Griechenland zählt auch 2026 wieder zu den beliebtesten Reisezielen am Mittelmeer. Urlauber schätzen die landschaftliche Vielfalt, das kulturelle Erbe und die zahlreichen Inseln des Landes. Viele entdecken das Land mit dem eigenen Auto oder einem Mietwagen. Doch Vorsicht: Griechenland hat seine Verkehrsregeln deutlich verschärft. Verstöße können für Touristen schnell teuer werden.

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Wer nach der Fährüberfahrt von Italien in den griechischen Häfen Igoumenitsa oder Patras ankommt, ist meist in Urlaubsstimmung. Dennoch ist besondere Vorsicht geboten: Das Risiko, in Griechenland in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, liegt deutlich über dem EU-Durchschnitt. Nur in Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Litauen und Lettland ist die Zahl der Verkehrstoten gemessen an der Einwohnerzahl noch höher.

Kommt es mit dem eigenen Fahrzeug zu einem Unfall, bleiben Urlauber nicht selten auf den Kosten sitzen – selbst dann, wenn sie keine Schuld tragen. Grund dafür ist, dass Schätzungen zufolge rund 500.000 der etwa acht Millionen Fahrzeuge auf griechischen Straßen nicht versichert sind. Automobilklubs empfehlen deshalb eine Zusatzversicherung für die Dauer des Urlaubs.

Camping-Urlauber in Griechenland haben es künftig leichter

Für Camper gibt es eine positive Entwicklung: Anfang 2025 hatte Griechenland das Abstellen von Wohnmobilen massiv eingeschränkt. An Stränden, in Waldgebieten und in der Nähe archäologischer Stätten war das Parken verboten; auf vielen öffentlichen Parkplätzen galt eine Höchstparkdauer von 24 Stunden. „Wildcampern“ drohten Bußgelder von bis zu 3000 Euro oder sogar Haftstrafen.

Inzwischen wurden diese Regelungen jedoch gelockert. Wohnmobile dürfen beim Parken wieder grundsätzlich wie andere Fahrzeuge behandelt werden. Für das eigentliche Campen – also das Aufstellen von Tischen, Stühlen oder Markisen außerhalb des Fahrzeugs – gelten weiterhin Einschränkungen.

Agios Nikolaos Themenfoto: Urlaub, Mittelmeer, Griechenland, Kreta, 27.09.2022 Blick auf den Hafen von Agios Nikolaos/Kr
Griechenland ist für viele ein Urlaubsparadies. Wer mit dem Auto anreist, sollte jedoch die neuen Verkehrsregeln kennen.© imago/Eibner | IMAGO stock

Deutlich höhere Strafen für Verkehrsverstöße

Als Reaktion auf die hohe Zahl schwerer Unfälle hat Griechenland seine Straßenverkehrsordnung verschärft und die Bußgelder deutlich erhöht. Auch Verstöße, bei denen die Polizei früher oft ein Auge zudrückte, werden inzwischen konsequent verfolgt.

Handy am Steuer

Die Nutzung eines Mobiltelefons während der Fahrt wird mit 350 Euro Bußgeld und einem 30-tägigen Fahrverbot geahndet. Touristen sollten beachten, dass viele griechische Mietwagen nicht über eine Freisprechanlage verfügen. Die Polizei darf zwar keinen ausländischen Führerschein dauerhaft entziehen, kann ihn jedoch bei schweren Verstößen vorübergehend einziehen und für die Dauer des Fahrverbots einbehalten. Anschließend wird das Dokument an die ausländischen Behörden zurückgesandt.

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Alkohol am Steuer

Bei Alkoholverstößen drohen Fahrverbote von bis zu zehn Jahren. Die gesetzliche Promillegrenze liegt bei 0,5. Zusätzlich werden Geldstrafen zwischen 350 und 4000 Euro fällig.

Helmpflicht

Wer auf einer griechischen Insel mit Moped, Roller oder Quad unterwegs ist, muss einen Helm tragen. Verstöße kosten 350 Euro.

Parkverstöße

Besonders unangenehm können Parkverstöße mit Mietwagen werden. Wer etwa auf einem Behindertenparkplatz oder an einem barrierefreien Fußgängerüberweg parkt, riskiert die Stilllegung des Fahrzeugs. Die Polizei zieht in solchen Fällen die Kennzeichen ein, die oft erst nach mehreren Wochen gegen Zahlung eines Bußgelds zurückgegeben werden. Für Urlauber bedeutet das: Sie müssen die Mietwagenkosten während der Stilllegung weiterhin tragen.

Rauchverbot im Auto

Wie in Frankreich, Österreich und Italien gilt auch in Griechenland ein Rauchverbot im Auto, wenn Kinder unter zwölf Jahren mitfahren. Das Verbot umfasst auch E-Zigaretten. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 1500 Euro.

Bußgelder nicht ignorieren

In Griechenland verhängte Bußgelder sollten nicht ignoriert werden. Offene Forderungen können auch in Deutschland vollstreckt werden. Zudem arbeitet die EU an Regelungen, nach denen schwere Verkehrsdelikte und Fahrverbote künftig europaweit anerkannt und durchgesetzt werden sollen.

Mehr Kontrollen und intelligente Kameras

Bereits seit dem vergangenen Jahr hat das griechische Ministerium für Bürgerschutz seine Verkehrssicherheitsoffensive verstärkt. Geschwindigkeitsüberschreitungen und Rotlichtverstöße werden zunehmend von Smart-Kameras erfasst. Die Bilder werden mithilfe Künstlicher Intelligenz ausgewertet. Auch Alkoholkontrollen, die früher eher selten waren, gehören inzwischen zum Alltag.

Diese Maßnahmen zeigen Wirkung: 2025 sank die Zahl der Verkehrstoten in Griechenland im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent – von 665 auf 517. Das war zugleich der niedrigste Stand seit 1963, als die Motorisierung des Landes erst begann.