Man kann Leonid Radvinsky vieles vorwerfen. Etwa ein eher biegsames Verhältnis zur Moral – schließlich warb der Internet-Unternehmer einst damit, seinen Kunden „gehackte“ Passwörter zur Verfügung zu stellen. Passwörter „für Teenager“ auf der „heißesten Bestialitätsseite im Internet“. Dafür, dass er tatsächlich Zugang zu Kinderpornografie ermöglicht hat, gibt es laut „Forbes“ keine Beweise. Vielleicht war das Ganze auch nur ein großer und geschmackloser Werbegag. Denn trotz aller Kritik muss man festhalten: Radvinsky hatte Geschäftssinn.

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Das Wort „hatte“ ist dabei besonders wichtig, denn Leonid Radvinsky ist tot. Das teilte das Unternehmen am Montag mit, das den gebürtigen Ukrainer zum Milliardär gemacht hatte: OnlyFans.
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Onlyfans machte Radvinsky reich – doch schon vorher war er in der Porno-Branche
Die Plattform ermöglicht es niedrigschwellig quasi jedem, Inhalte wie Fotos oder Videos digital zu verkaufen. Genutzt wird sie vor allem für pornografische Inhalte – und ist in der Erwachsenenunterhaltung inzwischen der absolute Platzhirsch. 2024 verzeichnete das in London ansässige Unternehmen mehr als vier Millionen Content-Ersteller und 370 Millionen registrierte Nutzer. Zum Vergleich: Das sind mehr Menschen, als in den USA leben.
Radvinsky war nicht von Anfang an an der Plattform beteiligt. Zunächst machte er sich mit verschiedenen Online-Unternehmen und einem Streamingangebot für pornografische Webcams einen Namen, verdiente so seine ersten Millionen. 2018 erwarb er dann rund drei Viertel der Anteile am OnlyFans-Mutterkonzern. Kurze Zeit später profitierte er vom Internetboom der Coronazeit, die auch OnlyFans groß machte. Zuletzt schätzte „Forbes“ sein Vermögen auf 7,8 Milliarden US-Dollar.
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Nun ist der „OnlyFans-Milliardär“ im Alter von 43 Jahren gestorben. „Wir sind tief betroffen wegen des Todes von Leo Radvinsky“, heißt es von seinem Unternehmen. „Er ist nach einem langen Kampf gegen den Krebs friedlich eingeschlafen.“ Die Familie bittet darum, ihre Privatsphäre zu achten.







