Mehr als 2.200 Menschen sind bereits gestorben, Hunderte weitere verletzt – und täglich steigen die Zahlen: Ein Erdbeben der Stärke 6,0 hat den Osten Afghanistans erschüttert und ganze Dörfer in Trümmern hinterlassen. „In manchen Dörfern hat buchstäblich jede Familie Angehörige verloren“, berichtet Jan Jessen, Kriegs- und Krisenreporter der FUNKE Mediengruppe, der mit dem Friedensdorf International vor Ort war. Besonders betroffen ist die Provinz Kunar, wo einfache Steinhäuser den Erschütterungen nicht standhalten konnten.
Die humanitäre Lage ist dramatisch. Helfer des Afghanischen Roten Halbmondes leisten rund um die Uhr medizinische Versorgung. „Wir sind seit dem ersten Tag des Erdbebens hier und leisten den betroffenen Menschen erste Hilfe und Traumaversorgung. Nach der Katastrophe haben wir aber kein sauberes Wasser, Hygiene und sanitäre Einrichtungen sind zerstört“, beschreibt ein Arzt. Viele Menschen sind gezwungen, verunreinigtes Wasser aus Flüssen zu trinken, was zu Durchfallerkrankungen führt.
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Die Katastrophe trifft auf ein Land, das ohnehin von Krisen geplagt ist: Wirtschaftliche Not, jahrelange Dürren, massenhafte Rückkehrer aus Iran und Pakistan sowie die Herrschaft der Taliban verschärfen das Leid. „Die Menschen haben kaum Möglichkeiten, ihre Häuser wieder aufzubauen. Die Regierung versucht, alte Militärlager als Notunterkünfte zu reaktivieren, aber das ist nur ein kleiner Schritt“, sagt Jessen. Afghanistan steht erneut vor der Herausforderung, die Grundlagen des Lebens für tausende Betroffene zu sichern.
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