- In den USA entscheidet ein Murmeltier jedes Jahr, wann der Winter endet
- Am 2. Februar fiebern Tausende der legendären Schatten-Zeremonie entgegen
- Was Murmeltier Phil dieses Jahr prophezeit – alle Infos zur aktuellen Prognose
Am 2. Februar 2026 richtet sich der Blick in den USA wieder auf einen kleinen Ort in Pennsylvania – und auf ein Murmeltier. In Punxsutawney soll Phil entscheiden, wie lange der Winter noch dauert. Mehrere US-Medien berichten übereinstimmend: Phil habe seinen Schatten gesehen. Nach der Logik des „Groundhog Day“ heißt das nichts Gutes für alle, die auf mildere Tage hoffen: Der Winter soll noch etwa sechs Wochen bleiben.

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Die Zeremonie findet am „Gobbler’s Knob“ statt – einer kleinen Bühne im Wald, auf der der Groundhog Day jedes Jahr wie ein nationales Ereignis inszeniert wird. Wie die „Associated Press“ schreibt, harrten Zehntausende bei Temperaturen im einstelligen Fahrenheitbereich aus. Diesmal sei es sogar so kalt gewesen, dass die üblichen Fotos mit Phil auf der Bühne ausfielen.
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In diesem Brauch ist Phil allerdings nie der alleinige Erzähler. Was das Murmeltier „meint“, bestimmen andere: der Punxsutawney Groundhog Club und sein „Inner Circle“. Das sind die Männer mit Zylinder und Mantel, die Phil aus dem Baumstumpf holen, ihn kurz präsentieren – und seine Reaktion anschließend als Wetterurteil auslegen.
Wie sehr das Ritual dabei auf Inszenierung setzt, zeigte „CBS News“ am Morgen der Zeremonie: Nach einem kurzen „Gespräch“ in „Groundhogese“, der Fantasiesprache des Clubs, habe ein Vertreter die Botschaft von einer Schriftrolle verlesen: „… there is a shadow …, six more weeks of winter abound!“ Frei übersetzt bedeutet das so viel wie: Phil sieht einen Schatten – und damit bleibt der Winter nach dieser Tradition noch eine Weile.

Murmeltier-Wettervorhersage: So funktioniert die Schatten-Regel
Die Regel dahinter ist denkbar einfach – und genau deshalb bleibt sie hängen. Am Morgen holen die Organisatoren Phil aus seinem Unterschlupf. Scheint die Sonne, wirft das Murmeltier einen Schatten. Nach der Überlieferung schreckt Phil davor zurück und zieht sich wieder in den Bau zurück. Das gilt als Signal: Der Winter bleibt.
Ist es dagegen bewölkt und bleibt der Schatten aus, soll Phil länger draußen bleiben – und damit andeuten, dass der Frühling früher kommt.
Wenn die Wirklichkeit später nicht zu Phils Urteil passt, hat der Punxsutawney Groundhog Club dafür eine eingebaute Erklärung. Jede Abweichung zwischen Wetter und Vorhersage liege nicht an Phil, heißt es dort, sondern an der „Übersetzung“.
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Nüchterner fällt die Bilanz der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) aus. Die Behörde hat Groundhog-Prognosen mit gemessenen Temperaturdaten verglichen und die Tiere gewissermaßen bewertet. Das Ergebnis: Phil trifft nicht einmal in der Hälfte der Fälle. Nach den NOAA-Auswertungen liegt seine Trefferquote in den vergangenen Jahrzehnten nur bei rund 35 bis 40 Prozent – ein Münzwurf wäre damit als Prognose sogar genauer.
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Ursprung des Groundhog Days: Warum der Murmeltiertag aus Europa kommt und in den USA groß wurde
Der Blick zurück zeigt: Der Groundhog Day ist keine rein amerikanische Erfindung, sondern ein Import mit Umbauten. „CBS News“ erinnert daran, dass in deutschen Überlieferungen schon früh ein Tier als Wetterzeichen herhalten musste – meist ein Igel oder ein Dachs. Als Einwanderer diese Idee nach Nordamerika brachten, wurde sie in Pennsylvania schlicht angepasst: Statt des Dachses, der dort kaum eine Rolle spielte, nahm man das Tier, das es gab und das jeder kannte – das Murmeltier.
Zum weltweiten Phänomen wurde der Tag allerdings erst viel später durch den Film Groundhog Day. Er machte den „Groundhog Day“ international bekannt und verankerte ihn endgültig als kulturelles Ereignis. Seitdem ist aus dem alten Wetterglauben ein fester Kalendertermin geworden: der Murmeltiertag am 2. Februar, jedes Jahr mit derselben Inszenierung – und einem Publikum, das längst nicht nur aus Punxsutawney kommt.
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Frühlingsanfang 2026: Wann der Winter wirklich endet
Eines ist unabhängig von Phil sicher: Der Frühling beginnt nicht, weil ein Murmeltier es sagt. Maßgeblich ist die Tagundnachtgleiche – der Zeitpunkt, an dem Tag und Nacht ungefähr gleich lang sind, weil die Sonne die gedachte Linie über dem Äquator kreuzt. Für Deutschland fällt dieser Moment 2026 auf Freitag, den 20. März, um 15:46 Uhr (MEZ), wie es etwa für Berlin angegeben ist.
Nur hält sich das Wetter selten an solche Fixpunkte. Kältephasen und milde Schübe setzen sich oft über Daten hinweg – das würden auch Meteorologen unterschreiben. Insofern ist Phils Vorhersage weniger „richtig“ oder „falsch“, als vielmehr eine Erzählung, die sich angenehm anfühlt. Sie verspricht ein Ende: „Nur noch sechs Wochen“.









