südlich von Donezk. © dpa | Sergei Grits
    Nach dem russischen Angriff auf die ukrainische Stadt Tschuhujiw wartet ein verletzter Zivilist auf die Behandlung durch den Notarzt.
    Nach dem russischen Angriff auf die ukrainische Stadt Tschuhujiw wartet ein verletzter Zivilist auf die Behandlung durch den Notarzt. © AFP | Aris Messinis
    Die ukrainische Feuerwehr im Einsatz in der Stadt Tschuhujiw, wo in Folge des Angriffs Gebäude in Brand gerieten.
    Die ukrainische Feuerwehr im Einsatz in der Stadt Tschuhujiw, wo in Folge des Angriffs Gebäude in Brand gerieten. © AFP | Aris Messinis
    Fragmente eines Flugkörpers liegen auf einem Spielplatz neben Wohnhäusern im ukrainischen Charkiw nach einem offensichtlichen russischen Angriff.
    Fragmente eines Flugkörpers liegen auf einem Spielplatz neben Wohnhäusern im ukrainischen Charkiw nach einem offensichtlichen russischen Angriff. © dpa | Andrew Marienko
    Kiew: Passanten stehen vor einer Hülse, die mutmaßlich von einer Rakete stammt.
    Kiew: Passanten stehen vor einer Hülse, die mutmaßlich von einer Rakete stammt. © Sergei SUPINSKY / AFP
    Menschen stehen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew Schlange vor einem Geldautomaten.
    Menschen stehen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew Schlange vor einem Geldautomaten. © Efrem Lukatsky/AP/dpa
    Der russische Staatschef Wladimir Putin hat in einer Fernsehansprache in der Nacht zu Donnerstag eine
    Der russische Staatschef Wladimir Putin hat in einer Fernsehansprache in der Nacht zu Donnerstag eine "Militäroperation" in der Ukraine angekündigt. © imago images/Russian Look
    Arbeiter in Kiew laden die Überreste einer eingeschlagenen Rakete der russischen Armee auf einen Lastwagen.
    Arbeiter in Kiew laden die Überreste einer eingeschlagenen Rakete der russischen Armee auf einen Lastwagen. © dpa | Efrem Lukatsky
    Ukrainerinnen und Ukrainer erreichen mit einem Zug aus Odessa die polnische Stadt Przemysl.
    Ukrainerinnen und Ukrainer erreichen mit einem Zug aus Odessa die polnische Stadt Przemysl. © Getty Images | Omar Marques
    Volle Straßen in Kiew am 24. Februar 2022: Bewohnerinnen und Bewohner verlassen nach Beginn der russischen Angriffe die Hauptstadt der Ukraine.
    Volle Straßen in Kiew am 24. Februar 2022: Bewohnerinnen und Bewohner verlassen nach Beginn der russischen Angriffe die Hauptstadt der Ukraine. © Chris McGrath/Getty Images
    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wendet sich in einem Video an sein Volk und ruft das Kriegsrecht aus. Er forderte die Ukrainer zudem auf, zu Hause zu bleiben und nicht in Panik zu geraten.
    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wendet sich in einem Video an sein Volk und ruft das Kriegsrecht aus. Er forderte die Ukrainer zudem auf, zu Hause zu bleiben und nicht in Panik zu geraten. © Ukrainian Presidential Press Office/AP/dpa | Efrem Lukatsky
    Der russische Angriff auf die Ukraine hat begonnen: Auf diesem Bild aus Kiew sind Rauch und Flammen in der Nähe des Flusses Dnjepr zu sehen.
    Der russische Angriff auf die Ukraine hat begonnen: Auf diesem Bild aus Kiew sind Rauch und Flammen in der Nähe des Flusses Dnjepr zu sehen. © Mary Ostrovska/Mary Ostrovska/AP/dpa
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    Frankreich hat Eliteeinheit zum Schutz der Botschaft in Kiew im Einsatz

    16.00 Uhr: Frankreich hat nach Angaben aus Sicherheitskreisen eine Eliteeinheit der Polizei in der ukrainischen Hauptstadt im Einsatz, um die Botschaft in Kiew zu schützen. Es handele sich um eine achtköpfige Gruppe der Eliteeinheit der Gendarmerie (GIGN), die seit Mittwoch in der Botschaft sei, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Freitag aus Sicherheitskreisen. Diese seien dort jetzt zusätzlich zu den fünf GIGN-Mitgliedern, die ständig vor Ort seien.

    Der Einsatz kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich Frankreich auch Sorgen um die Sicherheit des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj macht. Selenskyj erklärte am Freitag, er werde vor Ort bleiben, obwohl er das "Ziel Nummer eins" der vorrückenden russischen Truppen sei. "Wir sind bereit, ihm notfalls zu helfen", sagte der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian am Freitag dem Radiosender France Inter. Ob diese Hilfe auch eine mögliche Außer-Landes-Bringung des Präsidenten einschließe, wollte Le Drian nicht sagen.

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    Ukraine meldet schwere russische Verluste

    15.52 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben Russland nach eigenen Angaben bereits schwere Verluste zugefügt. Bisher hätten die einrückenden Truppen 2800 Soldaten "verloren", teilte das Verteidigungsministerium in Kiew am Freitagnachmittag mit. Dabei war unklar, ob es sich um getötete, verwundete oder gefangene Soldaten handeln soll. Außerdem seien schätzungsweise bis zu 80 Panzer, mehr als 500 weitere Militärfahrzeuge sowie 10 Flugzeuge und 7 Hubschrauber zerstört worden. Die Angaben können derzeit nicht unabhängig überprüft werden.

    Zuvor hatten die Streitkräfte mitgeteilt, es seien mehr als 1000 russische Angreifer getötet worden. "Wir sind stark! Der Sieg wird unser sein!", betonte das Ministerium. Russland hat nach eigenen Angaben keine nennenswerten Verluste erlitten.

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    (fmg/dpa/AFP/epd)

    Dieser Artikel ist zuerst auf waz.de erschienen.