Die antike Stadt Asini in der Region Argolis auf dem Peloponnes im südlichen Griechenland ist seit Langem als bedeutende archäologische Stätte bekannt, deren Ruinen aus mykenischer, hellenistischer und römischer Zeit stammen.

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Unmittelbar vor der Küste konnten Archäologen bereits vor zwei Jahren die Überreste eines antiken Hafens nachweisen, dessen Bauweise auf eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit hinweist. Nun zeigt sich: Die Struktur reagierte offenbar sowohl auf Schwankungen des Meeresspiegels als auch auf Veränderungen in den Handelsnetzwerken. Die neuen Erkenntnisse der Forscher wurden nun vom Griechischen Kulturministerium veröffentlicht.

Wandelnder Hafen: Archäologen entdecken außergewöhnliche Strukturen

Die Hafenstrukturen bilden gegenwärtig den Schwerpunkt der wissenschaftlichen Untersuchungen, an denen neben dem Amt für Unterwasserarchäologie auch Forscher aus Schweden beteiligt sind. Die Leitung der aktuellen Arbeiten liegt bei der Archäologin Panagiota Galiatsatou vom Ephorate of Underwater Antiquities. Sie wird unterstützt von Ann Louise Schallin, wissenschaftliche Direktorin der Universität Stockholm sowie von Niklas Eriksson, der als Feldleiter ebenfalls an dieser Universität tätig ist.

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Der heute vollständig unter Wasser liegende Hafen wird von einem zentralen, künstlich angelegten Plateau dominiert. Auf Grundlage der erhaltenen Überreste erstellten die Wissenschaftler detaillierte, dreidimensionale Modelle, die eine präzisere Rekonstruktion der baulichen Strukturen ermöglichen. Ein Großteil der Befunde weist eine quadratische Grundform auf und wurde gezielt auf sorgfältig ausgewählten Steinen errichtet. Durch die Analyse entnommener Proben identifizierten sie zudem Reste von Pfeilerfundamenten. Diese wurden vermutlich unter Verwendung von Holzgerüsten oder Senkkästen errichtet, die mit Steinen verfüllt waren. Nachdem sich das organische Material zersetzte, blieben ausschließlich die steinernen Elemente erhalten.

Darüber hinaus ergaben die Untersuchungen, dass die Pfeilerfundamente in die römische Zeit datieren. Ihre klar ausgeprägten Kanten sowie ihre regelmäßige Anordnung sprechen für einen Hafenkai, der ursprünglich oberhalb des Meeresspiegels lag. Mit dem Anstieg des Wasserspiegels waren bauliche Erweiterungen notwendig, um die Funktion des Hafens für das Be- und Entladen von Waren weiterhin aufrechtzuerhalten.

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Umwelt nimmt Einfluss auf die Bauweise

Das Forschungsteam stellte fest, dass der Hafen, dessen Ursprung in der römischen Zeit liegt, gezielt an die jeweiligen Umweltbedingungen sowie an die bestehenden Handelspraktiken angepasst wurde. Die Forscher planen nun eine präzise zeitliche Einordnung vorzunehmen. Dazu müssen die geborgenen Materialien und die digitalen Vermessungsdaten umfassend ausgewertet werden.

In Verbindung mit den bereits vorliegenden Forschungsergebnissen zur antiken Stätte von Asini ermöglicht die Untersuchung des Hafens nun eine umfassendere Rekonstruktion des Gesamtbildes dieser Siedlung.

Über die antike Stadt Asini konnten Forscher einen wesentlichen Teil ihrer historischen Entwicklung rekonstruieren. Die Akropolis der Siedlung befindet sich auf der Halbinsel Kastraki bei Tolo. Archäologische Befunde belegen, dass die Stadt vom 3. Jahrtausend v. Chr. bis in das 2. Jahrhundert n. Chr. besiedelt war. In dieser Zeit erfüllte Asini die Funktion einer Hafenstadt und stand in Verbindung mit bedeutenden Zentren wie Mykene und Kreta.