Jetzt wird es ernst: Im deutschen Vorentscheid entscheidet sich heute, wer uns beim ESC 2026 in Wien vertritt. Ganze drei Stunden räumt die ARD dafür frei – und das auch noch zur Prime Time um 20.30 Uhr.

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Moderiert wird „Das deutsche Finale 2026“ einmal mehr von Barbara Schöneberger, die diesmal allerdings Hazel Brugger an die Seite bekommt. Auch die Stargäste im Studio sind etablierte TV-Gesichter: Neben den ehemaligen deutschen ESC‑Vertretern Michael Schulte (2019, 4. Platz) und Abor & Tynna (2025, 15. Platz) werden Carolin Kebekus und Hans Sigl erwartet.
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Neun Acts wollen für Deutschland zum ESC: Zuschauer entscheiden erst am Ende
Um das Ticket für das ESC-Finale in Wien kämpfen im ESC-Vorentscheid neun Acts. Sie wurden in einem mehrstufigen Verfahren vom SWR ausgewählt. In der Show präsentieren sie ihre Beiträge – werden dann aber erst einmal von einer Jury bewertet. Sie wählt drei der Teilnehmer ins „Superfinale“, in dem dann die Zuschauer entscheiden.
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Unter den Kandidaten finden sich viele Newcomer – aber auch einige zumindest etwas bekanntere Künstlerinnen und Künstler. Eine von ihnen ist Sarah Engels, die 2011 bei DSDS (RTL) immerhin auf dem zweiten Platz landete und später mit einer schlagzeilenträchtigen Trennung von DSDS-Sieger Pietro Lombardi für Aufsehen sorgte. Und noch eine Castingshow-Teilnehmerin findet sich auf der Liste: Malou Lovis gewann 2023 „The Voice of Germany“. Die großen Erfolge blieben seitdem aber aus.
Diese Acts wollen Deutschland beim ESC 2026 in Wien vertreten
Sarah Engels – „Fire“
Dass Sarah Engels singen kann, hat sie in diversen TV-Shows („Deutschland sucht den Superstar“, „The Masked Singer“) unter Beweis gestellt. Nur mit dem Tanzen haperte es lange. Als „kleine Rhythmus-Legasthenikerin“ bezeichnete sie einst DSDS-Chefjuror Dieter Bohlen. Doch im ESC-Vorentscheid tritt Sarah Engels mit einer Nummer an, die nicht nur zum Tanzen einlädt, sondern quasi dazu zwingt. Dass sie abliefern kann, beweist die 33-Jährige im Musikvideo zu „Fire“. Wenn das auch auf der Vorentscheidsbühne klappt, hat sie gute Chancen, das Ticket für Wien zu lösen.
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Ragazzki – „Ciao Ragazzki“
Erinnern Sie sich noch an „Barbaras Rhabarberbar“? Diesen etwas nervigen Song, der 2023 die sozialen Netzwerke flutete und sich für Wochen nicht nur dort, sondern auch in den Gehörgängen unzähliger Menschen festsetzte? Daran beteiligt war der deutsche Musiker Marti Fischer, der für den ESC-Vorentscheid mit David „Miirtek“ Starosciak das Duo Ragazzki bildet.
Nun ist ein Ohrwurm nicht die schlechteste Idee für den ESC. Und auch der Song „Ciao Ragazzki“ schlägt diese Richtung ein – bleibt aber etwas flach und über drei Minuten hinweg zu repetitiv, um wirklich zu überzeugen. Trotzdem ist nicht ausgeschlossen, dass die kuriose italienisch-polnische Mischung noch einen Hype auslöst und am Ende eben doch überzeugt.
Malou Lovis – „When I‘m With You“
2023 holte sich Malou Lovis Kreyelkamp den Sieg bei „The Voice of Germany“. Ihren Nachnamen will sie den internationalen Fans wohl ersparen – und so tritt sie beim ESC-Vorentscheid schlicht als Malou Lovis an. Schlicht – oder vielmehr ruhig – ist auch ihr Beitrag „When I‘m With You“. So ruhig sogar, dass er sich als Lounge- oder Fahrstuhlmusik eignen würde. Beim Eurovision Song Contest, wo mehr mehr ist, dürfte das zu wenig auffallen.
