Warten wir mal ab, wie sich die Lobbyisten der Industrie jetzt in Stellung bringen: Gestern hat das Europaparlament ein Verbot zahlreicher Kunststoff-Wegwerfprodukte auf den Weg gebracht, entscheiden müssen nun aber die EU-Mitgliedsstaaten. Es ist ihnen zu wünschen, dass sie dem Druck der Plastik-Erzeuger gegenüber standhaft bleiben.

Nicht immer sind Verbote eine gute Sache; in diesem Fall schon. Denn vielen Verbrauchern ist trotz bedrückender Fotos von Plastikbergen im Meer und trotz der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass Mikroplastik auch im menschlichen Körper Unheil anrichtet, offenbar noch nicht bewusst, wie gravierend und langfristig Kunststoffe unsere Umwelt schädigen. Jedenfalls handeln sie nicht entsprechend. Aus Bequemlichkeit, aus Gewohnheit – und auch aus Kostengründen.

Natürlich steht auch die Industrie in der Pflicht. Sie muss umweltverträglichere Ersatzstoffe anbieten und sollte die Wegwerfmentalität in ihrer Werbung nicht auch noch forcieren. Ohne Druck, aber auch ohne die Einsicht jedes Einzelnen, wird die Welt im Müll versinken. Wenn wir so weitermachen, dann gibt es im Meer bald mehr Plastik als Fisch.