Kurz vor Prozessbeginn wegen Vergewaltigungsvorwürfen ist Marius Borg Høiby, der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, erneut festgenommen worden. Wie die Polizei am Montag in Oslo mitteilte, kam der 29-Jährige am Sonntagabend wegen neuer Anschuldigungen in Gewahrsam – darunter mutmaßliche Körperverletzung, Bedrohung mit einem Messer und ein Verstoß gegen ein Kontaktverbot.

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Am Montagnachmittag entschied laut der Nachrichtenagentur NTB ein Richter, dass Høiby, für mindestens vier Wochen in Untersuchungshaft muss. Høiby soll Berichten zufolge am Wochenende ausfällig geworden sein. Zu den neuen Vorwürfen äußerte er sich zunächst nicht.
Wie die Polizei gegenüber der norwegischen Zeitung „VG“ bestätigte, soll Høiby am vergangenen Wochenende jemanden mit einem Messer bedroht haben. Zudem soll er sich in den vergangenen Wochen über ein Kontaktverbot zu einem mutmaßlichen Opfer hinweggesetzt haben. Aufgrund der bestehenden Wiederholungsgefahr stellte die Staatsanwaltschaft jetzt den Antrag auf Untersuchungshaft. Die richterliche Genehmigung steht noch aus, soll jedoch am Montagnachmittag folgen.
Vorwurf gegen Høiby: Kronprinzessinnen-Sohn steht wegen Vergewaltigung vor Gericht
Høiby hat in den vergangenen Jahren sorgfältig ein „Bad Boy“-Image gepflegt – und dieses offenbar auch im wahren Leben verfolgt. Sein Umgang mit Frauen bringt den Sohn von Mette-Marit in dieser Woche vor Gericht: Die Anklage wirft dem 29-Jährigen unter anderem Vergewaltigung und Gewalt gegen frühere Freundinnen sowie Drogendelikte vor.
Seit seiner Festnahme am 4. August 2024 kommt Høiby nicht mehr aus den Schlagzeilen. Er war festgenommen worden, nachdem er gegen seine damalige Freundin gewalttätig geworden sein und in ihrer Wohnung randaliert haben soll. In einer öffentlichen Erklärung gab er damals zu, „nach einem Streit und unter dem Einfluss von Alkohol und Kokain“ gehandelt zu haben. Zudem räumte er „psychische Probleme“ und länger andauernden Drogenkonsum ein.
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Im November 2024 wurde Høiby dann wegen Vergewaltigungsverdachts erneut festgenommen und verbrachte eine Woche in Untersuchungshaft – ein noch nie dagewesener Skandal in der Geschichte der norwegischen Monarchie.
Bei dem am Dienstag in Oslo beginnenden Prozess werden dem 29-Jährigen nun vier Fälle von Vergewaltigung vorgeworfen, wobei er die vierte noch nach Beginn der Ermittlungen verübt haben soll. In mindestens drei der Fälle soll er das mutmaßliche Opfer erst am selben Tag kennengelernt und zunächst einvernehmlichen Sex gehabt haben, bevor er die Frauen dann im Schlaf vergewaltigt haben soll, wie Staatsanwalt Sturla Henriksbo schilderte.
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Gewalt- und Drogenvorwürfe: Ermittler legen belastendes Material vor
Den Ermittlern liegen nach eigenen Angaben Videos und Fotos vor, welche die Vorwürfe untermauern. Vorgeworfen werden Høiby zudem Gewalt, Vandalismus sowie Verstöße gegen ein Kontaktverbot zu einer Ex-Partnerin. Erst vor wenigen Tagen kamen weitere Anklagepunkte wegen Drogen- und Verkehrsdelikten hinzu, welche die Staatsanwaltschaft in dem Vergewaltigungsprozess ebenfalls ansprechen will.
Nur eines der mutmaßlichen Opfer ist namentlich bekannt, Høibys Ex-Freundin Nora Haukland. Sie soll er zwischen 2022 und 2023 körperlich und psychisch misshandelt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft Høiby vor, seiner damaligen Partnerin unter anderem mit der Faust ins Gesicht geschlagen und sie gewürgt und getreten zu haben.
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„Dies sind sehr schwere Taten, die bleibende Narben hinterlassen und Leben zerstören können“, erklärte die Anklagebehörde. Staatsanwalt Henriksbo betont, Høiby werde trotz seines Status als Mitglied der Königsfamilie von der Justiz „nicht sanfter oder strenger“ behandelt werden als jeder andere unter ähnlichen Bedingungen.
Zur Welt kam Marius Borg Høiby am 13. Januar 1997 nach einer kurzen Beziehung zwischen Mette-Marit und Morten Borg, der ebenfalls wegen Gewalttaten und Drogenvergehen vorbestraft ist. Seine Mutter war damals in der norwegischen House-Musikszene unterwegs, in der Drogen wie Haschisch und Ecstasy weitverbreitet waren.
Im Alter von vier Jahren wurde Marius dann durch die Heirat seiner Mutter mit Kronprinz Haakon plötzlich ins Scheinwerferlicht katapultiert. Im Gegensatz zu seinen jüngeren Halbgeschwistern Prinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus, den leiblichen Kindern von Haakon und Mette-Marit, hat Marius Borg jedoch keine offizielle Funktion im norwegischen Königshaus.
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Leben im goldenen Käfig: Høiby gerät in Oslo in dubiose Kreise
„Er wurde in eine quasi unmögliche Position gebracht: Mit einem Fuß drinnen, mit einem Fuß draußen“, urteilt die Royal-Expertin der norwegischen Zeitung „Dagbladet“, Sigrid Hvidsten. Høiby habe sein Leben „in einer Grauzone, einer Art goldenem Käfig“ verbracht.
Dieser Käfig hielt Høiby nicht davon ab, in zweifelhafte Gesellschaft zu geraten. Medienberichten zufolge umgab er sich mit Gang-Mitgliedern, Bikern der Hells Angels und Mitgliedern der albanischen Mafia von Oslo. 2023 führte die Polizei ein klärendes Gespräch mit ihm, nachdem er in den gleichen Kreisen gesichtet wurde wie „berüchtigte Kriminelle“. Gleichzeitig lebte er ein komfortables Leben, finanziert von seiner Mutter und seinem Stiefvater und ohne feste Beschäftigung.
afp/jcst







