Der blinde Aktionismus der Europäer
Es ist schon bemerkenswert: Wenige Tage nach den Luftschlägen der USA, Frankreichs und Großbritanniens auf Ziele in Syrien setzt sich ein diplomatisches Räderwerk in Gang. Der französische Präsident Emmanuel Macron startet mit großem Tamtam politische Initiativen im UN-Sicherheitsrat sowie beim EU-Außenministertreffen. Der Klub der (noch) 28 zieht nach und lädt für die kommende Woche zu einer Syrienkonferenz ein. Die Vorschläge, die jetzt aus dem Hut gezaubert werden, klingen altbekannt. Waffenruhe, Hilfskorridore zur Versorgung der Bevölkerung, Übergangsregierung, Verfassungsreform, Neuwahlen: An diesen Punkten hat sich bereits der UN-Syrienbeauftragte Staffan de Mistura in unzähligen Genfer Konferenzsitzungen die Zähne ausgebissen. Man muss es so deutlich sagen: Die hektischen Initiativen sind blinder Aktionismus.

