Zwei Jahrzehnte nach ihrer Selbstbefreiung bereitet der Gesundheitszustand von Natascha Kampusch Sorgen. Nach Angaben ihrer Familie soll die 38-Jährige einen schweren Zusammenbruch erlitten haben. Ihr engstes Umfeld beschreibt in einer neuen Dokumentation des Österreichischen Rundfunks (ORF) eine Situation, mit der selbst medizinische Fachleute überfordert sein sollen.

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Die Frau, die nach ihrer Flucht 2006 ruhig, gefasst und redegewandt vor die Kameras trat, ziehe sich nun stark zurück, berichtet ihre Schwester Claudia Nestelberger. „Sie ist meist in einer eigenen Welt. Sie ist wieder in einer Art Gefangenschaft. Es ist herzzerreißend und wir fühlen uns hilflos.“ Claudia Nestelberger kümmert sich heute weitgehend um organisatorische Angelegenheiten ihrer Schwester.

Natascha Kampusch: Entführung als Kind – ihre Version wurde immer wieder angezweifelt

Am 2. März 1998 war Kampusch im Alter von zehn Jahren auf dem Schulweg in Wien entführt worden. Der Täter, Wolfgang Priklopil, hielt das Mädchen über Jahre hinweg in einem Verlies im Keller seines Hauses im niederösterreichischen Strasshof gefangen. Erst am 23. April 2006 gelang ihr die Flucht. Kurz darauf nahm sich Priklopil das Leben.

Der Fall sorgte weltweit für Schlagzeilen. Auch nach der Flucht hatte Natascha es nicht leicht. Immer wieder wurde ihre Version des Falls angezweifelt. Mehrere Untersuchungen, unter anderem vom Bundeskriminalamt und dem FBI, kamen jedoch zu dem Ergebnis, dass ihre Schilderungen zutreffen.

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ORF-Dokumentation beleuchtet Lebensgeschichte

Mit Kampuschs Lebensgeschichte beschäftigt sich nun eine neue Fernsehdokumentation des ORF. In „Natascha Kampusch – Gefangen in Freiheit“, die am 16. März 2026 um 20.15 Uhr in ORF 2 sowie auf der Streamingplattform ORF ON ausgestrahlt wird, kommen laut Senderangaben erstmals zahlreiche Ermittler, Staatsanwälte und Wegbegleiter ausführlich zu Wort.

Mit Blick auf den 20. Jahrestag ihrer Flucht erreichen die Familie erneut Medienanfragen aus vielen Ländern, wie der ORF in einem Vorbericht zur Doku verrät. Die Familie sorgt sich, dass ihr schwieriger Gesundheitszustand wieder Schlagzeilen machen könnte, ohne dass die Hintergründe ausreichend eingeordnet werden. Man wolle offen über die Situation sprechen, um Verständnis zu schaffen, heißt es aus dem Umfeld der Familie.