Der Tatverdächtige, der am 29. Juni 2026 sechs Menschen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade erschossen haben soll, ist tot. Wie das Hamburger Abendblatt, das wie diese Redaktion zur FUNKE-Mediengruppe gehört, berichtet, soll sich der 45-Jährige am heutigen Dienstagmorgen erhängt haben.
Anmerkung der Redaktion
Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über (mögliche) Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Suizidgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen.
Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.
Das Justizministerium Niedersachsen bestätigt den Suizid in einer Pressemitteilung. „Nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse handelt es sich um einen Suizid. Hinweise auf ein Fremdverschulden liegen aktuell nicht vor“, heißt es darin. Der Gefangene sei gegen 06.05 Uhr von einem Stationsbediensteten im Rahmen der morgendlichen „Lebend- und Vollzähligkeitskontrolle“ in seinem Einzelhaftraum in der Justizvollzugsanstalt Bremervörde aufgefunden worden.
Sorgerechtsstreit führte wohl zu tödlichem Streit in Unterkunft
Der 45-Jährige soll bereits keine Körpertemperatur mehr aufgewiesen haben. Ein Notarzt stellte kurze Zeit später den Tod durch Strangulation fest. Ermittlungen zu den konkreten Umständen des Todes wurden laut Justizministerium eingeleitet. Angehörige des Toten als auch der Opfer seien informiert worden.
Hintergrund der Tat vor knapp drei Wochen soll nach Ermittlererkenntnissen ein Sorgerechtsstreit gewesen sein. In der Einrichtung, in der sich die Tat ereignete, waren sowohl die drei Monate alte Tochter des mutmaßlichen Täters als auch die Mutter des Kindes untergebracht. Bei den Getöteten handelte es sich um vier Frauen und zwei Männer aus der Jugendhilfe. Drei arbeiteten in dem Mutter-Kind-Heim in Stade, drei in der Region Hannover. Der Fall hatte bundesweit Betroffenheit und Anteilnahme ausgelöst.
ppe mit AFP/epd


