Zum 17. Mal seit 1976 erlebt die Demokratische Republik Kongo einen Ausbruch des Ebola-Virus. Bis jetzt wurden ungefähr 250 Infektionen und über 80 Todesfälle mit der seltenen Bundibugyo-Variante festgestellt. Die Dunkelziffer der Infektionen dürfte allerdings deutlich höher liegen.

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Als Reaktion hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine internationale Notlage ausgerufen, denn das Virus verbreitet sich jetzt bereits über die Landesgrenzen hinaus. Erste Fälle in Uganda wurden bestätigt. Die Variante ist nicht neu, aber selten: Sie sorgte bisher für zwei Ausbrüche weltweit – im Jahr 2007 in Uganda und 2012 im Kongo. Drei wichtige Fragen zum Virus drängen sich jetzt besonders auf.

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Wieso wurde der Ausbruch so spät entdeckt?

Die ersten Symptome ähneln zunächst einer schweren Grippe oder Malaria:

  • Fieber,
  • Muskelschmerzen,
  • Schwäche,
  • Erbrechen und
  • Durchfall.

Deshalb verzögert sich die Diagnose häufig. Ein weiterer Grund für die späte Entdeckung war laut dem Gesundheitsministerium im Kongo, dass in den betroffenen Gemeinden die Krankheit für „Hexerei“ gehalten wurde. Die Menschen hätten sich deshalb nicht an die Gesundheitseinrichtungen gewandt. Im weiteren Verlauf der Krankheit greift das Virus die Blutgefäße an: Es kommt zu inneren Blutungen, Organversagen und schließlich zum Kreislaufkollaps. Der Tod tritt meist innerhalb von ein bis zwei Wochen nach Symptombeginn ein.

Risiko für Deutschland?

Was macht die neue Variante so gefährlich?

Die Gefahr der Bundibugyo-Variante ist, dass es derzeit noch keinen Impfstoff für sie gibt. Zwar gibt es Ebola-Impfstoffe, diese sind allerdings auf die deutlich tödlichere Zaire-Variante ausgerichtet. Diese war der Auslöser für die größten Ebola-Ausbrüche bisher. Auch gezielte Therapien für die aktuelle Variante sind noch nicht entwickelt.

Daher ist es besonders wichtig, die Kontaktbeschränkungen und Abstandsgebote einzuhalten. Die Sterblichkeitsrate liegt beim Bundibugyo-Stamm laut dem US-amerikanischen Gesundheitsinstitut NIH bei rund 37 Prozent und damit deutlich niedriger als beim gefürchteten Zaire-Stamm mit bis zu 90 Prozent.

Was kann jetzt unternommen werden?

Die WHO koordiniert vor Ort Schnellreaktionsteams, sichere Behandlungszentren und die Lieferung medizinischer Hilfsgüter. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen bereitet ebenfalls eine großangelegte Hilfsaktion vor.

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Trailer Länger Leben – Der Longevity-Podcast
Länger Leben
 

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erklärte im rbb Inforadio, dass Deutschland bereit sei zu helfen, auch, wenn noch kein offizielles Ersuchen der Demokratischen Republik Kongo vorliege. Auch das Robert Koch-Institut und das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin bieten ihre Unterstützung an. „Dort könnten zum Beispiel mobile Labore gestellt werden, die dann vor Ort eingesetzt werden“, sagte Warken. Außerdem könne geschultes Personal zur Aufklärung über Infektionswege eingesetzt werden.