Forscher haben am Rande des Sonnensystems einen möglichen neuen Zwergplaneten entdeckt. Der Himmelskörper wurde auf den Namen 2026 ED138 getauft. Gefunden haben ihn Forscher des Vera C. Rubin-Observatoriums. Die Beobachtungen wurden am Dienstag vom Minor Planet Center (MPC) der Internationalen Astronomischen Union bekannt gegeben. Demnach könnte ED138 ersten Analysen zufolge zu den größten und hellsten Objekten gehören, die die Sonne jenseits der Plutobahn umkreisen, heißt es weiter.

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Gefunden wurde das Objekt vom Astronomen Matthew Holman vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge. Er analysierte kürzlich Daten, die das Observatorium in diesem Jahr gesammelt hatte. Mit einem selbst entwickelten Suchcode durchkämmte er Milliarden Nachweise von sich bewegenden Objekten. Auf diese Weise entdeckte Holman ED138 und bemerkte sofort, dass dessen Helligkeit und Entfernung auf eine ungewöhnliche Größe hindeuteten.
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„Meine erste Reaktion war freudiger Unglaube“, wird Holman in einer Mitteilung zitiert. „Solche Objekte sind sehr selten, deshalb habe ich sofort angefangen zu überprüfen, ob ich oder der Code etwas falsch gemacht hatten.“ Das war nach näherer Betrachtung offenbar nicht der Fall. Das Team suchte nach weiteren Aufnahmen auch in Archivbildern. So konnte es die Umlaufbahn über mehr als zehn Jahre nachzeichnen.
Ob ein Objekt als Zwergplanet gilt, hängt vor allem von Größe und Form ab. ED138 soll einen Durchmesser zwischen 600 und 1500 Kilometern haben. Er befindet sich jenseits des Neptuns – dem äußersten Planeten unseres Sonnensystems – und umkreist die Sonne in einer Entfernung von 46 Astronomischen Einheiten. Eine Einheit entspricht dem durchschnittlichen Abstand von der Erde zur Sonne. Der Zwergplanet Pluto liege im Mittel bei 40 Astronomischen Einheiten.
Eisige Körper dieser Größe sind laut Mitteilung in der Regel rund – auch eine Voraussetzung als Zwergplanet zu gelten. Ein Hauptunterschied zwischen einem Planeten und einem Zwergplaneten ist, dass der Planet seine Umlaufbahn von kleinen Körpern bereinigt hat.
Sollte sich bestätigen, dass ED138 ein Zwergplanet ist, würde er sich den fünf von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) anerkannten Zwergplaneten anschließen: Pluto, Ceres, Eris, Haumea und Makemake.
lro/dpa





