Die Erde bebt weiter im Gebiet des Supervulkans bei Neapel. Ein Erdstoß der Stärke 4,4 hat Donnerstagfrüh das Gebiet rund um die „Phlegräischen Felder“ (Campi Flegrei) erschüttert und die Bevölkerung in Angst versetzt. Das Epizentrum lag in einer Tiefe von drei Kilometern und wurde auch in Neapel deutlich gespürt. Der Erdstoß sorgte für Aufregung unter der Bevölkerung, es gab jedoch keine Meldungen von Verletzten oder größeren Schäden. Auf das erste Erdbeben folgte ein weiterer Erdstoß mit Stärke 2,1. Bewohner flüchteten auf die Straße. Die Schulen blieben geschlossen, das Bahnnetz wurde kontrolliert.

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Inzwischen haben Forscher neue Informationen über das tiefe Magmasystem unter dem Supervulkan veröffentlicht. Die Studie des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) beschreibt die Struktur des magmatischen Versorgungssystems des Supervulkans und das damit verbundene Bradyseismus-Phänomen, das die sich wiederholenden Beben verursacht. Die Untersuchung wurde in der Fachzeitschrift „Journal of Geophysical Research: Solid Earth“ veröffentlicht.
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Phlegräische Felder: Forscher analysierten in Kristallen eingeschlossene Magmatropfen
Nach Angaben der Wissenschaftler existieren unter dem Supervulkan zwei zentrale Magmaquellen in unterschiedlichen Tiefen. Eine tiefere Magmaquelle in 12 bis 16 Kilometern Tiefe soll das Bradyseismus-Phänomen der Jahre 1982 bis 1984 gespeist haben, indem sie rund drei Kubikkilometer Magma in ein flacheres Reservoir in etwa acht Kilometern Tiefe verlagerte. Dieses Reservoir sei wiederum für die Gasemissionen verantwortlich, die mit der seit dem Jahr 2000 andauernden Unruhephase im Gebiet des Supervulkans in Verbindung stehen.
Die Forscher analysierten eingeschlossene Magmatropfen in Kristallen vulkanischer Gesteine aus den vergangenen 15.000 Jahren sowie die chemische Zusammensetzung der Gase aus den Fumarolen der Solfatara. Daraus rekonstruierten sie die Dynamik des Magmaaufstiegs und der Entgasung.
Supervulkan in Neapel: Studie liefert keine Hinweise auf Ausbruch
Nach den Studienergebnissen sammeln sich die aus tieferen Magmabereichen aufsteigenden Gase unterhalb eines hydrothermalen Systems in rund drei Kilometern Tiefe. Dort erhöhen sie Druck und Temperatur, wodurch sich das Gestein verformt und Risse entstehen.
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Dies gilt als Ursache für Bodenhebungen und Erdbeben in der Region. Die Wissenschaftler betonen, dass die Studie keine Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden Vulkanausbruch liefert. Die Ergebnisse könnten jedoch helfen, Überwachungs- und Frühwarnsysteme für die dicht besiedelte Region künftig zu verbessern. Im seismischen Gebiet leben circa 800.000 Personen. Seit elf Jahren gilt für das Gebiet die Alarmstufe Gelb, die zur Vorsicht aufruft. In den vergangenen Monaten kam es jedoch auch zu stärkeren Erdstößen.
Der bisher letzte Ausbruch des Supervulkans begann am 18. März 1944 und dauerte zehn Tage. Trotz der Evakuierung von mehr als 10.000 Menschen gab es damals 26 Tote. Im Jahr 79 nach Christus hatten nach mehreren Ausbrüchen des Vesuvs Asche, Schlamm und Lava die antike Stadt Pompeji unter sich begraben. Die Anlage gehört heute zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Italiens.






