„Wenn Trump uns mit Gewalt übernehmen würde, dann gäbe es vielleicht Fast-Food-Restaurants und bessere Fitnessstudios. Aber ich wäre lieber kein Amerikaner. Mir gefällt Grönland so, wie es ist. Ich will meinen freien Willen behalten.“ - Lars (16), Jugendlicher aus Nuuk.
Grönland steht plötzlich im Mittelpunkt der Weltpolitik – und die Menschen vor Ort wollen klarstellen: „Wir wollen kein Amerikaner werden und wir wollen selber über unsere Zukunft entscheiden“, sagt Ellen, eine Bewohnerin von Nuuk. Die Sorge vor einer Übernahme durch die USA ist groß, doch die Bevölkerung bleibt ruhig und entschlossen. Auf internationaler Ebene reagiert Europa ebenfalls deutlich: Die dänische Regierung betont, dass die „Souveränität nicht verhandelbar“ sei, und auch Außenminister Lars Løkke Rasmussen spricht von vorsichtigem Optimismus nach Trumps Rückzieher in Davos. In der kleinen Hauptstadt Nuuk zeigt sich, dass die Demonstrationen für ein freies Grönland die Bevölkerung zusammenschweißen: „Greenland is not for sale“, war auf Plakaten während einer großen Kundgebung zu lesen.
Jan Jessen war in diesen Tagen in Nuuk, als Donald Trump erneut Ansprüche auf Grönland formulierte – und NATO-Staaten Soldaten in die Arktis schickten. Die strategische Bedeutung der Insel wächst rasant: wegen Russland, neuer Schifffahrtsrouten und militärischer Abschreckung im hohen Norden:

Die grönländische Abgeordnete Aaja Chemnitz unterstreicht die Bedeutung der lokalen Stimme: „Die NATO habe kein Mandat, über Grönlands Bodenschätze zu verhandeln.“ Für viele Menschen ist klar: Geschäfte mit anderen Ländern sind möglich, doch niemand will übergangen werden – nicht von den USA, nicht von Trump.
Damit zeigt sich eine bemerkenswerte Einheit zwischen Bevölkerung, grönländischer Regierung und europäischen Partnern: Grönland soll ein Zuhause für Menschen bleiben und kein geopolitisches Spielfeld.
Die Lage hat sich vorerst etwas entspannt, nachdem Trump auf seiner Plattform Truth Social verkündet hatte, dass er sich mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte auf einen „Rahmen für eine künftige Vereinbarung“ zur Sicherheit in der Arktis geeinigt habe. Dennoch zeigen sich die Grönländer angesichts der jüngsten Entwicklungen nur vorsichtig optimistisch. Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt die Forderungen der USA nach wie vor ab.
Vorherige Folge von „Im Krisenmodus“:
In der letzten Folge des Podcasts „Im Krisenmodus“ sprach FUNKE-Journalist Jan Jessen mit Expert:innen über die aktuelle Lage im Iran. Dabei wurde deutlich, dass sich die Haltung der Bevölkerung gegenüber den Machthabern verändert. Viele Bürgerinnen und Bürger haben ihre Angst überwunden und setzen dem Regime nun entschlossenen Widerstand entgegen.

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Im Podcast „Im Krisenmodus“ wird denjenigen eine Stimme gegeben, die den Alltag in Krisen- und Kriegsgebieten hautnah erleben. Soldaten, Helfer und Betroffene teilen ihre bewegenden Geschichten und berichten von den Herausforderungen und Tragödien, die Krieg und humanitäre Krisen täglich mit sich bringen.
Journalist Jan Jessen, bekannt für seine Reportagen aus den Brennpunkten der Welt, reist direkt an die Fronten und in Krisengebiete, um diese Geschichten einzufangen. Mit seiner journalistischen Expertise und sensiblen Herangehensweise gibt er den Menschen in Kriegs- und Konfliktregionen eine Plattform, die gehört werden muss.
Alle zwei Wochen erscheint eine neue, eindringliche Folge, die die Hörer:innen in eine andere Krisenregion entführt. Der Podcast lässt nicht nur das Grauen, sondern auch die Widerstandskraft und den Mut der Menschen spüren, deren Leben durch Konflikte erschüttert wurde.
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