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Unwetter im Revier legt Bahnstrecke bis Samstagmorgen lahm

In Gelsenkirchen ist durch das Unwetter ein Baum auf ein Haus gestürzt. (Foto: dpa)

In Gelsenkirchen ist durch das Unwetter ein Baum auf ein Haus gestürzt. (Foto: dpa)

Essen.  Heftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen zogen über das Revier hinweg - und trafen auch die Ruhr Games. Die Folgen wirken noch nach.

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Ein Unwetter ist am Donnerstag über das Ruhrgebiet hinweggezogen und hat vielerorts für zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. Auch die Ruhr Games in Dortmund wurden in Mitleidenschaft gezogen. Die Auswirkungen im Überblick:

Auch die Bahn ist von Unwetterschäden betroffen: Zwischen Bottrop und Haltern am See können die Züge der S9 nicht fahren. Die Bahn hat einen Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet und rechnet damit, dass die Bahnstrecke erst ab dem frühen Samstag wieder befahrbar sein wird. Zunächst hatte die Bahn mit bis Sonntag andauernden Reparaturarbeiten gerechnet.

Die Ruhr Games in Dortmund mussten am Donnerstag wegen eines Unwetters unterbrochen werden. Mehrere Tausend Besucher mussten das Gelände neben dem Stadion Rote Erde verlassen. Die Unterbrechung dauerte über eine Stunde. Im östlichen Ruhrgebiet treffen sich bis Sonntag mehr als 5000 junge Menschen aus Europa zu klassischen und alternativen Sportwettkämpfen.

Auch der Ruhr Reggae Summer in Dortmund wurde gegen 18 Uhr von den Veranstaltern wegen des Gewitters unterbrochen. Via Facebook wurden die Besucher aufgefordert, sich in die Dancehall Area oder in die Autos begeben. Gegen 19.15 gab es auch hier die Entwarnung. Für weite Teile von NRW galt am Donnerstagnachmittag eine Unwetterwarnung.

100 Einsätze für Feuerwehr in Gelsenkirchen

Am späten Donnerstag-Nachmittag hatte sich eine Front gebildet, die ab 17 Uhr über Düsseldorf und das Ruhrgebiet hinweg zog. In Mönchengladbach meldete der Wetterdienst um 17.15 Uhr Hagelschauer und Starkregen. Zahlreiche Keller liefen voll und ganze Straßenzüge standen unter Wasser. Rund 160 Einsätze gab es im Stadtgebiet mit den Schwerpunkten Stadtmitte, Neuwerk, Lürrip und Hardterboich.

In Duisburg regnete es so stark, dass einige Straßen überschwemmt war. Die Feuerwehr in Gladbeck meldete starke Sturmschäden im Stadtgebiet. Besonders betroffen war der Gladbecker Norden. Hier stürzten mehrere Bäume auf Häuser, Autos und Straßen und verursachten erhebliche Schäden.

Die Feuerwehr Gelsenkirchen meldete in den Ortsteilen Scholven und Hassel knapp 100 Einsätze. Bäume waren umgestürzt, Keller vollgelaufen und Straßen überflutet. Im Scheideweg wurde das Auto eines jungen Mannes von einem Baum getroffen. Der verletzte Fahrer wurde bereits vor Eintreffen der Feuerwehr von Passanten aus seinem Fahrzeug befreit.

Unwetterfront sorgt für Schäden in Bottrop

Gegen 16.45 Uhr erreichte eine Unwetterfront Bottrop. Die Feuerwehr meldete innerhalb von kurzer Zeit über 40 Einsätzen. Zum Großteil wurden Äste abgerissen und Bäume stürzten um. Mehrere Autos wurden beschädigt. Auch Stromleitungen wurden zerstört.

Im Dinslakener Staatsforst an der Dickerstraße wurde eine 51-jährige Reiterin aus Bochum von einem umstürzenden Baum am Kopf getroffen und schwer verletzt. Durch das Unwetter stürzten mehrere Bäume auf den Weg. Lebensgefahr besteht laut Mitteilung der Polizei nicht.

„Bis zu 31 Grad waren am Donnerstag örtlich drin, aber die Luft wurde feuchter und schwüler. Thomas Sävert vom Wetterdienst Kachelmannwetter: Für den späten Nachmittag und vor allem für die Abendstunden sind örtlich heftige Gewitter möglich, lokal mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Am späten Abend ist die Kaltfront des Tiefs aber schon durchgezogen.

Kühle Luft am Freitag in Nordrhein-Westfalen

Am Freitag wirkt sich vorübergehend deutlich kühlere Luft bei uns im Westen aus. Vom Atlantik weitet sich allerdings ein Hoch in Richtung Europa aus, es bestimmt ab dem Wochenende unser Wetter. „Wie warm es dann genau wird, ist noch etwas unsicher. Gelangen wir zu Beginn der neuen Woche auf die Westseite des Hochs, könnte sich sehr heiße Luft bis nach Deutschland ausbreiten. Dann wären am Dienstag auch mehr als 35 Grad möglich“, erklärt Sävert.

Die Höchstwerte am Dienstag aus dem globalen deutschen Modell reichen sogar bis etwa 37 Grad. Der 10-Tage-Trend am Beispiel Essen zeigt aber die Unsicherheiten, einige Modelle ziehen bei der Hitze noch nicht ganz mit. (red/dpa)

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