Gerichtsurteil

Knöllchen löst Streit aus - Urteil wegen Körperverletzung

Foto: dpa

Aachen.  Im Streit um ein Knöllchen soll ein 29-Jähriger einen Polizisten mit einem Faustschlag die Augenhöhle zertrümmert haben. Er wurde verurteilt.

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Im Prozess um einen eskalierten Knöllchenstreit mit mehreren verletzten Polizisten hat das Landgericht Aachen gegen den Hauptangeklagten vier Jahre Haft verhängt. Die Richter hätten den 29-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen in Tateinheit mit Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt, teilte ein Gerichtssprecher am Donnerstag mit.

Laut Urteil hat der Angeklagte im November 2016 in Düren einem Polizisten mit einem Faustschlag die Augenhöhle zertrümmert. Sein 47 Jahre alter Vater und ein jüngerer Bruder wurden zu Bewährungsstrafen und Sozialstunden verurteilt. Die Verteidigung hatte Freispruch gefordert. Ihrer Ansicht nach sollen die Polizisten die Situation eskaliert haben.

Jüngerer Sohn soll drei Polizisten verletzt haben

"Für wie dumm halten Sie uns eigentlich", sagte die Vorsitzende Richterin Regina Böhme. Der Vater hatte sich den Angaben zufolge mit einem Mitarbeiter der Stadt angelegt, als der in "seiner Straße" ein Knöllchen schrieb. Als der Mitarbeiter die Polizei rief, sei die Situation außer Kontrolle geraten.

Die Deutschen türkischer Abstammung hätten die Beamten mit Faustschlägen attackiert. Der schwer verletzte Polizist hatte in dem Prozess die aggressive Stimmung beim Eintreffen geschildert und seinen Versuch, die Lage zu beruhigen: "Wir beruhigen uns jetzt mal, es geht doch nur um ein Knöllchen", hatte er demnach gesagt und Momente danach doch einen Notruf an die Zentrale abgesetzt: "Wir brauchen alles an Unterstützung, was möglich ist."

Der jüngere Sohn (28), der erst später zum Geschehen stieß, wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Er verletzte den Angaben nach drei Polizisten. Dem Vater wurde keine Beteiligung an der Prügelei nachgewiesen. Er erhielt eine Strafe von sechs Monaten auf Bewährung wegen versuchter Nötigung. (dpa)

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