Nach Tagen drückender Hitze ist über dem Kaunertal in Tirol am Sonntag ein Unwetter niedergegangen, das die Kaunertaler Gletscherstraße binnen Minuten unpassierbar machte. Nach Angaben der Tiroler Polizei entlud sich gegen 15 Uhr im Bereich von Röstizkogel und Watzespitze ein heftiges Gewitter mit massivem Hagelschlag. Kurz darauf schwollen der Röstizbach und der Watzebach stark an; wie das Land Tirol mitteilte, gingen drei Muren ab.

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Schlamm, Geröll und Felsbrocken verschütteten daraufhin die Straße in den Bereichen „Am See“ und „Am Versetz“ auf rund 50 Metern. Teile der Fahrbahn wurden weggespült, auch die Stromversorgung fiel aus. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand. Mehr als 250 Menschen, viele von ihnen Tagesgäste und darunter viele Deutsche, saßen jedoch im hinteren Kaunertal fest.
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Bereits am Sonntag flog die Besatzung des Polizeihubschraubers „Libelle“ erste Menschen aus dem betroffenen Gebiet. Einige Personen seien aus medizinischen Gründen ausgeflogen worden, sagte später ein Militärsprecher dem „Spiegel“. Hinweise auf Vermisste gab es laut Polizei zunächst nicht.
„Die restlichen Personen verbringen die Nacht im Gepatschhaus sowie im Gletscherrestaurant“, teilte Elmar Rizzoli, Leiter des Tiroler Zentrums für Krisen- und Katastrophenmanagement des Landes Tirol, am Sonntag mit. Dort wurden sie von Einsatzkräften und dem Personal vor Ort versorgt. Den weiteren Transport organisierte das Landes-Warn- und Lagezentrum Tirol.
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Am Montag wurde die Evakuierung fortgesetzt. Drei Hubschrauber des Innenministeriums und zwei Maschinen des Bundesheeres waren im Einsatz. Einer der Hubschrauber befand sich laut Militärsprecher bereits in der Region, weil er zuvor bei der Bekämpfung eines Waldbrandes im Tiroler Unterland eingesetzt worden war. Gegen Mittag bestätigten österreichische Behörden dem „Spiegel“ schließlich den Abschluss der Aktion. „Wir haben insgesamt 251 Personen ausgeflogen“, sagte der Militärsprecher vor Ort.
Neben den Hubschrauberbesatzungen waren Feuerwehr, Bergrettung, Gemeindevertreter, Mitarbeiter der Kaunertaler Gletscherbahn und die Alpinpolizei im Einsatz. Die Rettungsaktion verlief nach bisherigen Angaben ohne Verletzte.
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Die Kaunertaler Gletscherstraße ist ab dem Ortsteil Feichten bis auf Weiteres gesperrt. Fachleute der Landesgeologie begutachten die Schäden vor Ort. Sie prüfen unter anderem, ob Hänge instabil geworden sind und ob erneut Geröll oder Schlamm auf die Straße rutschen könnte.
Entwarnung gibt es für die Region jedoch nicht. Der Militärsprecher sagte dem „Spiegel“, dass in Tirol weitere Unwetter erwartet würden. Auch Geosphere Austria warnte vor neuen Gewittern. Ab Montagnachmittag und am Dienstag könne es demnach zu kleineren Muren und lokalen Überschwemmungen kommen. Dadurch seien auch Behinderungen auf Straßen und Bahnstrecken möglich.