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Myle – „A Ok“
„A Ok“ von Myle könnte eine Hymne werden. Man kann sich gut vorstellen, wie Tausende das eingängige „A Ok“ in einem Stadion mitsingen. Doch von diesem einen Hymnen-Moment bleibt das Lied enttäuschend blass – und zu wenig im Gedächtnis, um beim Eurovision Song Contest aus über 20 Beiträgen herauszustechen. Es fehlt schlicht eine Steigerung hin zu einem echten Höhepunkt, der das Publikum überzeugt. Eher unwahrscheinlich, dass die Jury Myle im deutschen Vorentscheid ins „Superfinale“ schickt.
Molly Sue – „Optimist (Ha Ha Ha)“
Ähnlich wie Malou Lovis versucht sich auch Molly Sue mit ihrem ESC-Song „Optimist (Ha Ha Ha)“ an den leiseren Tönen. Ihr gelingt es dabei aber deutlich besser, ihr Publikum emotional zu erreichen. Kein Wunder, handelt das Lied doch von ihrer eigenen chronischen Krankheit. Wenn es gelingt, auf der Vorentscheidsbühne einen besonderen Wow-Moment zu erzeugen, könnte das Lied Jury wie Zuschauer gleichermaßen überzeugen.
Wavvyboi – „Black Glitter“
Glitter und der ESC – das passt doch. Auf die Idee ist wohl auch Wavvyboi gekommen. Beim deutschen Vorentscheid geht er mit seinem Song „Black Glitter“ ins Rennen. Das Lied ist schwer einzuordnen, bewegt sich irgendwo zwischen Glamrock, Punk und Emo-Sound. Eine Mischung, die überraschend gut funktioniert. Gepaart mit einer Frisur, auf die jede Sparkassenberaterin stolz wäre, ergibt sich ein kurioses, aber doch stimmiges Gesamtpaket, das auch beim ESC ankommen könnte.
Dreamboys The Band – „Jeanie“
Dreamboys The Band, das sind – was auch sonst – vier junge Frauen. Beim ESC-Vorentscheid wollen sie mit der nostalgisch angehauchten Indie-Nummer „Jeanie“ überzeugen. Das Lied ist entspannt, macht Spaß und passt leider so gar nicht zum ESC. Man kann es sich eher auf einer kleinen Bühne im Indie-Club nebenan als beim Mega-Spektakel Song-Contest vorstellen. Aber vielleicht beweisen die Dreamboys beim Vorentscheid ja das Gegenteil?
Laura Nahr – „Wonderland“
Das Lied „Wonderland“, mit dem Laura Nahr im ESC-Vorentscheid antritt, ist wie ein Chihuahua, der im einen Moment noch entspannt auf der Couch schläft und zwei Sekunden später völlig durchdreht. Solche „Persönlichkeitswechsel“ innerhalb eines Beitrags können funktionieren. Das hat in der Vergangenheit unter anderem die Schweiz bewiesen, die 2024 in Nemos „The Code“ gefühlt fünf verschiedene Songs packte.
Gerade bei der Generation TikTok, die an 10-Sekunden-Videos gewöhnt ist, kann das die Aufmerksamkeit hochhalten und funktionieren. Die große Schwierigkeit dabei: Alles – inklusive Performance – muss trotzdem stimmig sein und ein Gesamtbild ergeben. Bleibt abzuwarten, ob Laura Nahr das am 28. Februar gelingt.
Bela – „Herz“
Irgendwie zu kurz geraten ist „Herz“, mit dem Sänger Bela die ESC-Fans überzeugen will. Nur 2 Minuten und 12 Sekunden ist das Lied lang – obwohl laut ESC-Regeln eigentlich 3 Minuten erlaubt wären. Der Grund ist logisch: Viele Künstler produzieren immer kürzere Songs, weil sie von den großen Streaming-Plattformen per Stream bezahlt werden. Sind die Songs weniger lang, hören die Fans mehr Lieder an und es gibt mehr Geld.
Doch ob das die richtige Herangehensweise bei einem Song ist, der einen auf die große Bühne bringen soll? „Herz“ wirkt irgendwie unvollständig, fast unfertig. Schade, denn das Lied an sich ist wirklich gut – wenn vielleicht auch nicht das richtige für den ESC.
Endlich Erfolg beim ESC? Selbst mit Stefan Raab reichte es nur für Platz 15
Der Eurovision Song Contest findet 2026 in Wien statt, nachdem der Sänger JJ den Wettbewerb im vergangenen Jahr für Österreich gewonnen hat. Deutschland erreichte mit Abor & Tynna – und der Hilfe von Stefan Raab – nur einen mageren 15. Platz.







