Es ist ein eindrucksvolles Naturschauspiel: Ein Tornado hat sich laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) auf dem Bodensee vor Friedrichshafen in Baden-Württemberg gebildet. Die Wasserhose sei ungefähr 15 Minuten zu sehen gewesen und nach Lindau in Bayern abgezogen, sagte DWD-Meteorologe Kai-Uwe Nerding. Zu Höhe und Durchmesser könne er keine Angaben machen. Es ist längst nicht der erste Tornado auf dem Bodensee.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Die Windgeschwindigkeiten in dem Tornado seien schwer zu schätzen, aber er gehe von 100 bis 150 Kilometern pro Stunde aus. Da der Tornado sich nur über dem Wasser bildete, gebe es keine Zerstörungen. Laut Wasserschutzpolizei kam es zu keinerlei Notfällen auf dem Wasser. Allerdings warnte Nerding vor weiteren Tornados am Nachmittag in der Region.
Bodensee: Tornados sind an diesem Urlaubsort keine Seltenheit
Laut Nerding kommt es immer wieder zu solchen Tornados auf dem Bodensee. Tauchen sie über Wasserflächen auf, spricht man auch von Wasserhosen. Besonders sei, dass der Tornado so gut vom Ufer zu sehen gewesen sei – so auch von Wasserburg aus. Auf Instagram finden sich einige Posts von Beobachtern der Wasserhose. Auch das Landratsamt Bodensee veröffentlichte ein Foto und schrieb dazu: „Der Bodensee kann vieles: Postkartenidylle, Urlaubsgefühl und manchmal auch großes Wetterkino.“ Ein Nutzer kommentierte ungläubig darunter: „Echt jetzt? Oder KI?“ Die Gewitterzelle, die für den Tornado gesorgt hatte, hatte sich kurze Zeit danach wieder aufgelöst.
Auch interessant
„In der Atmosphäre haben wir in den untersten Niveaus Rotation, und diese Rotation hat jetzt im Zusammenhang mit der Gewitterzelle, wo es dann eben auch Aufwinde gibt, dafür gesorgt, dass wir die Bildung von einem Tornado hatten“, erklärte der Meteorologe. In einem Instagram-Beitrag von radio7 hieß es am Mittwoch: „Krasses Naturschauspiel am Bodensee!“ Und weiter: „Wasserhosen gibt es auf dem Bodensee öfters zu sehen, in dieser Größe ist das allerdings nichts Alltägliches.“
Solche Tornados könnten tatsächlich auch aufgrund der allgemeinen Wetterlage in der Folge in den Regionen Oberschwaben und Allgäu auftreten. Auch dort kämen solche Tornados einige Male im Jahr vor. Bei einer entsprechenden Stärke wie jetzt auf dem Bodensee könnten dann etwa Bäume umgeknickt werden und Dächer abgedeckt, sagte Nerding.
dpa/jle





