Rauchen im Restaurant? Das gibt es in Italien schon lange nicht mehr: In allen öffentlich zugänglichen Gebäuden, Gaststätten und Büros herrscht Rauchverbot. In Mailand sogar im Freien. Die italienische Hauptstadt Rom geht nun noch einen Schritt weiter und verbietet das Rauchen auch an ihren Stränden. Ab dem 1. April gilt das Verbot für die 14 Kilometer lange Sandküste von Ostia am Tyrrhenischen Meer, dem Strand der Hauptstadt mit ihren 3,5 Millionen Einwohnern.

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„Es handelt sich um eine wichtige Maßnahme zum Schutz von Umwelt und Gesundheit, insbesondere an den Stränden des Lido di Ostia, die vor allem im Sommer von Tausenden Bürgern und Touristen besucht werden“, betonte Nando Bonessio, Mitglied des römischen Stadtrats für die links-grüne Partei Alleanza Verdi e Sinistra. Was bedeutet die Verschärfung für Rom-Urlauber? Und welche Strafen drohen?

Rauchverbot in Rom: So teuer ist ein Verstoß

Geplant ist eine umfassende Informationskampagne, die unter anderem eine klare, sichtbare und mehrsprachige Beschilderung umfasst. „Es geht nicht nur darum, ein Verbot einzuführen, sondern einen kulturellen Wandel zu fördern, der darauf abzielt, die Umwelt zu schützen, die Verschmutzung durch Zigarettenstummel zu reduzieren und die Gesundheit der Bürger – insbesondere der Schwächsten – zu sichern“, so Bonessio weiter.

In Rom führen die Rauchverbote in geschlossenen öffentlichen Räumen sowie in bestimmten Außenbereichen zu Geldstrafen von bis zu 275 Euro. Wird das Verbot in Anwesenheit von Kindern oder Schwangeren missachtet, verdoppelt sich die Strafe auf bis zu 550 Euro. Die Vorschriften gelten unter anderem für Parks, Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel, Spielplätze und Krankenhäuser.

Per Gesetz ist das Rauchen seit 2005 in allen öffentlichen Gebäuden, Büros, Bars, Restaurants, Diskotheken und Hotels verboten, sofern es keine vollständig getrennten Raucherzimmer mit funktionierendem Belüftungssystem gibt. Die Übergangsfrist endete 2005. Seither gilt das strikte Rauchverbot, das laut Behörden zu einem deutlichen Rückgang der Raucher geführt habe. Auf den Außentischen stehen nicht einmal mehr Aschenbecher.

Wichtig für Urlauber in Italien

Italien: Oppositionspartei will Rauchverbot auf Strände ausweiten

Einige Städte an der Adria orientieren sich ebenfalls an Rom. So wird ab dem 1. April auch an den Stränden von Pesaro ein Rauchverbot eingeführt. Nun liegt ein Gesetzesvorschlag der Partito Democratico (PD), Italiens stärkster Oppositionspartei, vor, der ein landesweites Rauchverbot an Stränden einführen soll. Ziel ist es, einheitlich zu regeln, was bisher allein den Verordnungen der Bürgermeister überlassen war: das Rauchverbot am Strand. Angesichts des objektiven Rückgangs der Raucherzahlen sei es notwendig, die noch bestehenden Lücken zu schließen und das Verbot auf Strände, frei zugängliche Küstenabschnitte und staatliche Küstengebiete auszuweiten, lautet das Vorhaben der Partei.

Seit dem vergangenen Jahr gilt in der 1,4-Millionen-Einwohner-Stadt Mailand eines der strengsten Rauchverbote Europas. Praktisch überall, auch im Freien, ist das Rauchen nur noch erlaubt, wenn ein Abstand von mindestens zehn Metern zu anderen Personen eingehalten wird. Andernfalls drohen Strafen von bis zu 240 Euro. Hintergrund ist die hohe Luftbelastung in der lombardischen Hauptstadt: Nach offiziellen Angaben sind Zigaretten in der Region für rund sieben Prozent der Feinstaubemissionen verantwortlich.